Smart Metering

Energiedaten intelligent managen

Immer häufiger investieren Unternehmen in regenerative Energien und arbeiten daran, einen Großteil ihres Stroms, etwa durch Photovoltaikanlagen, selbst zu erzeugen. Die Einbindung regenerativer Energiequellen stellt das Smart Grid jedoch durch immer größere Lastschwankungen vor Herausforderungen, die es auszugleichen gilt. Basis dieses Lastmanagements ist ein intelligentes Energiedatenmanagement, bei dem Smart Meter eine wichtige Rolle als Katalysator für den Umbau des Strommarktes spielen.

Das Engagement von Unternehmen für ressourcenschonendes und energieeffizientes Handeln ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Dies belegt auch eine Studie, die 2011 von der Deutschen Energie Agentur (dena) durchgeführt wurde. 79 Prozent der befragten Unternehmen gaben darin an, in den letzten Jahren Maßnahmen zur Verringerung des Energieverbrauchs durchgeführt zu haben. Auch die Praxis zeigt: Immer häufiger investieren Unternehmen in regenerative Energien und arbeiten daran, einen Großteil ihres Stroms selbst zu erzeugen.

Diese Entwicklung lässt sich insbesondere an neu eröffneten Supermärkten großer Handelsunternehmen nachvollziehen, die die Dächer ihrer Filialen mit Solaranlagen ausstatten. In Kruft nahe Koblenz wurde am 14. Juni 2012 ein Edeka-Markt eröffnet, der über eine Photovoltaik- und Wärmerückgewinnungsanlage verfügt. Die Filiale ist Bestandteil eines übergreifenden Konzepts zur Förderung erneuerbarer Energien, in dessen Rahmen Märkte und Lager des Handelskonzerns mit Anlagen von insgesamt rund 40.000 Quadratmetern ausgestattet wurden. Diese erzeugen jährlich etwa vier Millionen Kilowatt Strom, der auch in das öffentliche Energienetz eingespeist werden kann. Das entspricht etwa dem durchschnittlichen Stromverbrauch von 1.500 Haushalten pro Jahr.

Diese Einbindung regenerativer Energiequellen stellt das Smart Grid jedoch durch immer größere Lastschwankungen vor Herausforderungen, die es intelligent auszugleichen gilt. Deshalb ist für ein stabiles Stromnetz die Harmonisierung von Stromerzeugung, -verbrauch sowie Energiezwischenspeicherung zukünftig von großer Bedeutung. Basis dieses Lastmanagements ist ein intelligentes Energiedatenmanagement, bei dem Smart Meter eine wichtige Rolle als Katalysator für den Umbau des Strommarktes spielen.

Smart Metering - Chancen für Unternehmen

Die intelligenten Stromzähler sind nicht nur für das zukünftige Smart Grid essentiell, sie bieten darüber hinaus auch für die Unternehmen einen entscheidenden Mehrwert wenn es darum geht, den eigenen Energieverbrauch bedarfsgerecht und vor allem zeitnah zu kontrollieren. Von großer Bedeutung ist dies beispielsweise für die Schwer- und Konsumgüterindustrie, die Produktionszyklen besser planen und ihre Anlagen mit geringeren Energiekosten betreiben kann. Darüber hinaus können mit Hilfe der Smart Meter-Technologie die Lastverläufe der verschiedenen Standorte mit einem Verbrauch unter 100.000 kWh proJahr auch auf eine Bandlast-Lieferung hin überprüft werden. Dabei wird die Menge Strom ermittelt, die rund um die Uhr verbraucht wird. Dies ist etwa bei Industrieanlagen oder Funkmasten von Mobilfunkbetreibern der Fall. Die Nutzung von Zeiten, in denen weniger Strom verbraucht wird, garantiert den Unternehmen einen erheblichen Kostenvorteil. Für Filialunternehmen ist es besonders interessant zu ermitteln, welcher Standort mehr oder welcher weniger Strom verbraucht. Des Weiteren können administrative Prozesse beim Jahresabschluss mittels einheitlicher Stichtagsabrechnung vereinfacht werden - und das über mehrere Unternehmensstandorte und Netzgebiete hinweg.

