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Artikel und Hintergründe zum Thema

Textildienstleister

Partnersuche im textilen Dschungel

Die Vorteile von Mietkleidung liegen im Schrank: Jederzeit frisch gewaschene Kleidung  – auch mit Schutzfunktion – und die Logistik übernimmt ein Textildienstleister. Ergo steigen Nachfrage und die Anbietervielfalt. Doch nach welchen Kriterien sollten sich Unternehmen den passenden Partner aussuchen?

Berufskleidung mieten bei Mewa

Laut Wirtex, dem Wirtschaftsverband Textil Service, umfasst das Angebot von Textildienstleistern die Beratung, Ausstattung, Pflege und Logistik rund um den Einsatz von Berufs- und Schutzkleidung. Im Idealfall sieht das so aus: Jeder Mitarbeiter erhält mehrere Garnituren, mindestens eine saubere Ausstattung liegt immer bereit. Die getragene Kleidung wird abgeholt, fachgerecht gewaschen und auf Qualität kontrolliert. Beschädigte Teile werden instandgesetzt, verschlissene Teile aussortiert und ersetzt. Die saubere Kleidung wird pünktlich zu vereinbarten Terminen wieder angeliefert. Jeder Mitarbeiter bekommt immer seine eigene Kleidung zurück, Verwechslung ausgeschlossen. Wirtex fasst die Vorteile zusammen: „Die Nutzer erhalten eine gleichbleibende Qualität mit Nachliefersicherheit, auch über verschiedene Unternehmensbereiche mit unterschiedlichen Anforderungen hinweg“.

Textiles Know-how

Die getragene Kleidung wird abgeholt, gewaschen und auf Qualität kontrolliert. Beschädigte Teile werden instandgesetzt, verschlissene Teile aussortiert und ersetzt.

Schutzkleidung mit reflektierenden Eigenschaften, mit Flamm-, Hitze- oder Chemikalienschutz sollte nicht in normalen Haushaltswaschmaschinen gewaschen werden, sie bedarf der besonderen Behandlung. Hier ist die Expertise von Textildienstleistern gefragt. „Nur in der fachgerechten Wäsche mit validierten und speziell auf persönliche Schutzbekleidung abgestimmten Waschverfahren, wie sie Textil Service-Unternehmen anbieten, bleiben die Schutzfunktionen erhalten“, erklärt Wolfgang Quednau, PSA-Experte und Mitglied in Gremien wie ISO, CEN und DIN. Bei Schutzkleidung ist es also fast unmöglich, auf einen Pflegeexperten zu verzichten. Wie kompetent ein Anbieter ist, kann sich schnell herausstellen, wie Quednau erklärt: „Wenn beim ersten Telefonat ohne Nachfragen gleich ein bestimmtes Produkt angeboten wird, sollte man skeptisch werden. Gerade bei Schutzkleidung ist die individuelle Anpassung an den Arbeitsbereich dringend geboten. Ein qualifizierter Berater fragt nach und inspiziert den Arbeitsplatz vor Ort, gemeinsam mit dem für Arbeitsschutz Verantwortlichen“. Auch die Wartung und Nachrüstung des Gewebes sollte durch geschultes Personal durchgeführt werden, damit die Schutzfunktion der Kleidung auch nach dem Waschen gegeben ist. Diese Aspekte sollten vertraglich festgehalten werden.

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Kein Versteckspiel mit den Kosten

Wenn das Leistungsspektrum geklärt ist, stellt sich die Frage nach den Kosten. Welche Leistungen sind bereits im Preis inbegriffen und welche werden nachträglich in Rechnung gestellt? Ein auf den ersten Blick günstiges Angebot wird zur Milchmädchenrechnung, wenn später jede Anpassung extra berechnet wird. Ein potenzieller Kunde sollte prüfen: Sind Reparaturen im Preis enthalten oder kosten sie extra? Wird die Kleidung bei einem Mitarbeiterwechsel oder bei der Änderung der Konfektions-größe kostenlos ausgewechselt? Auch die Ausstattung der Kleidungsstücke mit Firmenlogo oder Mitarbeitername – ein Service, den die meisten Textildienstleister anbieten – ist nicht immer im Preis enthalten. Das alles gilt es vor Vertragsabschluss zu klären.

„Der Markt der textilen Dienstleistung erzielt heute in Deutschland ca. 3,5 Milliarden Euro Umsatz. “ Jürgen Gerdum, Mewa-Vorstandsmitglied

Neben den „harten Fakten“ gibt es noch einen weiteren Aspekt, der einen guten Textilservice kennzeichnet: die persönliche Betreuung vor Ort. Im direkten Kontakt sind die individuellen Bedürfnisse besser zu ermitteln und es entsteht ein vertrauensvolles Verhältnis – eine wichtige Basis für eine langfristige Zusammenarbeit. Aus diesem Grund entscheiden sich viele Unternehmen für regionale Anbieter. Sie vermitteln ihnen das Gefühl, aus der Nähe versorgt zu werden. Doch auch große Anbieter, die sich auf internationale Strukturen und Kapazitäten stützen können, setzen auf intensive Kundenbetreuung. „Bei uns hat jeder Kunde, ob groß oder klein, sein persönliches Betreuungsteam: Es gibt den externen Kundenberater, der den Kunden besucht, den Service-Fahrer, der vor Ort bei jeder Anlieferung die Ohren aufhält, ob alle zufrieden sind und den internen Kundenbetreuer, der die Wünsche des Kunden schnell umsetzt“, erklärt Jürgen Gerdum, Vorstand bei Mewa, einem der führenden Textildienstleister europaweit.

Wie gut die schnelle Umsetzung der Kundenwünsche funktioniert, berichtet Thomas Maasberg, Niederlassungsleiter der Remag AG in Heimstetten: „Wenn man heute drei Leute neu einstellt, ist morgen die Kleidung da. Das ist wichtig für den Einstieg der neuen Mitarbeiter, man fühlt sich gleich dazugehörig und im Team aufgenommen.“ Bereits seit zehn Jahren stattet Remag ihre Mitarbeiter in den Bereichen Stahlverarbeitung und Bewehrungstechnik mit Berufskleidung von Mewa aus.

Besser mal testen

Bevor ein Betrieb sich für einen Dienstleister entscheidet, sollten die Mitarbeiter die Kleidung Probe tragen und ausführlich testen. Das empfiehlt der Wiesbadener Textildienstleister und bietet mehrwöchige, zum Teil mehrmonatige Tragetests für Schutzkleidung an. Warum? „Ein Arbeitgeber sollte nie vergessen, dass es mit der Anschaffung von Schutzbekleidung nicht getan ist. Selbst wenn die Kleidung theoretisch die Normen erfüllt, kann sie ungeeignet für den Arbeitsplatz sein“, erklärt Silvia Mertens, Diplom-Ingenieurin für Bekleidungstechnik und im Product Management bei Mewa tätig. „Nur im Praxistest lässt sich herausfinden, ob die Schutzkleidung wirklich die geeignete ist. Daher bieten wir potentiellen Kunden Tragetests an.“ cs

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