Interview mit Rainer Downar, Sage

„Software as a Service ist ein globaler Megatrend“

Zehn Jahre ist es etwa her, dass erste Cloud-Computing-Dienste live gingen. Heutzutage etabliert sich die Bereitstellung von Server, Speicher, Datenbanken, Netzwerkkomponenten, Software, Analyseoptionen und mehr über das Internet zunehmend auch im Mittelstand. Rainer Downar, Executive Vice President Central Europe bei Sage, glaubt an das Potenzial der Cloud-basierten Services, wie er SCOPE-Redakteurin Caterina Schröder erklärt.

Rainer Downar, Executive Vice President Central Europe bei Sage, glaubt an das Potenzial der Cloud-basierten Services. (Bild: Sage)

SCOPE: Herr Downar, Glückwunsch zum Sage-Rekordergebnis für 2017. Vor welchen Herausforderungen steht Sage jetzt, wenn Sie auf das kommende Jahr blicken?

Rainer Downar: Auf Basis der Erfolge in den vergangenen zwei Jahren wollen wir uns als führender Anbieter von Cloud-basierten Lösungen für Unternehmen weiter voran entwickeln. Das bedeutet, die bestehenden, in der Praxis bewährten Produkte in die Cloud zu bringen und neue Cloud-Lösungen erfolgreich im Markt zu etablieren. Auf diesem Weg haben wir 2017 mit Sage People für HR und Sage Live wichtige Meilensteine gesetzt. Im kommenden Jahr gilt es diese Erfolge zu bestätigen und auszubauen.

SCOPE: Welches sind Ihrer Einschätzung nach die wichtigsten Markttrends im Mittelstand in 2018?

Downar: Der Trend zu Lösungen aus der Cloud setzt sich mit wachsender Dynamik fort. Immer mehr Unternehmen, auch und gerade im Mittelstand, erkennen Software as a Service als Chance. Dabei geht es vor allem darum, Digitalisierung von Prozessen flexibel und skalierbar zu unter-stützen – und das zu vertretbaren Kosten. Das ist ein globaler Megatrend.

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Außerdem fokussieren die Unternehmen noch stärker auf die Customer Experience (CX). Um eine einheitliche positive Kundenerfahrung zu ermöglichen, nutzen sie immer ausgereiftere Werkzeuge in den Bereichen Mobile IT, Social und Analytics. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Internet der Dinge. Eine sprunghaft steigende Anzahl von vernetzten Geräten macht ständig neue Kundendaten verfügbar. Wer diese Daten mit intelligenten Analyseverfahren auswertet, kann daraus einen optimalen End-to-End-Prozess für Anwender entwickeln. Dabei helfen innovative Technologien zur Vereinfachung des Kundendialogs, wie zum Beispiel Chatbots. Auch in der Fertigung werden Technologien wie der 3D-Druck und die Robotik 2018 große Fortschritte machen. Dabei sind mittelständische Unternehmen sowohl Nutznießer als auch Treiber der Entwicklung.

SCOPE: In welche Richtung wird sich der Cloud-Markt bewegen?

Downar: Das deutlich zweistellige Cloud-Wachstum wird sich noch dynamischer beschleunigen. Einen wichtigen Beitrag dazu werden viele neue Lösungen liefern, die sich in der Cloud etablieren. Dabei nimmt sowohl die Breite des Angebots als auch die Tiefe der Integration in die Unternehmensabläufe zu. Das heißt: Aus Software as a Service werden komplette Prozesse aus der Cloud, die sich als Dienstleistung bei Bedarf einfach und flexibel zukaufen lassen. Damit kommt Business Process Outsourcing auch im Mittelstand an. Wir sehen das bereits am Beispiel der Lohnabrechnung als Service.

SCOPE: Erlauben Sie mir zum Abschluss noch eine persönlichere Frage: Wie groß ist Ihr Vertrauen in die Cloud bezogen auf die private Nutzung?

Downar: Selbstverständlich nutze ich auch persönlich gern die Vorteile von Cloud-Services, etwa um Fotos oder Musik immer verfügbar zu haben. Speicherplatz, Back-up, Datensicherung für alle vernetzten Geräte – das ist wie ein Rundum-Service für private Nutzer, der uns das Leben erleichtert. Zumal die Reduzierung von technischem und administrativem Aufwand den Einsatz neuer Technologien extrem vereinfacht. Genauso selbstverständlich bin ich sensibel, wenn es um private Informationen geht. Jeder sollte für sich entscheiden, welche Daten und Informationen er oder sie öffentlich machen möchte – und welche nicht. Die dafür nötigen Technologien sind bereits vorhanden.

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