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Artikel und Hintergründe zum Thema

Kabelführungen

Klettband statt Kabelbinder

Ordentlich geführte Kabel erleichtern bei der Montage und Instandhaltung von Maschinen und Anlagen vieles. Ein Blick hinter Abdeckbleche und in Gehäuse offenbart die kilometerlangen Leitungen – und die schiere Menge an Cent-Artikeln für deren Befestigung –, die hier verbaut sind. Anstatt Kabelbinder setzt das Maschinenbauunternehmen Hermle auf die innovative Klettband-Befestigungshilfe Hebofix des Herstellers Hebotec, die einfach zu handhaben ist und Aufwand sowie Material spart.

Bei Hermle-Maschinen, wie dem hier abgebildeten 5-Achs- Bearbeitungszentrum C 52 U, werden Kabel und Leitungen nicht nur ordentlich, sondern optisch ansprechend verlegt; im adaptierten Zusatzmagazin (ganz rechts im Bild, doppelt, mit bis zu 325 zusätzlichen Werkzeugplätzen) ist dafür das Hebofix-System im Einsatz. (Quelle: Hermle)

Ordentlich verlegte Kabel sind im Maschinenbau ganz grundsätzlich nützlich – sowohl in der Montage als auch in der Instandhaltung. Auch spätere Erweiterungen oder Automatisierungen werden dadurch vereinfacht, schließlich sind moderne Maschinen immer komplexer, oft vernetzt und deshalb beinahe unzählige Kabel und Leitungen darin verlegt, über die es den Überblick zu behalten gilt. Das Hochtechnologie-Unternehmen Hermle AG geht bei seinen Produkten rund ums Fräsen weit über das reine Ordnung Halten hinaus: „Wir legen allergrößten Wert darauf, dass Leitungen und Kabel an und in unseren Bearbeitungszentren und allem, was dazu gehört, nicht nur ordentlich, sondern darüber hinaus optisch ansprechend verlegt sind“, berichtet Patrick Steuer, Entwickler Elektrokonstruktion und Automatisierung bei Hermle. Wo Kabel und Leitungen in den großen Werkzeug-Zusatzmagazinen zuvor mit Kabelkämmen geführt und jeweils einzeln mit Kabelbindern befestigt waren, setzt das Unternehmen nun das Hebofix-System ein. Die kompakten Kabelbündel sind aus Gründen der elektromagnetischen Verträglichkeit in Leistungs- und Signalleitungen nicht nur getrennt, sondern auch farblich unterschieden. Während mit den Kabelkämmen bis zu zehn Leitungen jeweils einzeln mit einem Kabelbinder fixiert werden mussten, ist die Befestigung mit der Klettband-Lösung denkbar einfach: Ist der Klettbandsockel (KBS) montiert, schneiden die Monteure das Klettband in der erforderlichen Länge zu und schieben es in den KBS ein, wo es automatisch in Zugrichtung fixiert ist; zum Schluss das Kabelbündel mit dem Klettband umschließen, fertig. Bei Bedarf kann das Klettband jederzeit geöffnet, ein Bündel neu zusammengestellt und das Band wieder geschlossen werden. Gegen die Zugrichtung lässt sich das Band im Übrigen einfach herausziehen, sodass es, wenn bei Änderungen die Länge nicht mehr passen sollte, ausgetauscht werden kann.

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Cent-Artikel unter der Lupe

Kabel und Leitungen, selbst empfindliche Sensorleitungen oder Lichtwellenleiter, lassen sich damit schonend, weil einschnürungsfrei, und gleichzeitig sicher bündeln.

Die Vorgabe bei der Kabelführung Ordnung zu halten ist das eine; das andere sind Zahlen. „Wir haben das Handling und den Materialeinsatz beim Verkabeln unserer großen Werkzeug-Zusatzmagazine genau analysiert. Diese Berechnungen belegen ganz eindeutig, dass es sich lohnt, auch einmal vermeintlich unbedeutende Cent-Artikel genau unter die Lupe zu nehmen“, erklärt Steuer. Denn das Ergebnis war, dass sich durch den Einsatz von Hebofix beim Verkabeln 21 Prozent der Arbeitszeit und 7,3 Prozent der Materialkosten einsparen lassen. Diese Magazine können bis zu 462 Werkzeug-Aufnahmeplätze umfassen; allein ihre Größe verleiht ihnen Komplexität. Sie werden beispielsweise von Anwendern benötigt, die – häufig mannlos – automatisierte Anlagen betreiben, auf denen unterschiedlichste Werkstücke diverse Bearbeitungsgänge durchlaufen. Die Maschine ist mit einem solch umfangreichen Magazin für fast alle Eventualitäten gerüstet. Selbst Werkzeuge, die selten eingesetzt sehr lange Standzeiten aufweisen, sind ohne Rüstaufwand ständig einsatzbereit.

Da sich das Klettband austauschen und genau wie die von Hebotec entwickelten Sockelvarianten fast beliebig oft wiederverwenden lässt, ist das System umweltfreundlich. Im Gegensatz zum Wegwerfartikel Kabelbinder, der – einmal zugezogen – aufgeschnitten und dabei zerstört werden muss, entsteht kein Müll. In der konkreten Anwendung bei Hermle, werden zudem weniger Schrauben zur Führung der Kabelbündel benötigt: Denn Hebotec hat die dort eingesetzten KBS eigens so gestaltet, dass sich die standardmäßig verwendete Senkkopfschraubengröße durchgängig für sämtliche verschiedenen KBS-Größen verwenden lässt. Für die Befestigung der KBS auf die Bleche benötigen die Hermle-Monteure nur eine Schraube, mit den Kabelkämmen waren es noch zwei gewesen.

Wird das Hebofix-System nicht direkt montiert, wie es bei Hermle der Fall ist, gibt es diverse KBS, die für die Befestigung auf Aluprofilen, Hut- oder C-Schienen entwickelt sind. Darüber hinaus ist das Hebofix-Material im Vergleich zu den meisten Kabelbindern Schmierstoff- und UV-beständig. Klettband samt Sockel verfügen im Gegensatz zu Metall-, Bügelschellen oder abgeschnittenen Kabelbindern über keinerlei scharfen Kanten. Das schont beim Hantieren nicht nur die Ummantelung von Kabeln und Leitungen, sondern reduziert auch die Verletzungsgefahr für die Monteure. Neben allen anderen Effekten überzeugte das System deshalb nicht zuletzt auch die Mitarbeiter, die tagtäglich damit zu tun haben: „Unsere Monteure berichten, dass die Befestigung mit der Klettband-Lösung nicht nur schneller gehe, sondern darüber hinaus auch einfacher und angenehmer in der Handhabung sei“, so Steuer. Deshalb sind derzeit Planungen im Gange, die Klettband-Lösung umfassend einzusetzen. ee

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