Teleskopschienen ASN
Teleskopschienen für das Kartonhandling
Für Kartonware, die überwiegend in AKL untergebracht ist, hat Maschinenbau, Industrieanlagen & Service (Mias) ein Kartonhandlinggerät entwickelt.
Dessen Greifer holt die Behälter aus Lagerfächen auf Teleskopschienen von Rollon. Ware, die versandfertig in der Umverpackung eingelagert wird, steht den Kunden bereits kurz nach der Bestellung zur Verfügung.
Besonders für Waren in zahlreichen Varianten in Form und Größe bietet sich das automatisierte Handling in maßgeschneiderten Kartonagen an. Für diese verpackten Teile hat die Münchener Maschinenbau, Industrieanlagen & Service (Mias) das Kartonhandlinggerät Viper entwickelt. Es holt sich die überwiegend in automatisierten Kleinteilelagern untergebrachten Kartons und Behälter aus Lagerfächern mit Böden auch aus der zweiten oder dritten Reihe auf Teleskopschienen der Baureihe ASN von Rollon nach vorn. Dazu greift die Viper die Behälter formschlüssig und zieht sie zum Regalbediengerät.
Die Mias-Lastaufnahmemittel kommen für nahezu alle Industriebereiche zum Einsatz und decken ein Lastspektrum von zehn Kilogramm bis 40 Tonnen ab. Zur Vervollständigung des Portfolios und als Reaktion auf Kundenanfragen war die Entwicklung eines Kartongreifers ein logischer Schritt. Das Lastaufnahmemittel Viper wurde gemäß Kundenanforderungen entwickelt und ist für Kunststoffbehälter und Kartonagen vorgesehen. Es ergänzt neben anderen AKL-Produkten das Produktportfolio der automatisierten Kleinteilelager (AKL). Ein Vorteil der Viper ist die hohe Stabilität bei geringem Eigengewicht und günstigem Schwingungsverhalten. Darüber hinaus ermöglicht der konsequent modulare Aufbau Pluspunkte bei Service und Wartung und bietet leichte Skalierbarkeit auf die vom Kunden gewünschten Produktgrößen.
Teleskopschienen mit geringer Durchbiegung
Die Zinken sind an der unteren Auszugsschiene befestigt, die am weitesten nach vorn fährt. Wichtig für die Funktion des Gerätes ist der benötigte Ausfahrweg für die doppelt- und dreifachtief eingelagerten Behälter. Die Teleskopschienen von Rollon zeigen generell nur eine geringe Durchbiegung auch im voll ausgefahrenen Zustand. In der Baugröße 28, die hier für die ASN-Reihe gewählt wurde, ist ein Verfahrweg von 600 Millimeter möglich, wobei durch das Teleskopprinzip unter Verwendung von drei Rollon-Schienen je Zinken der Ausfahrweg der Viper 1.370 Millimeter beträgt. Das Eigengewicht der Zinken, die die Kartons über den Fachboden ziehen, beträgt 20 Kilogramm. Weitere Belastungen wirken wegen der reinen Zugbewegung nicht auf die Führungen ein. Der Zinken verfährt mit einer Geschwindigkeit von zwei Meter pro Sekunde, die Führungen selbst mit etwa 0,8 Meter pro Sekunde. Mit Ladung ist eine Beschleunigung von 3,5 Meter pro Quadratsekunde möglich, leer erreicht die Viper sogar sechs Meter pro Quadratsekunde und unterstützt so die für die Intralogistik wichtigen kurzen Durchlaufzeiten.
In der kompakt geplanten Viper ist eine spielfreie Führung ohne spezifische Einstellung der Rollen geeignet, deshalb fiel hier die Wahl auf den Auszug ASN aus der Produktfamilie Telescopic Rail. Wegen der schweren Zugänglichkeit in der Viper sollte auf jeden Fall ein Auszug verwendet werden, der nach dem Einbau keine Montageschritte mehr erfordert. Eine Nachschmierung ist im Zuge der allgemeinen Wartung möglich und wird unter normalen Betriebsbedingungen erst nach sechs Monaten oder 100 Kilometer Laufleistung empfohlen. Die Auszüge sind standardmäßig nach ISO 2081 elektrolytisch verzinkt und so vor Korrosion geschützt.
Anders als etwa Europaletten gibt es für Kartonverpackungen kaum Normgrößen. Um Material zu sparen, wird die Verpackung jeweils so klein wie möglich gewählt. Für die Lagerlogistik bedeutet das, die Aufnahmen – hier also die Greifer – an die Behälter anzupassen. Während eine Veränderung der Breite – also des Abstands zwischen den Zinken oder Backen des Greifers – über einen elektrischen Antrieb relativ problemlos machbar ist, ist die Flexibilität in der Tiefe eine größere Herausforderung. Konstruktiv sind die Grenzen hier durch den möglichen Hub der verwendeten Auszüge gesetzt. Eine gewisse Überlappung sollte erhalten bleiben, um die Stabilität zu gewährleisten. Bei der Konstruktion hat Mias ganz bewusst auf die spätere Serienproduktion als Baukastensystem hingearbeitet, damit das Gerät an unterschiedliche Anforderungen angepasst werden kann und auch im Betrieb noch innerhalb der Gegebenheiten mit verschiedenen Einstellungen arbeitet.
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