Neben einem Vergleich des Stromverbrauchs unterschiedlicher Standorte bietet Smart Metering für Unternehmen auch die Möglichkeit einer "Untermessung". Beim sogenannten Submetering werden intelligente Zähler auch innerhalb des Unternehmens an relevanten Stellen wie beispielsweise verschiedenen Produktionsanlagen installiert und nicht nur am Netzanschlusspunkt. Diese ermöglichen ein effektives Energie- und Kostenmanagement auch für die Bereiche Wasser, Druckluft, Kühlung oder Wärme etwa in größeren Industrieparks. Die Steuerung dieser Prozesse erfolgt bislang über Submeter, die die Unternehmen selbst auslesen und warten müssen. Ziel sollte es jedoch sein, die Daten der Submeter über den Smart Meter mit Hilfe von IT-Plattformen darzustellen.

Über ein geschütztes Webportal ist es für Unternehmen jederzeit möglich, alle gesammelten Messdaten der einzelnen Standorte abzurufen, einzusehen und zu vergleichen, bis zur letzten Viertelstunde des Tages aktuell. Es wird darüber hinaus schon an Lösungen gearbeitet, die eine Visualisierung sekundengenauer Echtzeitlastgänge und historischer Daten auch auf mobilen Endgeräten oder einer Inhome-PC-Software ermöglichen.

Herausforderung Energiedatenmanagement - Wegbereiter für ein breites Serviceangebot

Für die Erfassung und Darstellung des Energieverbrauchs ermitteln und verarbeiten ausgefeilte IT-Plattformen täglich Millionen von Messdaten. Sie bilden das Herzstück der zukünftigen Energieversorgung und liefern wertvolle Erkenntnisse für die Steuerung von Verbräuchen. Unerlässlich für die Steuerung dieses Energiedatenvolumens ist eine Gesamtlösung mit einer Plattform, die alle für die Energiebranche relevanten Anwendungen unterstützt. Diese muss in der Lage sein, Verbrauchs- und Tarifinformationen zusammenzuführen, die Einspeisung mit Förderentgelten zu fusionieren, unter Umständen den Eigenverbrauch zu optimieren und so neue Services zu ermöglichen. Hierfür wird eine Vielzahl von Informationen basierend auf einer Quelle - dem Smart Meter - für unterschiedliche Berechtigte aufbereitet.

Damit Unternehmen die Daten mehrerer Zähler filtern oder sortieren können, ist es wichtig, diese vorab zu verdichten und mittels spezifischer Dateninterpretation aufzubereiten. Auch für Energievertriebe können die Daten so aufbereitet werden, dass diese ihren Kunden neue Strom- und Gasprodukte anbieten können. Gleichzeitig lassen sich die Messdaten für den Vertrieb zur monatlichen Verbrauchs- und Kostendarstellung oder für Netzbetreiber zur jährlichen Netznutzungsabrechung sachgerecht verwenden. Wichtig ist hierbei, dass alle Beteiligten nur diejenigen Daten einsehen können, für die sie auch eine Berechtigung haben - und das bei gleichbleibend hohen Sicherheitsstandards. Um diese zu erfüllen, hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im vergangenen Jahr ein Schutzprofil für Smart Meter entwickelt. Die E.ON Metering GmbH geht hier noch einen Schritt weiter: Ein Server, der die gesammelten Daten speichert, steht zum Beispiel in einem firmeneigenen Rechenzentrum. Auch für Energievertriebe können die Daten so aufbereitet werden, dass diese ihren Kunden neue Strom- und Gasprodukte anbieten können. Darüber hinaus ist ein eigens zuständiger Sicherheitsbeauftragter bei allen Entwicklungen, die die Plattform betreffen, eingebunden.

Um Unternehmen als wichtige Marktteilnehmer in das zukünftige Smart Grid zu integrieren, ist eine intelligente kommunikative Vernetzung aller Beteiligten essentiell. Datenmanagementplattformen dienen als "Informations- und Kommunikationsdrehscheibe" und helfen dabei, Stromerzeugung und -verbrauch zu steuern. Umfragen zeigen, dass der Umbau des heutigen Stromnetzes hin zum Smart Grid technisch auf einem guten Weg ist und bereits jetzt auch bei Industrie- und Gewerbeunternehmen auf großes Interesse stößt. Nun gilt es, den Roll-out von Smart Metern voranzutreiben, um die nötige stabile Infrastruktur für das Smart Grid zu implementieren. kf

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