Lineartechnik

Besonderes Fluid

Anpassbare Dämpfungseigenschaften
Elektrorheologische Flüssigkeit steckt in dem Kennfelddämpfer, den Zimmer nun anbietet. Die Flüssigkeit steigert seine Geschwindigkeit und Flexibilität erheblich.

Hydraulik- oder Pneumatikdämpfer variieren unter anderem die Geschwindigkeit von Förderanlagen, indem sie dem Antrieb mit einem bestimmten Widerstand entgegenwirken. Auch die Elektrorheologischen Kennfelddämpfer RheOil powered von Zimmer haben diese Aufgabe, lösen sie aber dank einer speziellen Flüssigkeit in ihrem Inneren wesentlich schneller und flexibler als konventionelle Dämpfer. Ohne mechanische Aufbauten bieten die ER-Kennfelddämpfer der Automations- und Fördertechnik sowie dem Maschinenbau damit neben einer schnellen Reaktionsgeschwindigkeit auch eine nach Herstellerangaben noch nie da gewesene Flexibilität.

Die in das Silikon oder Mineralöl eingebrachten Funktionspartikel von elektrorheologischen Flüssigkeiten sind zwischen zwei und zwölf Mikrometer groß, bestehen aus polarisierendem Polyurethan und sind nicht abrasiv. Der wesentliche Vorteil der elektrorheologischen Flüssigkeit liegt in der Reaktionszeit, denn innerhalb von ein bis zwei Millisekunden nach Anlegen einer elektrischen Spannung ändert sich ihr viskoses Verhalten von flüssig bis fest – und das stufenlos. Die RheOil powered Kennfelddämpfer von Zimmer sind deshalb verschleißfrei und arbeiten nahezu geräuschlos.

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Schwingungen werden sofort erkannt

Sie finden vor allem wegen ihrer digitalen Ansteuerbarkeit und der einfachen Montage durch ISO-Anschluss-Elemente im Maschinenbau Anwendung. Ein Beispiel hierfür ist die Verwendung in Folien-Wickelmaschinen, die mit sehr hohen Geschwindigkeiten wickeln. Bei einer Walze mit einer Gesamtlänge von 4.500 bis 5.000 Millimeter und einem Durchmesser bis 2.000 Millimeter sind große Massen in Bewegung, die ab einem bestimmten Durchmesser zu vibrieren beginnen. Bisher wurde versucht den Schwingungen mit Pneumatik-Zylindern oder großen Dämpfungssystemen aus dem herkömmlichen Hydraulik-Bereich Herr zu werden. Weil sich aber der Bereich, ab dem das System zu schwingen beginnt, nicht genau definieren lässt, war die Dämpfung oft zu weich oder zu hart; es kam zu Verwicklungen oder Störfällen. Mit dem neuen ER-Kennfelddämpfer misst nun ein Sensor die Beschleunigungswerte an der Walze, woraufhin die Härte des Dämpfers optimal eingestellt wird. Zwar ließe sich die entsprechende Härte auch mit Pneumatik- oder Hydraulikzylindern anpassen, jedoch nicht in der Geschwindigkeit, die für eine saubere Wicklung erforderlich ist.

Mit der Kombination von Sensoren eröffnet sich für die ER-Kennfeldämpfer vor allem der Anwendungsbereich mit definiertem Weg, einzuhaltender Geschwindigkeit sowie Not-Stopp. Bei Überschreitung eines festgelegten Punkts oder einer Geschwindigkeit bremst der Dämpfer die Masse mit dem entsprechenden Widerstand ab. Besonders in Anwendungen, in denen der Nullpunkt langsam angefahren wird, ist der Einsatz eines Dämpfers mit RheOil äußerst maschinenschonend. Dank der hohen Flexibilität hinsichtlich Kraft gepaart mit der Geschwindigkeit, mit der sich die Dämpfer verstellen lassen, sind sie den herkömmlichen Dämpf- und Stopp-Elementen deutlich überlegen. Stufenlos verstellbar innerhalb eines kompletten Dämpfungskennfelds, steuerbare Dämpfung mittels einem einfachen Eingangssignal, einfach zu montieren und über 24 VDC zu betreiben – mit diesen Fähigkeiten ausgestattet vereinen die RheDamps die Leistungsdichte der klassischen Hydraulik mit der extrem hohen Dynamik der ER-Technologie und der Flexibilität eines elektronisch einstellbaren Kennfelddämpfers. pb

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