Hochleistungs-Hebezeug
Saubere Produktion mit 500-Tonnen-Prozesskran
625 Tonnen Prüfgewicht standen im August 2017 beim schwedischen Transformatorenhersteller ABB in Ludvika bereit, um die Endabnahme des neuen Prozesskrans von Köthen mit 125 Prozent der maximalen Nennlast durchzuführen – mit Erfolg. Dem Voraus gingen knapp drei Wochen Vorbereitung und Montagezeit.
Beim Kunden ABB herrschen annähernde Reinraumbedingungen in der Produktion, so dass ein Standardkran für das Projekt nicht in Frage kam. Ein Großteil der technischen Konstruktionen wurde so verbaut, dass kein Abrieb entsteht, der nach unten fallen kann. Der Grund hierfür: Wenn während der Herstellung Verunreinigungen in den Großtransformator gelangen, kann das schwerwiegende Folgen für dessen Funktion haben. Daher schlummern in dem Prozesskran aus Köthen eindrucksvolle Ingenieursleistungen, um den Anforderungen gerecht zu werden: Das Haupthubwerk bewegt Massen bis 500 Tonnen, drei kleinere Hilfshubwerke können jeweils 20 Tonnen heben. Ein Wartungskran mit einer Hubleistung von einer Tonne steht zudem noch zur Verfügung. Diverse Abdeckungen als auch Absaugvorrichtungen fangen den an Seilen, Bremsen und Laufrädern nicht zu verhindernden Abrieb sicher auf und ergänzen das Erscheinungsbild des Krans.
Heben von Asymmetrischen Lasten
Eine besondere Herausforderung lag in der Entwicklung einer speziellen, motorisch verstellbaren Schwerlasttraverse mit einzeln beweglichen Anschlagpunkten, Schwerpunktausgleich und Hakendrehvorrichtung. Dazu ein wenig Theorie: Ein sicherer Lasttransport mittels Traverse ist nur dann gegeben, wenn das Zusammenspiel der Kräfte von Anschlagpunkten, Lastschwerpunkt und Kranhaken bekannt ist. Beim Heben von asymmetrischen Gütern, wird die Traverse ungleichmäßig belastet und führt in der Regel zu einer Schrägstellung des Systems. Größere Schrägstellungen sind nicht nur unzulässig, sondern bei hohen Lasten auch äußerst gefährlich.
Das Ergebnis für den Kunden ist ein Hochleistungs-Hebezeug, das auf die Anforderungen von ABB zugeschnitten ist. Hochfeste und speziell gelagerte Spindelantriebe sorgen für die exakte und individuelle Einstellung der Tragsättel in Längs- als auch für die Breitenverstellung der Traverse in Querrichtung. Eine moderne elektronische Steuerung sorgt sowohl für den Synchronlauf als auch für die sichere Abschaltung der Verstellantriebe in den Endlagen. Die Stahlbauausführung der Traverse ist äußerst robust und verwindungssteif unter allen Einsatzbedingungen.
Alle Einstellungen an der Traverse werden elektronisch vorgenommen, denn manuell im Raster verstellbare Anschlagpunkte, sind zu ungenau und für den Transformatorenbau nicht zweckmäßig. Die sich in Masse, Form und Abmessungen unterscheidenden Transformatoren können so stets in waagerechter Lage transportiert und sicher verladen und mittels des drehbaren Lasthakens in jede gewünschte Position gebracht werden – selbst ein Quertransport lässt sich hiermit problemlos bewerkstelligen. Der Kran als auch die Schwerlasttraverse werden über eine Funkfernsteuerung bedient. Die digitale Lastanzeige erfolgt nicht nur auf dem Funkdisplay sondern auch am Kran – gut sichtbar für das Bedienpersonal.
Bevor ein Kran das Gelände vom Kranbau Köthen verlässt, findet – fast ausnahmslos – eine Werksabnahme statt. Hierbei wird der Kran zusammen mit dem Kunden vollständig begutachtet und getestet. Diese aufwändige Prozedur gehört in Köthen zum Standard und verkürzt die Zeit der Inbetriebnahme der Krananlage beim Kunden. Anschließend wurde der Kran auf mehreren Tiefladern verteilt und nach Schweden transportiert. Ein Teil der Strecke verlief über den Seeweg, sodass die Fährverladung der empfindlichen Fracht unausweichlich war. Unterstützung für das Projekt erhielt Kranbau Köthen von seinem lokalem Vertriebs- und Servicepartner Svenska Lyft AB.
Drei Wochen Montagezeit
Nach nur drei Wochen Montagezeit wurde der Kran übergeben. Nach Demontage des Altkranes wurde die neue Krananlage auf einer Hilfskranbahn am Hallenende montiert. Die anschließende Feinmontage, Inbetriebnahme und Test erfolgten direkt am späteren Einsatzort im Inneren der Montagehalle. Bei der Kranabnahme kam eine spezielle Prüftraverse im Einsatz. Für das Be- und Entladen mit den knapp 30 Tonnen schweren Brammen und deren Abtransport aus der Halle standen nur wenige Stunden zur Verfügung. as











