ACE liftet Scheugenpflug-Technik

Gleichbleibendes Niveau

Scheugenpflug hebt die Verarbeitung von Vergussmaterialien auf ein neues Niveau – auch weil das Niveau der Hebeeinheitder Fassrührstation bei Druckabfall dank Industriegasfedern von ACE gleich bleibt.

Die neue Newtonline von ACE: Innovative Industriegasfedern in Zylindergrößen von 15 bis 40 Millimeter mit Hüben zwischen 20 und 1.000 Millimeter. (Fotos: ACE)

Bei Scheugenpflug kamen bereits in der Vergangenheit Industriegasfedern von ACE in Anwendungen des führenden Anbieters bei hochqualitativen Dosiersystemen zum Einsatz. Dank abgestimmter Prozessabläufe ermöglichen diese Systeme wiederholgenaue Produktionsergebnisse – vom Handarbeitsplatz bis zur vollautomatisierten Fertigungslinie. Diese Eigenschaften bei Rührstationen für Fässer mit 200 Litern Inhalt zu reproduzieren, war bereits in der Konstruktionsphase eines neuen gemeinsamen Projektes der Plan. Dabei ist die Anlage von Scheugenpflug die einzige auf dem Markt, mit der sich sensible und feuchtigkeitsempfindliche Gießharze in 200-Liter-Gebinden wirklich prozesssicher aufbereiten lassen.

Sichere Aufbereitung unter Vakuum

Zum Aufrühren und Weiterverarbeiten von größeren Materialmengen wurden bislang hauptsächlich modifizierte Fassrührstationen aus der Lackiertechnik eingesetzt. Die Praxis zeigte, dass diese jedoch den spezifischen Anforderungen der verschiedenen Vergussmedien oftmals nicht gerecht wurden. So bestand das Ziel des Entwicklerteams darin, nun erstmals eine hinreichende Abdichtung der größeren Fässer gelingen sollte. Das vollständige Abdichten ist notwendig, um bei der Verwendung von feuchtigkeitsempfindlichen Vergussmaterialien in sehr heißer und feuchter Umgebung über längere Zeit eine irreparable Schädigung der teuren Harze zu vermeiden. Bei der neuen Fassrührstation sollten neben den von den Anwendern von Anlagen für kleinere Gebinde geschätzten Features wie Temperieren und Aufrühren auch anspruchsvollere Funktionen wie eine Beaufschlagung des Gießharzes mit Vakuum direkt im Fass für eine blasenfreie Materialaufbereitung zum Tragen kommen. Nicht zuletzt bestand eine Hauptanforderung darin, die bekannt hohe Prozesssicherheit von Scheugenpflug auch beim neuen Modell in allen Belangen umzusetzen. Bei einem Aspekt in diesem Bereich kam ACE Stoßdämpfer ins Spiel.

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Neuartige Anwendung

Rührstation von Scheugenpflug für 200 Liter-Fässer: Die Lösung, die mit einer hohen Prozesssicherheit sowie einem wirtschaftlichen Preis punktet, ist seit 2015 auf dem Markt.

Die Erfüllung der oben genannten Anforderungen gelang dem Entwicklerteam, indem es eine spezielle Glocke konstruierte, die komplett über das 200-Liter-Fass gefahren wird. Dafür wird die Fassglocke, bevor der eigentliche Rührprozess beginnt, mit Hilfe eines pneumatischen Zylinders in die oberste Position gebracht, um die Station mit einem neuen 200-Liter-Fass zu beladen. Die Glocke wird dann mit allen Gewerken wie Rührwerk, Füllstand- und Grenzwertsensoren sowie Heizspirale über eine Zweihandschaltung über das Fass gefahren, um im Anschluss daran mit dem Aufbereiten des Materials zu beginnen. Steht die Glocke beim Beladen der Station in der obersten Position, könnte es theoretisch durch einen Ausfall der Pneumatik zu einem ruckartigen Absacken der gesamten Hebeeinheit in Richtung des Fasses kommen. In diesem Fall wären Schäden sowohl an der Gesamtkonstruktion als auch am Fass zu befürchten. Um dies zu verhindern, hat sich Stefan Haltmaier aus der Scheugenpflug-Entwicklungsabteilung und zuständig für Dosiersysteme und Materialaufbereitung wie bei früheren Projekten mit ACE an den für sein Gebiet zuständigen Applikationsingenieur Robert Gehmeyr gewandt: „Von ACE und Robert Gehmeyr wissen wir, dass immer wieder um die Ecke gedacht wird“, erklärt Haltmaier.

Tests vor Ort

Dies war auch im vorliegenden Fall von Vorteil. Denn in der Regel sind für das millimetergenaue Verharren in einer bestimmten Position so genannte Locked-Elemente der Rheinländer die erste Wahl. Diese Komponenten sorgen für eine Klemmung entlang von Schienen, Bahnen und Achsen. Da solche Sicherheitselemente in Neustadt jedoch konstruktionsbedingt nicht vorgesehen waren, machte sich Gehmeyr nach einem Besuch vor Ort auf die Suche nach einer alternativen Lösung. Die Partner wählten eine Gasdruckfeder des Typs GS-40-1000-AA-2500N. Industriegasfedern liegen bei ACE mit Körperdurchmessern von acht bis 70 Millimeter sowie mit Kräften von zehn Newton bis 13.000 Newton vor. Insofern ist das gewählte Element trotz eines Hubes von 1.000 Millimeter noch als ein mittelgroßes zu bezeichnen, da sein Durchmesser 40 Millimeter beträgt und seine Ausschubkraft rund 2.500 Newton aufweist. Eine Besonderheit der Industriegasfedern liegt in ihrer individuellen Befüllbarkeit mit Stickstoff, wodurch eine ideale Anpassung an vorliegende Anforderungen vorgenommen werden kann. Teil des Services war es im Fall der Fassrührstation, dass Robert Gehmeyr die Füllwerte vor Ort ermittelte. Dies fand im Zuge von Tests statt, bei denen das Team prüfte, wie weit die Industriegasfeder bei ausgeschalteter Pneumatik die Rührstation mit der innovativen Fassglocke sicher in Position halten konnte. Dabei wurde besonders getestet, wie weit die Industriegasfeder die Glocke nach oben drückt und wie weit die Glocke absackt, wenn die Zylinder im ausgefahrenen Zustand versagen. Alle Tests verliefen zufriedenstellend und zeigten, dass das Konstruktionselement von ACE das System sicher schützte. Dies trifft auch für den Serienbetrieb zu. bw

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