abas ERP

Produktionsabläufe bei Galvanotechnik Kessel stark optimiert

Der Automobilzulieferer Galvanotechnik Kessel aus Vechelde bei Braunschweig setzt bei der Steuerung der Produktionsabläufe seit 1994 auf abas ERP. Die Unternehmenssoftware plant und steuert die Produktion über Schnittstellen zu den Galvanikanlagen und Analyseautomaten. Die Steuerung und Erfassung der Maschinen-Rückmeldedaten an den Produktionsautomaten erfolgt vollautomatisch und auch die Qualitätssicherung wird über das ERP-System abgebildet.

Galvanotechnik Kessel in Vechelde.

Allerdings dient die abas Software dem Unternehmen nicht nur als zentrales Werkzeug, um Produktionsabläufe zu steuern, denn bei dem Spezialisten für Oberflächentechnik sind alle Kernfunktionen von abas im Einsatz: vom Einkauf über Lagerwesen, Disposition, Waren- und Materialwirtschaft bis zum Verkauf mit Auftrags- und Rechnungswesen. Rechnungen werden automatisch erstellt, geprüft und als PDF versandt. „Dass wir mit abas ERP eine gute Wahl getroffen haben, zeigt sich vor allem dann, wenn Erweiterungen oder Anpassungen anstehen. Alle Anforderungen unserer Kunden der verschiedenen Branchen können wir dank der abas Software schnell umsetzen. Seit der Einführung der ERP-Software konnten wir viele individuelle Projekte umsetzen und den Datenfluss effizienter gestalten. Ohne dieses System müssten wir mit wesentlich mehr Personal arbeiten und wären bei den hiesigen Produktionskosten nicht wettbewerbsfähig“, sagt Daniel Goebel, Projektleiter und IT-Verantwortlicher der Galvanotechnik Kessel GmbH & Co. KG.

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Die Bedeutung der Oberflächentechnik hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Denn die Oberfläche eines Bauteils ist der Bereich, der stark beansprucht wird. Korrosionsschutz ist in vielen Branchen zu einem immer wichtigeren Thema geworden, da die Anforderungen steigen. Mithilfe spezieller Beschichtungsverfahren ist es möglich, sie auf spezifische Anwendungen auszurichten. Die Verschleißfestigkeit, die Gleiteigenschaft, die elektrische und thermische Leitfähigkeit von Bauteilen, ihre Korrosionsbeständigkeit oder der Glanz einer Oberfläche sind nur einige von unzähligen Beispielen.

Hier stimmt die Chemie

Im niedersächsischen Vechelde 1969 gegründet, wurde Galvanotechnik Kessel schnell ein führender Vertreter der Branche. Nach und nach bietet der norddeutsche Betrieb das ganze Portfolio der Oberflächentechnik wie galvanische Beschichtungen mit Zink, Zink-Nickel, Zink-Eisen, Hartchrom, Nickel, Zinn, Zinn-Silber, Phosphatierung, Silber, Kupfer oder auch chemisches Vernickeln, Polieren, Schleifen, Beizen und Ölen. Neue Hallen und Produktionsanlagen kommen hinzu. Nun beschäftigt das Unternehmen 135 Mitarbeiter im Vierschichtbetrieb; zu den Kunden zählen Unternehmen der Automobil-, Elektro- und Elektronikindustrie, der Windkraft sowie des Maschinen- und Nutzfahrzeugbaus.

Bernd Buhse, Geschäftsführer, Galvanotechnik Kessel GmbH & Co. KG

Bis Anfang der Neunziger Jahre setzte Galvanotechnik Kessel eine betriebswirtschaftliche Software von Siemens ein. „Die Lösung war individuell für uns programmiert worden. Gestiegene Anforderungen an das Programm und damit notwendige Anpassungen hätten für uns den Einsatz unverhältnismäßig verteuert“, erinnert sich Bernd Buhse, Geschäftsführer, Galvanotechnik Kessel GmbH & Co. KG. Man beschloss, ein neues ERP-System zu suchen, das in puncto Preis-/Leistungsverhältnis zu dem Mittelständler passt. „Wir entschieden uns 1994 für die ERP-Software von abas, die standardmäßig schon relativ viele unserer Anforderungen abdeckte. Die Einführung von abas ERP sowie alle individuellen Anpassungen legten wir in die Hände des Berliner Vertriebspartners abas system GmbH, der unsere Abläufe und Anforderungen schnell verstand und im System umsetzte“, ergänzt der Geschäftsführer.

