Bilstein-Dämpfer mit Voreinstellungen

Auf einer Skala von eins bis zehn…

Über ein Skalensystem vereinfacht der Stoßdämpferhersteller Bilstein die Einstellung der Dämpfer.

Mit Voreinstellungen lässt sich das Setup von Dämpfern beschleunigen. (Foto: Bilstein)

Der Faktor Zeit spielt beim Motorsport nicht nur im Rennen selbst eine wichtige Rolle: Auch die Ermittlung des perfekten Fahrwerk-Setups ist in der Praxis oft dem strengen Diktat der Uhr unterworfen. Schließlich wollen vor einem Lauf so viele Dinge gleichzeitig erledigt werden, dass es am Ende trotz vermeintlich großzügiger Vorbereitungszeit immer knapp wird. Deshalb setzt das Team um Bilstein-Motorsportleiter Martin Flick bei seinen Motorsport-Fahrwerken auf ein äußerst eingängiges Verstellsystem, bei dem sich jede Setup-Variante durch einen eindeutigen Zahlencode ausdrücken lässt.

In Zug- und Druckstufe – ein- oder mehrfach – verstellbare Stoßdämpfer sind im Motorsport das A und O. Doch mit jeder Einstellmöglichkeit nehmen auch die Fehlerquellen zu, so dass selbst die beste Hardware in der Praxis ihre Trümpfe oft nicht ausspielen kann. Aufgrund der vielen Variablen und Wechselwirkungen kommt die Crew aus einer einmal eingeschlagenen Sackgasse meist nur mit akribischer Dokumentierung aller Veränderungen und mit großem Zeitaufwand wieder heraus. Bilstein kennt dieses Problem und hat sich deshalb für jeden Verstellweg ein 10er-Skalensystem mit Klick-Feedback einfallen lassen. Hier lässt sich jede Setupvariante durch einen Zahlencode eindeutig definieren und dokumentieren. Kryptische Notizen, die in ihren Anweisungen eher an Schatzkarten von Piraten erinnern – zwei mm nach links, drei nach rechts – und nur Eingeweihten verständlich sind, werden somit überflüssig.

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Das Konzept für ein möglichst einfaches Setup greift aber schon viel früher. Aufgrund vorberechneter physikalischer Dämpfermodelle kann der Gasdruckstoßdämpfer-Pionier für die meisten Boliden bereits ein Grund-Setup mitliefern, das von den Team-Mechanikern nur noch in Nuancen in die gewünschte Richtung weiterentwickelt werden muss. Sollte sich die Feinjustierung dabei einmal als Irrweg entpuppen oder ändern sich die Streckenbedingungen abrupt – wie so oft durch Sandverwehungen bei den 24h von Dubai geschehen – lässt sich mit wenigen Klicks ein Alternativ-Setup ins Spiel bringen oder die Neutralstellung rekonstruieren. Ein weiterer Vorteil des Systems: Werkzeuge sind für die Verstellung nicht nötig, was die Umrüstzeit zusätzlich verkürzt. Die Teams können deshalb bereits im Vorfeld verschiedene Setups erarbeiten und als Zahlencode niederschreiben: zum Beispiel für unterschiedliche Wetterbedingungen und Fahrer oder für eine eher reifenschonende oder performanceorientierte Fahrweise. Und auch ein neuer Mechaniker im Team ist kein Problem: Mit dem richtigen Code sind die nötigen Einstellungen auch für unerfahrene Crew-Mitglieder möglich und eine Verwechslung nahezu ausgeschlossen. bw

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