Schüler zeigen Smart Factory und Industrie-4.0-Projekte
Merz besucht Nachwuchs der Elektro- und Digitalindustrie auf der Hannover Messe
Bundeskanzler Friedrich Merz hat im Rahmen seines Rundgangs über die Hannover Messe den Stand des ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V. besucht und dort Schülerinnen und Schüler der David-Roentgen-Schule getroffen, die ihre Projekte aus dem Umfeld der Industrie 4.0 präsentierten und Einblicke in eine zunehmend digitalisierte Produktionswelt gaben. Im Mittelpunkt des Besuchs stand der Austausch mit den Jugendlichen über ihre Arbeiten und Erfahrungen im Bereich vernetzter Produktion.
Kooperation zur Nachwuchsförderung seit 2013
„Der Besuch von Bundeskanzler Merz zeigt, wie wichtig die Nachwuchsförderung für den Industriestandort Deutschland ist. Die Elektro- und Digitalindustrie ist die Branche mit dem größten Wachstumspotenzial. Um diese Position zu sichern, müssen wir konsequent den Nachwuchs fördern“, sagte Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung. Seine Worte rahmten den Auftritt in einen industriepolitischen Kontext, der von zunehmendem Fachkräftemangel und Transformationsdruck geprägt ist.
Zwischen dem ZVEI und der David-Roentgen-Schule besteht bereits seit 2013 eine enge Kooperation. Im Rahmen des Projekts "Industrie4.0@School" engagiert sich der Verband kontinuierlich in der Nachwuchsförderung. Ziel ist es, die Produktionsweisen der Industrie 4.0 nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern sie interdisziplinär in die schulischen Lehrpläne zu integrieren und damit frühzeitig technologische Kompetenzen zu fördern.
Schüler zeigen selbst entwickelten Co-Roboter und Smart Factory
Wie diese Zusammenarbeit in der Praxis wirkt, demonstrierten die Schülerinnen und Schüler auf der Hannover Messe. Sie präsentierten unter anderem einen selbst entwickelten Co-Roboter, der mithilfe von Bilderkennung verschiedene Materialien identifiziert und damit einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten soll. Darüber hinaus zeigte eine von den Jugendlichen konzipierte Smart Factory vor Ort die Produktion kabelloser Ladegeräte für Messegäste und machte damit industrielle Abläufe in Miniaturform unmittelbar erlebbar.
„Die Hannover Messe ist jedes Jahr ein Highlight für unsere Schülerinnen und Schüler. Für sie ist es motivierend zu sehen, wie Digitalisierung und KI die Produktion verändern – und welchen Beitrag sie hierzu leisten können. Zurück im Klassenzimmer gibt uns die Hannover Messe neue Begeisterung für die Berufe der Elektro- und Digitalindustrie“, sagt Thomas Hennig, Berufsschullehrer und Koordinator an der David-Roentgen-Schule. Schulleiter Dirk Oswald hebt zudem hervor, dass dieses Projekt „eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit der beruflichen Bildung und das Engagement der Lehrkräfte an der David-Roentgen-Schule unter Beweis stellt“.
Auch wenn Ausbildungsberufe in der Elektro- und Digitalindustrie weiterhin gefragt sind, bleibt die Fachkräftesicherung eine zentrale Herausforderung der Branche. Im Jahr 2024 stieg die Zahl der Auszubildenden im Vergleich zum Vorjahr zwar um 3,9 Prozent auf 31.937 Personen, liegt jedoch weiterhin unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie. 2019 waren 33.524 Auszubildende gemeldet, was einem Rückgang von 4,7 Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht.
Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels verschärft sich der Handlungsdruck zusätzlich. Nach Branchenschätzungen müssen in den kommenden zehn Jahren mehr als 200.000 Beschäftigte in der Elektro- und Digitalindustrie ersetzt werden. Industrie und Politik stehen damit gleichermaßen vor der Aufgabe, die technische Ausbildung weiter zu stärken, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland zu sichern.









