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Artikel und Hintergründe zum Thema

Automatisiertes Fördersystem für Bürostühle

Nie wieder Stau!

Der international tätige Büromöbelhersteller Sedus Stoll in Waldshut-Tiengen hat im Rahmen eines Modernisierungsprogramms am Standort Dogern eine Rollenfördereranlage für Bürostühle installiert. Das Konzept hierfür kommt von FAB Fördertechnik.

Vertikalförderer auf obere Förderebene.

Für mehr Produktivität hat Sedus die Fertigungs- und Montagebereiche neu strukturiert. Ziel war es, die Endmontage der Bürostühle so effizient wie möglich zu gestalten und einen automatisierten Transport zum Versandbereich sicherzustellen. Dafür sollte ein neues Fördersystem konzipiert werden. Das Transportgut – Bürostühle auf speziellen Trägerplatten aus Holz – erweist sich hierbei als Herausforderung, ebenso die Vorgaben: Im Zwei-Schicht-Betrieb sollen künftig in der Spitze rund 2.000 bis 2.500 Stühle täglich montiert und für den Versand bereitgestellt werden. Das Fördersystem zwischen Montagehalle und Versand sollte von der Decke abgehängt sein und nicht auf dem Boden installiert werden. Und schließlich sollte es unter keinen Umständen zu einem Rückstau von Stühlen aus dem Versand kommen, der bei den Montagemitarbeitern zu Wartezeiten führen würde.

Der sichere und effiziente Transport der Stühle durch die Montagehalle bis zum Versand erfolgt mit einem Rollenförderer-Fördersystem, das 19 Arbeitsplätze in der Montage und zwei Arbeitsplätze im Versand miteinander verbindet. Insgesamt besteht das System aus rund einem Kilometer langen Rollenförderer, 19 Hubstationen, drei Vertikalförderer und zwei S-Förderer. Die Rollenfördereranlage verläuft über die gesamte Strecke der Montagehalle in zwei Doppel-Förderebenen. Die untere bodennahe Doppel-Förderebene sorgt für die Anbindung der Montageplätze. Sie besteht aus einer oberen Ebene für den Transport der Stühle auf Trägerplatten ab den einzelnen Montagestationen. Die Förderebene direkt darunter dient der Zuführung leerer Trägerplatten.

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Die obere Doppel-Förderebene auf rund 3,40 Meter Höhe ist von der Hallendecke abgehängt. Sie umfasst eine obere Förderebene für den Transport der fertig montierten Stühle in Richtung Versandhalle. Die Förderebene direkt darunter dient der Rückführung leerer Trägerplatten. Selbstverständlich ist eine Absturzsicherung zum Schutz vor herabfallenden Teilen installiert. Auf der gesamten Montage-Förderstrecke sorgen drei Vertikalförderer für die Verbindung der unteren und oberen Doppel-Förderebene und stellen somit den Transport zwischen Montagehalle und Versand in beide Richtungen sicher.

Jeder der 19 Aufgabeplätze in der Montagehalle ist mit einer Hubstation ausgestattet. Werker rollen die fertig montierten Stühle bodeneben auf die bereitstehenden Trägerplatten. Dies geschieht aufgrund der abgeschrägten Auflaufprofile der Hubstation ergonomisch und ohne großen Kraftaufwand. Betätigt der Mitarbeiter den Freigabetaster an der Hubstation, wird die beladene Platte 60 Zentimeter angehoben und leicht gekippt, damit die Ladung auf den nachfolgenden Rollenförderer rollt. Von dort erfolgt der Transport der Stühle mit Trägerplatte zum bereichszugeordneten Vertikalförderer. Dieser übernimmt dann die Transporteinheit, hebt sie auf 3,20 Meter an und übergibt sie der oberen Förderstrecke zum Transport in den Versand.

Zwischen Montage- und Versandhalle verläuft die Förderstrecke ausschließlich oben von der Decke abgehängt. Damit ist sichergestellt, dass die Bodenfläche vollständig frei für den innerbetrieblichen Warenverkehr mit Flurförderzeugen genutzt werden kann. Die Stühle auf den Trägerplatten werden auf der oberen Förderstrecke in die Versandhalle gebracht. Dort angekommen, muss die Transporteinheit wieder auf das Niveau 50 Zentimeter abgesenkt werden. Dies geschieht mit einem S-Förderer, der die Trägerplatte mit Stuhl übernimmt und an die Förderstrecke übergibt. Die Konstruktion des S-Förderers ist an die Paternostertechnik angelehnt und ermöglicht im Vergleich zu einem Vertikalförderer eine kontinuierliche, gleichzeitige Aufnahme und Abgabe der Transporteinheiten.

In der Versandabteilung sind zwei unterschiedliche Packbereiche vorgesehen. Die Transporteinheiten werden entweder nach rechts oder links auf die Förderstrecke des jeweiligen Packbereiches ausgeschleust. Von dort erfolgt die manuelle Abnahme der Stühle durch die Versandmitarbeiter. Die leeren Trägerplatten werden über einen zweiten S-Förderer wieder in die obere Ebene und über diese in den Montagebereich transportiert. pb

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