Greiftechnik mit IO-Link

Marken-Aufbruch in die Zukunft

Zimmer Group macht Industrie 4.0 praxistauglich. „Sommer-automatic“: Die Marke geht, die Produkte werden zukunftsorientierter.

IO-Link-Greiferserie. (Foto: Zimmer)

Die Marke Sommer-automatic hat Anwender aus der Automatisierungsbranche über Jahrzehnte begleitet, aber nun ist es Zeit, den Blick in die Zukunft zu richten: Die Zimmer Group, ehemals Zimmer Technische Werkstätten, die von jeher die Greifer-, Handhabungs- und Roboterkomponenten mit dem orangefarbenen Logo entwickelt und gefertigt hat, wird ihre Traditionsmarke in der Dachmarke der Zimmer Group aufgehen lassen. Die Produkte, die bislang unter dem vertrauten Logo auf den Markt kamen, werden nun unter der Marke der Zimmer Group auch weiterhin verfügbar bleiben. Die Umstellung soll bis Ende 2016 abgeschlossen sein. Sie betrifft neben den Komponenten selbst auch die Webseite, die Kataloge und den Markenauftritt. Damit schließt die Zimmer Group endgültig den Markenübergang von Sommer-automatic zur Dachmarke der Zimmer Group ab.

Diese Veränderung ist Teil einer ganzen Reihe von strategischen Entscheidungen, mit denen sich die Firmengruppe in den vergangenen Jahren auf die Herausforderungen der Zukunft eingestellt hat. Die Zimmer Group hat dazu ihre internen Strukturen verändert und konsequent auf mechatronische Produkte für die Industrie 4.0 ausgerichtet. Dabei wurden auch die technologischen Kompetenzen der Unternehmensgruppe neu zusammengefasst und in den sechs Technologiebereichen Handhabungstechnik, Dämpfungstechnik, Lineartechnik, Verfahrenstechnik, Werkzeugtechnik und Maschinentechnik gebündelt. Diese Straffung und Neuorganisation der Unternehmensstruktur macht es der Zimmer Group möglich, Synergien zwischen verschiedenen Technologiebereichen besser zu nutzen, Entwicklungsprozesse zu beschleunigen und die Time-to-market zu verkürzen.

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Aufbruch auf ganzer Linie in Richtung Industrie 4.0
Der Übergang von Sommer-automatic zur Dachmarke Zimmer Group steht auch für den Übergang zu Industrie 4.0: Die rein mechanischen Komponenten von früher werden zunehmend mit Sensoren und Steuerungen, quasi mit Intelligenz ausgestattet. Pneumatische Antriebe werden immer häufiger durch elektrische ersetzt, und reine Mechaniklösungen werden zunehmend von intelligenten Mechatronik-Komponenten abgelöst. Die dabei anfallenden Daten werden über Bussysteme an die zentralen Steuerungen übertragen, und die Datenauswertung eröffnet völlig neue Möglichkeiten der Produktionssteuerung.

Hauseigene Steuerungsplattform und Bedienoberfläche für intelligente Komponenten. (Foto: Zimmer)

Die Zimmer Group hat sich schon vor Jahren auf diese Entwicklungen eingestellt und arbeitet zielstrebig auf die vernetzte Fabrikation von morgen hin. Um den Aufbruch in Richtung Industrie 4.0 so einfach wie möglich machen, ist die gesamte Produktentwicklung auf leichte Benutzbarkeit und leichte Integrierbarkeit ausgerichtet. Als einer der Kompetenzführer im Bereich der Industrie 4.0 bietet die Zimmer Group daher ihren Kunden nicht nur ein breites Spektrum an Komponenten, Software und Services, sondern hat auch eine hauseigene Steuerungsplattform entwickelt und stellt eine eigene Bedienoberfläche für intelligente Komponenten zur Verfügung.

IO-Link für die wirklich einfache Anbindung an die Steuerung
Für die Datenanbindung setzt die Zimmer Group auf IO-Link, weil dieses Kommunikationssystem sehr einfach ist und dabei überragende Vorteile bietet. Es dient dazu, intelligente Sensoren und Aktoren an jede übergeordnete Steuerung anzubinden, unabhängig vom Feldbus- und Steuerungssystem. Da nicht nur Signale von der Steuerung an Komponenten wie Greifer und Schwenkeinheiten gesendet werden, sondern umgekehrt auch Daten von der Komponenten an die Steuerung fließen, ist eine umfassende Steuerung und Diagnose der gesamten Anlage möglich. Beispielsweise können wichtige Produktionsparameter wie Greifkräfte oder Zykluszeiten in der laufenden Produktion verändert werden, indem die Steuerung entsprechende Anweisungen erteilt. Im Gegenzug können die Komponenten an die übergeordnete Steuerung eine Fülle von Daten senden, mit denen sich die Produktion, aber auch die Komponenten selbst überwachen lassen.

Beispielhafte Anwendungen auf der Motek 2016
IO-Link ist trotz seiner hohen Flexibilität einfach zu benutzen. Die Einstelldaten der Geräte können wahlweise eingegeben oder geteacht werden. Sie lassen sich zentral abspeichern und einfach auf Geräte mit gleicher Funktion übertragen, was zu einer erheblichen Zeitersparnis bei der Inbetriebnahme führt. Die Komponenten lassen sich im laufenden Betrieb schnell austauschen, und da die Einstelldaten schnell auf die neuen Geräte übertragbar sind, ist ein Maximum an Maschinenverfügbarkeit gewährleistet.

Wie einfach und effizient intelligente Komponenten in IO-Link eingesetzt werden können, wird die Zimmer Group auf der diesjährigen Motek mit zwei beispielhaften Anwendungen zeigen. Dort gibt das Unternehmen einen kleinen Ausblick auf das, was mit Industrie 4.0 möglich ist. Die Messebesucher können hier zum Beispiel erleben, wie verblüffend einfach mit IO-Link in der Praxis gearbeitet werden kann und wie problemlos etwa die Überwachung oder der Austausch einer Komponente vor sich geht.

Die Zimmer Group ist aber nicht nur technologisch aktiv, sondern weitet auch ihr Vertriebs- und Servicenetz auf allen interessanten Märkten systematisch aus. So wurde Anfang 2016 die Präsenz auf dem US-amerikanischen Markt verstärkt und eine neue Niederlassung an der Ostküste gegründet. Sie bietet nicht nur Standardkomponenten und Dienstleistungen aus den sechs Technologiebereichen an, sondern auch Semistandard- und OEM-Lösungen sowie kundenspezifische System- und Sonderlösungen. Auch in Indien entsteht aktuell eine Vertriebsniederlassung, die diesen stürmisch wachsenden Markt mit Automatisierungskomponenten aus der Know-how-Factory und mit dem erforderlichen Support versorgen wird. Damit ist die Zimmer Group praktisch weltweit mit eigenen Niederlassungen oder Vertriebsgesellschaften vertreten – nicht nur in Europa, sondern auch in Nord- und Südamerika sowie in China, Taiwan und Südkorea. pb

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