Stromverbrauchsdaten erfassen

Siemens liefert Smart-Metering-Lösung nach Österreich

Siemens liefert dem österreichischen Stromversorger Kärnten Netz GmbH und den Stadtwerken Kapfenberg in der Steiermark Hard- und Software für eine Smart-Metering-Lösung zur intelligenten Erfassung von Stromverbrauchsdaten.

Bis Ende 2019 müssen gemäß der österreichischen Einführungsverordnung für intelligente Messgeräte mindestens 95 Prozent der österreichischen Haushalte mit intelligenten Zählern ausgestattet sein. Der Auftrag umfasst ein Gesamtsystem aus intelligenten Messgeräten, sicherer Übertragungstechnik sowie IT-Systemen zur Erfassung und Weiterverarbeitung der Messdaten. Auch die Schnittstellen zur bestehenden Infrastruktur der Kärnten Netz GmbH, zum Beispiel das SAP-System oder das Online-Kundenportal, gehören dazu.

Für das Management der Messdaten wird die Datenzentrale der Kärnten Netz GmbH in Klagenfurt bis Herbst 2016 mit der Smart-Grid-Applikationsplattform EnergyIP von Siemens ausgestattet. Wie eine Datendrehscheibe unterstützt EnergyIP die Integration der beteiligten Systeme – von der Smart-Meter-Infrastruktur bis zum unternehmensweiten ERP-System des Versorgungsunternehmens – und verwandelt Zählerdaten in relevante Informationen für den Betrieb des Versorgers und für dessen Kunden. Ab Herbst werden die ersten 10.000 Smart Meter als Bestandteil einer ersten Tranche von 95.000 zu ersetzenden analogen Stromzählern in Betrieb gehen.

Es besteht eine Option auf den darauffolgenden Gesamtausbau, der rund 345.000 Smart Meter umfassen wird.

Die Datensicherheit für Stromkunden und Netzbetreiber hat in einem Smart-Metering-System höchste Priorität. Siemens wird die Smart-Metering-Lösung gemeinsam mit der Omnetric Group GmbH implementieren, ein Gemeinschaftsunternehmen aus dem Technologie-Dienstleister Accenture und Siemens. Umgesetzt wird dies gemäß den Anforderungen einer durchgehenden Sicherheit und den Smart-Metering-Anwendungsfällen nach den Empfehlungen des Advanced Meter Communication Systems (AMCS) von Österreichs Energie, der Interessenvertretung der österreichischen Energiewirtschaft. Darüber hinaus wird G3-PLC-zertifizierte Übertragungstechnik zum Einsatz kommen. G3 PLC ist ein Übertragungsprotokoll für die Powerline-Kommunikation in Smart Grids, das auf internationalen Standards basiert. Um die Interoperabilität und Austauschbarkeit von verschiedenen Zählerherstellern zu ermöglichen, werden Datenprotokolle eingesetzt, die den Standards der IDIS-Association (Interoperable Device Interface Specification) entsprechen.

Die Stromzähler werden in einer Arbeitsgemeinschaft mit dem slowenischen Smart-Metering-Unternehmen Iskraemeco geliefert. Siemens wird eine neue Smart-Meter-Generation mit G3-PLC-Kommunikationstechnik in die Arbeitsgemeinschaft einbringen. Basis dafür sind die Erfahrungen mit der bereits erfolgreich am europäischen Markt erprobten AMIS-Technik von Siemens. Das Partnerunternehmen liefert in der Arbeitsgemeinschaft ebenfalls interoperable und austauschbare Smart Meter der neuesten Generation mit G3-PLC- und Peer-to-Peer-GPRS-Technik. Siemens und sein Partner sehen die Entwicklung von neuen G3-PLC-Zählern, die Interoperabilität und Austauschbarkeit bieten und nach den Anforderungen des österreichischen Marktes entwickelt werden, als wichtigen Erfolgsfaktor für kommende Smart-Metering-Ausschreibungen von österreichischen Netzbetreibern.

Die Stromdaten werden künftig automatisch abgelesen. Es ist keine Ablesung durch den Stromkunden mehr notwendig; ebenso entfällt das Verschicken von Ablesekarten. Auch entfällt die Anschaffung teurer Scanner, und es gibt weniger Klärungsbedarf bei nicht zu entziffernden Karten. Der Versorger kann kurzfristigere (zum Beispiel monatliche) Rechnungen gemäß dem tatsächlichen Verbrauch ausstellen und Tarifänderungen schneller berücksichtigen. Die Rechnung wird immer entsprechend der tatsächlichen Verbrauchswerte erstellt. Somit gibt es für die Kunden keine Nachzahlungen mehr, die aufgrund von Schätzungen des Stromverbrauchs entstanden sind.

Ein Online-Netzkundenportal bietet einen Überblick über den Stromverbrauch. Im Netzkundenportal stellt die Kärnten Netz GmbH ihren Kunden die individuellen Stromverbrauchswerte über einen zeitlichen Verlauf sowie repräsentative Vergleichswerte zur Verfügung. Der Kunde erhält so einen genauen Überblick über seinen Stromverbrauch und bekommt dadurch einen Hinweis auf mögliche unnötige Stromfresser. Mit Hilfe der genauen Auswertung über den zeitlichen Verlauf des Verbrauchs ist auch eine effizientere Energieberatung möglich. Den Stromversorgern beispielsweise eröffnen die intelligenten Zählern in den Haushalten die Möglichkeit, den Stromverbrauch besser an die momentane Stromerzeugung anzupassen (Demand Response) und ihn aufgrund des genaueren Datenmaterials besser prognostizieren zu können. Zudem wird mit der neuen Datenbasis die Integration erneuerbarer Energiequellen und Speichern ins Netz erleichtert – was letztlich den Verbrauchern zu Gute kommt.

Innovative Smart-Metering-Lösungen gehören zum Angebot der Siemens-Division Energy Management. Als Produktlieferant, Systemintegrator, Lösungs- und Serviceanbieter ermöglicht die Division Stromversorgungsunternehmen und der Industrie die wirtschaftliche, zuverlässige und intelligente Übertragung und Verteilung elektrischer Energie. Das Portfolio reicht von Produkten und Systemen für die Niederspannungs- und Verteilnetzebene, über Smart-Grid- und Energieautomatisierungslösungen bis zu Hochspannungsübertragungssystemen. In mehr als 100 Ländern vertreten, erwirtschaftete die Siemens-Division mit weltweit knapp 53.000 Mitarbeitern im vergangenen Geschäftsjahr, das am 30. September 2015 endete, einen Umsatz von rund 11,9 Milliarden Euro und einen Gewinn von etwa 570 Millionen Euro.

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