Wir mussten unsere Fertigung stark optimieren

Dass diese Entscheidung richtig war, zeigte sich in den Folgejahren, in denen die Flexibilität des Systems und das Know-how des Beratungspartners immer wieder gefragt waren. „Wir sind in den letzten zwanzig Jahren kontinuierlich gewachsen und mussten unsere Prozesse, insbesondere die Produktionssteuerung sowie die Qualitätskontrolle, stark optimieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die hohen Produktionskosten an unserem Standort zwangen uns zur effizienten Organisation der Betriebsabläufe“, resümiert Bernd Buhse.

ERP bereitet die Produktion vor

abas ERP übernimmt die Organisation der Produktionsabläufe bei Galvanotechnik Kessel. Dazu zählen die Bereitstellung von Fertigungsvorschlägen sowie Betriebsaufträgen, die Kapazitätsplanung, Rückmeldungen, editierbare Auftragsfertigungslisten oder manuelle Fertigungsbuchungen im System. Am Anfang eines Auftrags steht immer die Anlieferung von Teilen, die für einen Kunden bearbeitet werden sollen. Dies können lediglich eine Handvoll oder auch eine ganze LKW-Ladung sein. Im Wareneingang wird die Lieferung auf Mengen und Zustand überprüft und alle notwendigen Daten in der ERP-Software erfasst, dabei erhält jeder Behälter einen Begleitschein mit allen für die Produktion relevanten Informationen. Nicht nur diese Wareneingangsprüfung, sondern auch alle weiteren Bearbeitungsschritte sind in der Software rückmeldepflichtig. „Dieser Automatismus stellt sicher, dass alle Prüfungen und Arbeiten vollständig sowie in der richtigen Reihenfolge erledigt werden, und dient unter anderem als Nachweis für unsere Kunden“, erklärt Daniel Goebel.

Daniel Goebel, Projektleiter und IT-Verantwortlicher der Galvanotechnik Kessel GmbH & Co. KG

Aus den erfassten Daten entstehen Arbeitspläne und Betriebsaufträge, die alle Informationen und Bearbeitungsschritte der Charge enthalten und diese auf allen Stationen durch das Unternehmen begleiten. Auf Basis der Arbeitspläne entstehen wiederum Wochenpläne für die Produktion. Grundlage dafür bilden ebenfalls die Daten aus abas ERP. Alle Aufträge im Unternehmen sind mit Warenpapieren unterwegs, die Barcodes enthalten und an jeder Bearbeitungsstelle per BDE eingelesen werden. So ist jederzeit nachvollziehbar, wo sich eine Charge befindet, welche Bearbeitungsschritte bereits ausgeführt wurden und welche noch anstehen. „Ohne dieses System würden wir bei der Vielzahl von Aufträgen garantiert den Überblick verlieren. Wie wichtig diese Warenbegleitscheine sind, wird auch dadurch deutlich, dass für die einzelnen Bearbeitungsschritte an den Beschichtungsanlagen bis zu 49 Parameter anzugeben sind“, berichtet der IT-Verantwortliche.

Optimale Auslastung der Anlagen

Die Steuerung und Erfassung der Maschinen-Rückmeldedaten an den Produktionsautomaten erfolgt vollautomatisch durch abas ERP. „Das System zeigt die aktuellen Betriebsaufträge an und erstellt gleichzeitig einen Plan für die Abarbeitung. Der Maschinenbediener sieht so, welche Aufträge er in welcher Reihenfolge bearbeiten muss, damit eine möglichst optimale Auslastung der Anlage erfolgt“, erklärt Daniel Goebel. Bei den Galvanikanlagen muss außerdem auf die richtige Befüllmenge im Hinblick auf die zu bearbeitenden Teile geachtet werden. Dazu ist eine Waage mit dem ERP-System gekoppelt. Sie wiegt automatisch die richtige Menge ab. Die notwendigen Informationen sind ebenfalls in der ERP-Software hinterlegt und werden nach Einlesen des Barcodes abgefragt. Nach Bearbeitung des Teilauftrags werden alle Bestände im System zurückgemeldet. Dieses ausgefeilte System stellt sicher, dass im Dispositionsbüro jederzeit der Bearbeitungsstand abrufbar ist. Dabei ist die aktuelle Belegung der Galvanikbäder über Online-Schnittstellen nachvollziehbar.

