Kreiselpumpe
Robust statt Frust
Umdenken ist angesagt, wenn die eingesetzte Pumpe den Kampf mit den Besonderheiten des Mediums nicht gewinnen kann. Ein Betriebsingenieur in einer Mineralölraffinerie hat den entscheidenden Schritt nicht bereut und eine neue Pumpe von Bungartz eingesetzt.
Gibt es Pumpen, die auch die äußerst problematische Situation beim Abkühlen eines Mineralöl-Konzentrats in den Griff bekommen? Wenn die Beschaffenheit des Prozessmediums schwankt und es während des Abkühlvorgangs zum Anbacken bzw. Ausbilden von harten Verkrustungen kommt, ist guter Rat gefragt. Denn die Prozessbedingungen sind ungewöhnlich: Das Mineralöl-Konzentrat (Dichte 1,3) mit Kristallen ist abrasiv und korrosiv und hat eine hohe Viskosität (bis 150 cP). Bei Temperaturen um die 95 °C neigt es beim Abkühlen zum Zähwerden bzw. Auskristallisieren. Damit und mit dem Betrieb im Vakuum (ca. 300–350 mbar) wurde die bis dato eingesetzte Spiralgehäusepumpe mit einer doppelten GLRD (Cartridge-Bauweise) nicht fertig. Diese Pumpe, vom Anlagenhersteller eingesetzt, fiel zeitweise mehrfach innerhalb von vier bis sechs Wochen aus. Der Grund: mechanischer Verschleiß an der doppelt wirkenden Gleitringdichtung. Das führte zu starken Leckagen. Die Folge: Vakuumverlust im Prozess und erheblicher Produkt-austritt, Betriebsstillstände, Reparaturkosten und zuletzt kam der Tod der Gleitringdichtung.
Bungartz, bekannt als Hersteller von Spezialkreiselpumpen, analysierte den bisherigen Pumpeneinsatz und hatte eine gute Lösung parat: die MPCH Dry Run, eine für die extreme Situation entsprechend konstruierte Kreiselpumpe. „Wir sind der einzige Hersteller, der Pumpen mit permanent trockenlaufender Magnetkupplung anbietet. Egal was vorn im Pumpenkopf gefördert wird, die Sekundärdichtung beziehungsweise die Magnetkupplung bekommen im Betrieb davon nichts mit. In vielen Fällen arbeiten wird dabei mit einer Sperrgasüberlagerung“, so Frank Bungartz, der das gleichnamige Unternehmen in der dritten Generation leitet. Fast alle bekannten Fehlerquellen können durch eine korrekte Auswahl und den Einsatz dieser Pumpen im Vorfeld eliminiert werden.
Die dauerhaft trockenlaufende und druckentlastete Magnetkupplung und die robuste Wälzlagerung mit fettgeschmierten Wälzlagern haben keinerlei Kontakt zum Fördermedium. Sie laufen unter einer Sperrgasatmosphäre. Als Sperrgas genügt hier einfach trockene Luft. Für diesen Spezialfall wurde das Laufrad mit geschlossenen Schaufeln ausgerüstet. Zwischen der Laufradrückseite und der Wellenlagerung befindet sich der vom Sperrgas durchströmte, produktfreie Labyrinthbereich. Diese Absperrung sowie die konstruktive Gestaltung bewirken einen hohen Temperaturgradienten und damit eine niedrigere Lagertemperatur. Die Lebensdauer der Wälzlager beträgt übrigens mehr als 32.000 Stunden. Die MPCH DryRun sorgt für die permanente Umwälzung von bis zu 200 m³/h Ölkonzentrat über einen beheizten Umlaufverdampfer. Auch die Umrüstung (durch standardisierte Anschlussmaße gemäß DIN EN 22858) klappt problemlos. Störungsfrei arbeiten diese Pumpen auch im weltweiten Einsatz. Betriebserfahrungen zeigen, dass sie über mehr als 5 Jahren ohne Wartung auskommen. ee










