Palettierpressen für Späne

Mehr Geld aus Spänen

Im idyllischen Schwarzwald fräst BBS Motorsport aus Magnesium- oder Aluminiumblöcken Leichtmetallräder für Rennwagen und edle Limousinen. Um das „Nebenprodukt Späne“ in den Griff zu bekommen, setzt das Unternehmen auf sortenreine Brikettierung und Kühlmittelrückgewinnung. BBS-Motorsport aus Haslach im Kinzigtal gehört zu den bekanntesten Entwicklern und Herstellern von Leichtmetallrädern.

Seit über 40 Jahren fahren Rennteams in aller Welt mit BBS Rädern vorn mit. Und wenn etwas extremsten Anforderungen standhält, bewährt es sich natürlich auch im Alltag auf der Straße – auch Straßensportwagen und Oberklassenfahrzeuge laufen auf den extrem leichten BBS-Rädern. Viele Automobilhersteller lassen hier exklusive Serien, vorwiegend für Fahrzeuge im oberen Preissegment, herstellen.

Die 2012 neu errichtete Fabrikation nutzt einen hochmodernen Maschinenpark und überrascht durch eine fast sterile, saubere Arbeitsumgebung. Aus ca. 40 Kilogramm schweren Magnesium- oder Aluminiumblöcken fräsen CNC-Maschinen knapp 8 Kilogramm leichte Räder. Das Nebenprodukt der federleichten Felgen sind jeweils 32 Kilogramm Metallspäne und einige Liter Kühlflüssigkeit. Die Serienproduktion der Räder erzeugt bei BBS täglich circa eine Tonne hochwertiger Span-„Abfälle“.

Wertvolles Nebenprodukt

Die sortenreine Brikettierung der Späne erhöht die Recycling-Erlöse erheblich. Da Metallbriketts sich fast verlustfrei wieder einschmelzen lassen, erzielen z. B. Aluminiumbriketts einen Mehrerlös von ca. 0,15 Euro/Kilogramm. Die zusätzliche Kühlmittelrückgewinnung bei der Brikettierung minimiert Kühlmittelkäufe und senkt die Entsorgungskosten erheblich. Diese oftmals vernachlässigten Erlöspotenziale machen die Metallbrikettierung zur Chefsache und aus dem eher lästigen Recycling ein gewinnbringendes Profitcenter.

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Mit Höcker Polytechnik aus dem niedersächsischen Hilter a. T. W. steht BBS-Motorsport ein Partner mit enormen Branchen-Know-how zur Seite. Die durchsatzstarken hydraulischen Brikettiermaschinen der Baureihe iSwarf von Höcker werden von metallverarbeitenden Industrieunternehmen, Maschinenbauern und auch Automobilzulieferern eingesetzt. Sie überzeugen im täglichen 24-h-Einsatz durch ihren wartungsarmen Automatikbetrieb, der kompakten Bauweise, einer Hydraulikleistung von 4 kW bis 11 kW und vielen anwendungsspezifischen Modifikationsmöglichkeiten. Seit Frühjahr 2014 setzt auch BBS-Motorsport Höckers BrikStar-iSwarf-440-Brikettiermaschine erfolgreich ein.

Roman Müller, Geschäftsführer CTO von BBS Motorsport, dazu: „2012 starteten wir unsere Produktion in den neuen Werkshallen. Mit dem steigenden Produktionsvolumen stieg natürlich auch das Spanaufkommen. Wenn wir von Metallspänen reden, sprechen wir auch immer von barem Geld. Aluminium und Magnesium sind bei Schrotthändlern zwar sehr beliebt, aber als Span schwierig zu verwerten. Das schlug sich in verminderten Recycling-Erlösen nieder. Und bei unserem Spanaufkommen ist jeder Cent pro Kilogramm entscheidend. Wir brauchten eine sinnvolle Inhouse-Lösung, um Metallbriketts in Eigenregie produzieren zu können. Unser Platzangebot in Produktionsnähe war beschränkt, und wir konnten bei der Leistung keine Kompromisse machen. Wir haben ausgiebig den Markt für Brikettiermaschinen sondiert und waren froh, mit der BrikStar iSwarf von Höcker Polytechnik einen äußerst kompakten und leistungsstarken Spanbrikettierer gefunden zu haben. Nach einem Jahr im Dauereinsatz mit über 100 Tonnen Aluminium- und Magnesiumbriketts in bester Qualität und einem hocheffizienten Kühlmittelrecycling wissen wir, dass diese Entscheidung die richtige war. Das Brikettieren rechnet sich für uns, die Lagerung wird erheblich vereinfacht und die Umwelt wird geschont.“

Minimaler Platzbedarf

Um den speziellen Anforderungen von BBS Motorsport gerecht zu werden, entwickelte Höcker Polytechnik eine modifizierte BrikStar-iSwarf-440-Ausführung. Auf nur 20 Quadratmetern arbeitet heute die kleine iSwarf-Brikettfabrik als doppelstöckige Lösung mit manueller Befüllung. Sie ist leicht von den Mitarbeitern zu erreichen und die getrennten Zuführungen für die Aluminium- oder Magnesiumreste sorgen für sortenreine Briketts. Alle zwölf Sekunden fällt während des automatischen Betriebes ein Metallbrikett in die großen Bigbag-Säcke, und die ölhaltige Kühlflüssigkeit wird in großen Tanks gesammelt. Das Volumen der Späne wird durch die Brikettierung auf 20 % reduziert (Materialien mit niedriger Schüttdichte lassen sich auf bis zu 4 % verdichten), teure Lagerflächen werden optimal genutzt, der Recycling-Aufwand minimiert und die leicht entzündlichen Magnesiumspäne lassen sich in Brikettform gefahrlos lagern.

Die herausfallenden Briketts erzeugen für unkundige Ohren einen einfachen Klonk-Sound, für den Anlagenbetreiber ist es jedoch ein liebgewonnenes Ka-Tsching-Geräusch. Jedes Brikett verdient Geld! kf

Höcker Polytechnik auf der EMO: Halle 6, Stand J02

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