Instandhaltung
Potenzielle Brandgefahren frühzeitig erkennen
Mit Hilfe von Infrarotkameras im Spektralbereich von 8 µm bis 14 µm können durch eine kontinuierliche, automatische Temperaturmessung Glimmnester oder Schwelbrände frühzeitig erkannt und bereits vor Ausbruch eines möglichen Brandes mit geeigneten Maßnahmen beseitigt werden. Durch die Eingrenzung auf den Bereich zwischen 8 und 14 µm wird bei Messungen an weiter entfernt liegenden Objekten der Einfluss der Wärmestrahlung der Atmosphäre zwischen Objekt und Kamera minimiert - die Atmosphäre emittiert in diesem Wellenlängenbereich kaum Eigenstrahlung, die die Messung verfälschen könnte. Das Thermografiebild der Pyroview 380L Infrarotkamera wird auf dem Monitor des Brandfrüherkennungssystems in einer Schwarz-Weiß-Skala angezeigt. Dunkle Flächen stehen dabei für kalte Bereiche, helle Flächen für hohe Temperaturen. Die Kamera misst Temperaturen im Bereich zwischen -20 °C bis 500 °C und stellt sie mit einer Auflösung von 384 x 288 Bildpunkten und einer maximalen Auflösung von 50 Hz in Echtzeit dar. Im Alarmfall werden die Bereiche, in denen die zuvor definierte Temperatur überschritten wurde, rot eingefärbt. Der Bediener kann so einen möglichen Brandherd sofort erkennen und brandbekämpfende Maßnahmen auslösen.
Sperrmüllsortierung unter Kontrolle
In Österreich setzt der Umweltdienst Burgenland (UDB) am Standort Oberpullendorf ein Pyrosoft FDS-System als landesweit modernstes Brandmeldesystem in einem Sortierzelt für Sperrmüll ein. Nachdem das Zelt in den vergangenen Jahren bereits zweimal in Flammen stand, entschied man sich zum Schutz der eigenen Mitarbeiter und der Umwelt dafür, den Brandschutz auf den höchstmöglichen Standard zu bringen. Um bereits kleinste Überhitzungen innerhalb des großflächigen Überwachungsbereiches erkennen zu können, ist die Infrarotkamera auf einem Schwenk-Neige-Kopf montiert und die zu überwachende Fläche in unterschiedliche Sektoren aufgeteilt. Diese Bereiche fährt die Kamera mit einer Positioniergenauigkeit von 0,2° an. Ein kompletter Umlauf dauert dabei maximal zwei Minuten. Die Ansteuerung des Schwenk-Neige-Kopfes sowie die Überwachung der digitalen Statussignale wie Kamerafunktion, Stromversorgung, Netzversorgung usw. übernimmt ein intelligentes Bussystem, das über Ethernet Daten mit der Pyrosoft FDS Überwachungssoftware austauscht. Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) sichert den Überwachungsbetrieb in Oberpullendorf auch bei einem Stromausfall für bis zu vier Stunden.
Tag und Nacht im Einsatz
Die Überwachung des Sperrmüllsortierzelts erfolgt ohne Pause, rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Kalendergesteuert werden dabei zwei unterschiedliche Betriebsarten gefahren: Im Tagbetrieb ist die Temperaturgrenze für eine Alarmauslösung mit 300 °C definiert. Zusätzlich besteht tagsüber die Möglichkeit, einen eventuellen Fehlalarm innerhalb von zwei Minuten an der Überwachungswarte abzubrechen, bevor die Feuerwehr alarmiert wird. Im Nachtbetrieb wird beim Überschreiten einer Temperaturgrenze von 80 °C automatisch Alarm ausgelöst, die Feuerwehr informiert und eine im Zelt installierte Sprinkleranlage aktiviert. Sämtliche Wärmebilder sind über das lokale Netzwerk abrufbar und werden auf einen PC in der Warte übertragen, wo sie laufend beobachtet werden können. "Was den Brandschutz betrifft, haben wir mit dieser Investition den höchstmöglichen Standard installiert", sagen die beiden UDB-Geschäftsführer Helmut Löffler und Rudolf Haider. Mit der Brandfrüherkennung via Infrarotkamera könnten unterschiedliche Oberflächentemperaturen sichtbar gemacht und potenzielle Brandherde rechtzeitig erkannt werden. Die Löschkette lasse sich so gerade auch im unbemannten Betrieb rechtzeitig und zuverlässig einleiten und gefährliche Brände verhindern. Im Burgenland ist man deshalb sehr zuversichtlich, zukünftig nicht mehr von einem Brand im Sperrmüllsortierzelt überrascht zu werden. lg









