Interview: Kim Povlsen

Daniel Schilling,

Wachsendes Ökosystem

Auf der Robotik-Messe Automatica nahm sich Universal-Robots-Präsident Kim Povlsen Zeit für ein Interview. Im Gespräch mit INDUSTRIAL-Production-Chefredakteur Daniel Schilling ging es um neue Cobot-Trends, Schweißtechnik und das UR-Partnernetzwerk.

Kim Povlsen sieht die Zukunft der industriellen Robotik in einem Ökosystem kooperierender Firmen mit Universal Robots als Ankerpunkt. Im Hintergrund ist der neue UR20 zu sehen. © WEKA / Daniel Schilling

Herr Povlsen, das erste Mal wieder Automatica nach langer Zeit: Wie ist Ihr Eindruck bislang?

Wir haben uns bewusst entschieden, wieder mit einem großen Stand teilzunehmen – übrigens auch nebenan auf der Analytica-Messe. Unser Partnernetzwerk ist mit dabei, und wir nutzen die Veranstaltung auch, um unseren neuen Schwerlast-Cobot UR20 vorzustellen. Die Resonanz beim Publikum ist bislang sehr, sehr gut.

Wo sehen Sie aktuell eine besonders große Nachfrage beim Einsatz von Cobots und Leichtbaurobotern in der Produktion?

Es gibt viele Bereiche, aber ich möchte einen hervorheben: das Schweißen. Es gibt einen echten Fachkräftemangel bei erfahrenen Schweißern, die zuverlässige Qualität liefern können. Das betrifft nicht nur Deutschland, sondern auch Lateinamerika und andere Kontinente. Leichte Schweißroboter können hier auch kleinen Unternehmen wirklich weiterhelfen.

Haben Sie dafür das entsprechende Know-how bei Universal Robots entwickelt?

Unsere Strategie ist, dass wir uns auf unsere Kernkompetenz, die Roboter, konzentrieren und spezielle Anwendungen unserem Netzwerk von UR-Partnern überlassen, die dann in ihrem Bereich Top-Spezialisten sind. Unsere Partner können dabei immer auf unser Know-how und unsere Unterstützung setzen, wenn es um die Robotik selbst geht. Schweißen ist da ein gutes Beispiel: Welche Bewegungen der Schweißarm ausführt, welches Schweißverfahren für eine Aufgabe eingesetzt wird, das weiß unser Partner, aber wir beraten zum Beispiel bei der Auswahl und Konfiguration des Roboters.

Anzeige

Schlägt sich das auch in neuen Kundengruppen nieder?

Sicher. Wir sehen einen neuen Kundentyp, der betriebsfertige Komplettlösungen sucht, die sich sofort in der Produktion einsetzen lassen. Das können kleinere Unternehmen sein, aber auch größere, die bei der Konfiguration auf unser Partnernetzwerk und uns zurückgreifen. Damit übernehmen wir dann auch die Verantwortung, dass die Komponenten der Komplettlösung problemlos zusammenarbeiten.

Wie sieht das Ökosystem von Universal Robots und seinen Partnern aus?

Universal Robots verfügt zum einen über ein gut ausgebautes Vertriebsnetz weltweit, zum anderen arbeiten wir wie eingangs erwähnt stark mit Systemintegratoren zusammen, die unsere Technologien in ihre eigenen Lösungen einbauen. Wir fungieren dabei dann als OEM. Wir haben großes Interesse daran, dass dieses Umfeld wächst und es eine gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit zum gegenseitigen Nutzen gibt.

Welches Wachstumspotenzial sehen Sie?

Wir gehen davon aus, dass über alle Branchen hinweg bislang nur zwei Prozent der Aufgaben, die von Cobots gelöst werden könnten, tatsächlich auch von Robotern bearbeitet werden. Wir stehen mit den Cobots noch ganz am Anfang und das Potenzial ist enorm.

Welche Trends stehen für Sie auf technologischer Seite in den kommenden Jahren im Mittelpunkt?

Sehr spannend ist gerade die Vision-Technik. Das ist sehr relevant für uns. Im Bereich Sicherheit sind unsere Entwickler schon immer stark engagiert gewesen, das Thema bleibt aber unverändert aktuell. Schließlich sehe ich noch den Bereich Machine Learning beziehungsweise künstliche Intelligenz. Diese drei Themen in Verbindung werden in den kommenden Jahren Cobots zugänglicher und einfacher anwendbar machen und dazu beitragen, dass sich der Markt erweitert.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Vakuumgreifer

Der Cobot greift zu

Cobots sind Helfer, die ordentlich anpacken. Je nach Situation sind unterschiedliche Greifer gefordert. Worauf es bei den verschiedenen Greifereinheiten an Cobots ankommt, zeigt dieser Beitrag.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Greifer

Neue Lösungen für neue Herausforderungen

Auf der Automatica zeigt Schunk neue Wege und digitale Services, mit denen Kunden ihre Aufgaben bewältigen und Produktionsprozesse flexibel und effizient gestalten können – von Life Science bis eMobility, von der Handhabung bis zur robotergestützten...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

ABB Robotics

Roboterbasierte Automatisierung im Fokus

ABB Robotics präsentiert auf der Automatica Roboter, die flexibel einsetzbar sind. ABB-Software zur einfachen Programmierung hilft, dass sich klassische wie auch kollaborative Roboter schnell in bestehende Prozesse integrieren und einfach...

mehr...

Hannover Messe

Festo gibt starke Zahlen bekannt

Die Festo Gruppe hat für das Geschäftsjahr 2021 den höchsten Umsatz ihrer Geschichte erreicht. Nach einem zweistelligen Umsatzwachstum von rund 18 % auf 3,36 Milliarden Euro (Vorjahr 2,84 Milliarden Euro) startete das Unternehmen mit einem...

mehr...

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem INDUSTRIAL Production Newsletter

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite