Temperaturbeständige Komponenten von Findling
Heiß und fettig: Wälzlager in Waffelbackanlagen
Komponenten in Waffelbackmaschinen müssen Umgebungstemperaturen von bis zu 260 Grad Celsius standhalten, hinzu kommt der Kontakt mit Backrückständen, Waffelstaub sowie Fetten. In den Waffelbackmaschinen des Herstellers Grossmann kommen deshalb besonders temperaturstabile Rillenkugel- und zweireihige Schrägkugellager von Findling zum Einsatz.
Speiseeis und Eistüten aus knusprigem Waffelteig — das eine ist ohne das andere kaum denkbar. Nach dem zweiten Weltkrieg waren Eistüten jedoch Mangelware. Das störte den Maschinenbauer Hubert Großmann, der sich vorübergehend als Eisverkäufer seinen Lebensunterhalt verdiente. So entwickelte er kurzerhand ein selbst konstruiertes Handbackgerät und stellte seine eigenen Eistüten her. Das hatte überraschende Folgen: Andere Bäcker baten ihn immer häufiger, auch für sie eine solche Maschine zu bauen — bis Hubert Großmann mit seinen Waffelbackgeräten schließlich in Serie ging. Das war im Jahr 1950 in dem kleinen Ort Fredeburg im Sauerland und der Anfang von Grossmann-Waffelbackanlagen.
Heute ist Grossmann Maschinenbau weltweit einer der führenden Hersteller von Waffelbackmaschinen, mit denen längst nicht mehr nur gewickelte Eistüten hergestellt werden. So lassen sich mit den Geräten eine Vielzahl von Produkten fertigen, wie Waffelrollen, Waffelbecher, Fächerwaffeln, Designwaffeln, Oblaten, Brüsseler Waffeln oder Waffelchips. Beliefert werden kleine und mittelständische Hersteller genauso wie Abnehmer der Großindustrie.
Findling-Lagertechnik im Herzen der Maschine
Bei den Komponenten seiner Waffelbackmaschinen setzt das Unternehmen seit gut 30 Jahren auf Findling Wälzlager. In den Maschinen werden Rillenkugel-, Schrägkugel- und Pendelkugellager sowie Lineartechnik verbaut, die unter anderem der Karlsruher Wälzlagerspezialist liefert. Seit vier Jahren bezieht Grossmann zusätzlich spezielle temperaturbeständige Rillenkugel- und Schrägkugellager aus der damals neu auf den Markt gebrachten HT (Hochtemperatur)-Serie aus dem Xtemp-Sortiment von Findling, die in den sogenannten Backzangen oder der Backzangenkette der Maschinen verbaut werden.
Diese Baugruppen bilden das Herzstück einer Waffelbackmaschine. „Die Ober- und Unterbackplatte einer Backzange bilden einen Hohlraum, in dem der Waffelteig ausgebacken wird“, erläutert Bernd Höhne, Technischer Angestellter bei Grossmann. „In der Anlage selbst sind zahlreiche Backzangen in einem Verbundsystem zu einer Kette vereint, welche von einem Motor angetrieben wird und einen definierten Backzyklus durchläuft.“ Backzangen sind in unterschiedlichen Ausführungen für unterschiedliche Waffelarten verfügbar.
In den Backzangen sind die Schrägkugellager von Findling Wälzlager verbaut: Jeweils ein Schrägkugellager mit einem temperaturstabilen Stahlkäfig befindet sich im vorderen Bereich einer jeden Oberbackplatte. Dort wird das Lager als Laufrolle eingesetzt, um die Oberbackplatte beim Durchlaufen einer Zwangskurve zu öffnen. „Diese Variante ist modellabhängig und kann somit abweichen“, erklärt Bernd Höhne. „In jedem Fall befüllen wir die Schrägkugellager bei uns im Haus mit einem speziellen Hochtemperatur-Langzeitschmierfett. Somit können wir auch bei der extremen Hitze eine möglichst lange Lebensdauer gewährleisten.“
Die selbsttragende Backzangenkette besteht aus einzelnen Kettengliedern, auf denen die Backzangen montiert sind. Die Verbindung der einzelnen Kettenglieder erfolgt mittels gehärteter Stahlwellen. Auf diesen gehärteten Stahl- beziehungsweise Verbindungswellen wiederum befinden sich jeweils an den Enden zwei der temperaturbeständigen Rillenkugellager, die in diesem Fall als Laufrollen dienen. „Die Umgebungstemperatur kann hier bis zu 260 Grad Celsius erreichen. Bei derart extremen Temperaturen sinkt die Lebensdauer von Standard-Wälzlagern“, so Bernd Höhne. „Deshalb haben wir uns für die HT-Lager von Findling entschieden. Für diese Lager können wir unseren Kunden eine Lebensdauer von mindestens 50.000 Betriebsstunden garantieren.“ Damit Backrückstände, Waffelstaub oder Fette nicht in die Lager gelangen können, musste eine Lösung mittels Deckscheiben gefunden werden, denn normale 2RS-Dichtungen aus Nitrilkautschuk (NBR) würden den hohen Betriebstemperaturen nicht standhalten. Findling konnte die Anforderungen durch eine schmale und präzise Spaltdichtung am Lager erfüllen, ohne dabei Mehrkosten zu verursachen.
Längere Lebensdauer trotz extremer Bedingungen
„Lager aus unserem speziellen Xtemp-Sortiment bleiben auch bei starker Kälte oder Hitze leistungsfähig“, erläutert Klaus Findling, Geschäftsführer von Findling. „Sie sind je nach Ausführung für einen Temperaturbereich von minus 60 bis zu 500 Grad Celsius konstruiert, optional sind auch stromisolierende, korrosionsarme oder beschichtete Varianten verfügbar.“ Die Basis für alle Ausführungen sind Rillenkugellager, an denen spezielle Modifikationen vorgenommen wurden. Dazu gehören unter anderem die Wahl des geeigneten Werkstoffes, die Optimierung der Lagerluft, spezielle Fette bis hin zu Festschmierstoffen, eine besondere Dichtung und gegebenenfalls eine Wärmestabilisierung.
So ausgerüstet haben die Xtemp-Lager bei einer Einsatztemperatur von 120 Grad Celsius eine 1,2- bis 1,5-fach höhere Lebensdauer. Zudem lassen sich auf Wunsch viele weitere Funktionsmerkmale wie geringes Anlaufverhalten, kein Fettaustritt bei hohen Temperaturen, eine Wartungsfreiheit oder besonders lange Wartungsintervalle erzielen. Somit können die Speziallager auch in Kühlhäusern, Ziegelbrennereien und Photovoltaik-Anlagen eingesetzt werden. as














