Athenyx Robotics

Melanie Steinbeck,

Aachener Start-up überführt KI-Robotik in industrielle Anwendungen

Aus dem Umfeld des Werkzeugmaschinenlabors WZL der RWTH Aachen ist ein neues Technologieunternehmen hervorgegangen: die Athenyx Robotics GmbH. Das Start-up will ein Problem lösen, an dem viele Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz bislang scheitern – den Transfer aus dem Forschungslabor in die industrielle Praxis.

Gründerteam: v.l.n.r. Manuel Belke, Oliver Petrovic und Christoph Susen © Athenyx Robotics GmbH

Gegründet wurde das Unternehmen von Oliver Petrovic, Manuel Belke und Christoph Susen. Alle drei verfügen über langjährige Erfahrung in den Bereichen Robotik, künstliche Intelligenz, Simulation und Produktion, die sie im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Arbeit am WZL erworben haben. Mit ihrer Ausgründung reagieren sie auf einen wachsenden Bedarf in der Industrie: Unternehmen stehen unter zunehmendem Automatisierungsdruck, suchen Antworten auf den Fachkräftemangel und müssen sich in einem verschärften internationalen Wettbewerb behaupten.

Gerade hier zeigt sich jedoch seit Jahren ein bekanntes Dilemma der Branche. Fortschritte in der KI-Forschung sind beachtlich, doch viele Anwendungen bleiben im experimentellen Stadium. Was unter kontrollierten Laborbedingungen funktioniert, erweist sich im rauen Alltag industrieller Fertigung häufig als zu instabil, zu komplex oder schlicht nicht skalierbar.

„Viele KI-Ansätze funktionieren heute sehr gut im Labor, scheitern jedoch an den Anforderungen realer industrieller Anwendungen“, sagt Oliver Petrovic, Mitgründer von Athenyx Robotics sowie Oberingenieur für Automatisierung und Steuerungstechnik am Lehrstuhl für Werkzeugmaschinen am WZL der RWTH Aachen. „Wir adressieren genau diese Lücke, indem wir eine Plattform entwickeln, die lernende Robotik, wahrnehmungsbasierte Systeme und moderne KI-Methoden unter realen Bedingungen zuverlässig zusammenführt.“

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Intelligente Softwarelösungen für Robotersysteme

Der Anspruch des Unternehmens ist ambitioniert: Forschungsergebnisse aus der Robotik sollen nicht länger in wissenschaftlichen Veröffentlichungen verharren, sondern in reale Produktionsumgebungen überführt werden. Neue Einsatzfelder für intelligente Robotik sollen erschlossen und bestehende Automatisierungslösungen weiterentwickelt werden.

Dass die Ausgründung aus Aachen kommt, ist dabei kein Zufall. Das Werkzeugmaschinenlabor WZL gilt seit Jahren als eine der prägenden Institutionen der deutschen Produktionstechnik. Mit Grundlagenforschung, industrienaher Entwicklung und Beratungsprojekten arbeitet das Institut an Lösungen für effizientere Fertigungsprozesse. Zu den Forschungsschwerpunkten zählen Werkzeugmaschinen, Produktionssystematik, Getriebetechnik sowie Informations-, Qualitäts- und Sensorsysteme in der Produktion.

Mit Athenyx Robotics setzt sich nun ein Trend fort, der an deutschen Hochschulen zunehmend an Bedeutung gewinnt: Wissenschaftliche Erkenntnisse sollen schneller in marktfähige Geschäftsmodelle übersetzt werden.

Das Unternehmen entwickelt intelligente Softwarelösungen für Robotersysteme und konzentriert sich dabei auf die Verbindung von Wahrnehmungssystemen, lernbasierten Verfahren und Simulation. Ziel sind robuste Gesamtsysteme, die in industriellen Anwendungen zuverlässig arbeiten.

Die Einsatzfelder reichen dabei über klassische Industrieroboter hinaus. Nach Angaben des Unternehmens sollen die entwickelten Technologien künftig auch auf neuen Plattformen eingesetzt werden – einschließlich humanoider Systeme.

Die Vision dahinter ist groß. Die eigentliche Herausforderung dürfte jedoch darin bestehen, dass Maschinen nicht nur lernen, sondern auch unter den Bedingungen industrieller Realität bestehen müssen. Genau daran entscheidet sich, ob aus technologischem Fortschritt wirtschaftlicher Erfolg wird.

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