Wesentliche Punkte für die gleichbleibende Bearbeitungsqualität sind auch die Verwaltung der galvanischen Parameter und die Steuerung der Galvanikbäder durch das ERP-System. „Entscheidend ist hierbei die richtige Zugabemenge für die Automaten. Alle Parameter, beispielsweise die Ansteuerung der Pumpen, sind im ERP hinterlegt. Die Zugaben erfolgen vollautomatisch. Und auch hier werden Proben nach Vorgaben entnommen und die Ergebnisse des Analyseautomaten im ERP-System verwaltet“, erklärt Daniel Goebel.

Rückverfolgbarkeit

Die Qualität der Oberflächen von Teilen kann unter Umständen bei Produkten große Auswirkungen auf deren Funktion und Eigenschaften haben. Beispielsweise ist es für die Automobilindustrie unabdingbar, dass auch nach Jahren nachvollziehbar ist, wann und wie ein Teil oder eine Charge galvanisiert wurde. Das niedersächsische Unternehmen stellt daher durch eine automatische Steuerung der Analysen mit Optimierung der Bäder per ERP sicher, dass die Bearbeitungsqualität den Vorgaben entspricht. Pro Fertigungslos werden auf Wunsch Einzelnachweise erstellt und für mindestens zehn Jahre oder länger archiviert. Auch für diese Arbeiten sind alle Daten in abas ERP hinterlegt, die die entsprechenden Nachweise und Begleitpapiere für den Kunden liefern. So ist auch nach Jahrenstets belegbar, mit welchen Qualitäts- und Fertigungsparametern die Aufträge ausgeführt wurden. Anhand von Prüfvorgaben und -plänen werden die Teile im QS-Labor stichprobenartig überprüft. In der Qualitätskontrolle werden dabei unter anderem die Schichtstärken der Oberflächen gemessen. Über eine Schnittstelle werden die Ergebnisse in abas ERP übertragen. Die abas Software bietet offene Schnittstellen, über die eine Anbindung externer Softwareanwendungen für CAD-, CAQ-, BDE- oder EDI- sowie Office-Programme einfach zu realisieren ist. „Die Flexibilität von abas ERP überrascht uns immer wieder aufs Neue: Ein Beispiel hierfür war die geforderte Anbindung an das Logistiksystem Ames-T von Volkswagen. Sie soll eine prozessorientierte Optimierung der Beschaffungslogistik mit den Zulieferern umsetzen und verbindet DV-gestützte Elemente der Disposition mit der Steuerung des Materialflusses“, so Daniel Goebel.

Schlankes und stabiles System

abas ERP läuft bei Galvanotechnik Kessel auf einem Linux-Server, die Clients sind auf Windows-PCs installiert. „Dadurch halten sich die Betriebskosten in Grenzen, denn wir wollen uns keine EDV-Abteilung leisten. Für ein Unternehmen unserer Größenordnung ist ein einfach bedienbares und stabiles System optimal. Kleinere Anpassungen nehmen wir selbst vor, speziellere Aufgaben übernimmt unser Berliner Partner“, sagt Daniel Goebel. Auch die Stabilität des Systems lässt keine Wünsche offen: „Die Hard- und Software-Kombination läuft absolut stabil – in 21Jahren hatten wir nicht einen einzigen Systemabsturz“, betont er. „Das ERP-System löste bei uns ein Sammelsurium von Zetteln und Excel-Tabellen ab. Aus Insellösungen entstand ein effizientes Planungs- und Steuerungssystem, das die Durchlaufzeiten verkürzte und die Produktivität erhöhte.“ kf

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