Luftabsaugung am Arbeitsplatz
Die Luft ist rein
Bei der Reparatur fehlerhafter Automobil-Elektronik werden Schadstoffe durch die Bearbeitung und das Löten der Baugruppen freigesetzt. Mit einem Luftabsaug-System schützt ein Reparaturbetrieb seine Mitarbeiter nachhaltig vor den entweichenden Luftschadstoffen.
Mittlerweile befinden sich in jedem Mittelklassefahrzeug rund 20 Steuergeräte, während in modernen Oberklassemodellen bereits über 100 Steuerteile verbaut sind. Mit der steigenden Anzahl an Bauelementen zur Steuerung und Regelungen mechanischer, pneumatischer oder elektronischer Funktionen in Kraftfahrzeugen wächst auch die Zahl der Ausfälle, was unweigerlich mit einem Werkstattbesuch endet. Oftmals reicht ein Software-Update zur Wiederherstellung aller Funktionen aber nicht aus. Dann muss das Steuergerät repariert werden, was im Regelfall preislich attraktiver als ein Neuerwerb ist.
An dieser Stelle kommt die Firma Glaubitz aus Zittau ins Spiel. Das Unternehmen hat sich seit 1996 als Anbieter von Fahrzeugelektronik-Reparaturen etabliert. Heute kümmern sich rund 100 Mitarbeiter um die funktionale Wiederherstellung von etwa 900 unterschiedlichen Gerätetypen. Die Palette reicht von Motor- und Getriebesteuergeräten über Klimabedienteile und Servolenkungen bis hin zu Luftmassenmessern, Zündverteilern oder sogar Oldtimer-Elektronik. Mittlerweile beliefert Glaubitz mehr als 30.000 Kunden weltweit – vorrangig Automobilwerkstätten.
Reparaturen von Steuergeräten stellen nicht nur eine zeitwertgerechte Alternative zum Neuteil dar, sondern bieten eine Möglichkeit der Absicherung gegen Fehldiagnosen, da rund 15 bis 20 Prozent der eingeschickten Geräte fehlerfrei sind. Zusätzlich bietet sich der ECU (Electronic Control Unit)-Service an, wenn beispielsweise keine Neuteile mehr am Markt verfügbar sind.
Je nach Gerätetyp dauert die Reparatur zwischen ein und vier Werktagen. Da die Steuergeräte immer komplett mit Gehäuse geliefert werden, müssen diese in vielen Fällen aufgefräst oder Schutzlackierungen sowie Vergussgele entfernt werden. Klassischerweise bestehen die Steuerteile aus PCB-Platinen, werden jedoch in immer größerer Anzahl auf Keramikträgerbasis gefertigt. Jedes Steuergerät wird an einem speziell eingerichteten Arbeitsplatz, einem Prüfstand, bearbeitet. An diesem Prüfstand erfolgen eine optische Überprüfung, ein Eingangstest, Fehlersuche, Reparatur mit 24 Monaten Gewährleistung und ein Ausgangstest.
Schadstoffe in der Luft
An fast 50 Prüfplätzen werden daher täglich Fräs-, Bohr- und Lötarbeiten durchgeführt, die allerdings einen unangenehmen Nebeneffekt verursachen: luftgetragene Schadstoffe wie Lötrauch oder feinste Stäube. Je kleiner die aufgewirbelten Partikel, desto schädlicher, denn sie können nicht nur Atemwegs- oder Hirnerkrankungen bei Mitarbeitern verursachen, sondern auch die Funktion der reparierten Steuerteile beeinflussen. Wenn sich beispielsweise Aerosole oder Lösemittelreste im Lötrauch auf den elektronischen Bauelementen absetzen, können sie die Leitfähigkeit der Bauteilanschlüsse beeinträchtigen oder Korrosion verursachen.
Ab dem Jahr 1998 sollten Ventilatoren/Lüfter und geöffnete Fenster für frische Luft sorgen. Das erwies sich auf Dauer aber als unpraktikable Lösung, weswegen sich die Verantwortlichen bei Glaubitz Gedanken zur effektiven Luftreinhaltung machten. Primäres Anliegen war der Mitarbeiterschutz. Aufgrund relativ kleiner Arbeitsräume breiten sich Schadstoffe recht schnell aus. Zudem bestehen gesetzliche Vorgaben, etwa die der Berufsgenossenschaften, welche die maximale Partikelbelastung an Arbeitsplätzen reglementieren.
2009 wurde ein Absaug- und Filtergerät vom Typ LRA 1000 zur Beseitigung von Lötrauch angeschafft. Davor hatte das Unternehmen verschiedene Anbieter von Absaug- und Filteranlagen kontaktiert und evaluiert. Den Zuschlag bekam ULT aus dem benachbarten Löbau. „Die geografische Nähe hat bei der Auswahl des geeigneten Anbieters eine untergeordnete Rolle gespielt“, erklärt Andreas Ullmann, Geschäftsführer von Glaubitz. „Das Preis-Leistungs-Verhältnis und die sehr gute Beratung bei der Erstanschaffung haben mich damals überzeugt.“
Die Filteranlage wurde und wird als zentrale Absaugung betrieben, die über eine Verrohrung mit rund 25 Arbeitsplätzen verbunden ist. An jedem Arbeitsplatz befindet sich ein Absaugarm vom Typ Alsident 50 in ESD-Ausführung, um eine Erfassung der Schadstoffe an deren Quelle zu gewährleisten. Im Jahr 2016 kam eine zweite Absauganlage des gleichen Typs hinzu, die an derzeit 12 weiteren Prüfplätzen für saubere Luft sorgt. Beide Anlagen laufen über den kompletten Arbeitstag. Wenn die Absaugung an den jeweiligen Arbeitsplätzen nicht benötigt wird, kann der entsprechende Mitarbeiter die Luftabfuhr durch eine Drosselklappe im Absaugarm stoppen.
Eine Ausnahme besteht in dem Bereich, wo Kombiinstrumente bearbeitet und repariert werden. Hier fallen sehr geringe Mengen an Lötrauch an, weshalb auf die zentrale Absaugung verzichtet wird. An ihrer Stelle werden zwei mobile Kleingeräte vom Typ LRA 200 eingesetzt, welche für die Schadstoffbeseitigung an jeweils drei Arbeitsplätzen sorgen.
Über Jahre bewährt
Bauleiter Michael Kaplan, verantwortlich für Gebäudetechnik, resümiert: „Nach sechs Jahren völlig störungsfreien Betriebs unserer ersten LRA 1000 fiel die Entscheidung für die Anschaffung einer weiteren Anlage sowie von zwei kleineren LRA 200 sehr leicht. Die zuverlässigen und wartungsarmen Geräte sind für uns die ideale Möglichkeit, die geforderten Arbeitsschutzbestimmungen umzusetzen.“ Bisher gab es mit den Absauganlagen keinerlei Probleme – weder beim Betrieb noch bei Wartungsarbeiten. „Die einfache Bedienung sowie die geräuscharme Arbeitsweise der ULT-Anlagen haben sich im täglichen Einsatz bewährt“, fügt Friedrike Föst, Teamleiterin Löttechnik, hinzu. Alles in allem sieht man zufriedene Gesichter nicht nur bei den Verantwortlichen für Arbeits- und Gesundheitsschutz. Auch die Mitarbeiter an den Prüfständen, die Aufträge aus ganz Europa bearbeiten, atmen frei durch.
Stefan Meißner, Leiter Unternehmenskommunikation ULT / am










