Spannsysteme
Spannvorrichtungen einfach konstruieren
Seit über 70 Jahren fertigt und entwickelt Zulieferer Erwin Halder hochwertige Normalien. Neben Bedienteilen, Maschinen- und Vorrichtungsteilen, Basiselementen und Maschinenelementen sind Spannelemente ein zentraler Bereich in der Produktpalette. Deshalb weiß man in Achstetten-Bronnen nur zu gut, dass Konstrukteure mitunter nur wenige Wochen haben, um die möglichst seriennahe Fertigung eines Prototyps auf die Beine zu stellen. Da zählt dann jede Minute, die zum Beispiel bei der Konstruktion der Vorrichtung eingespart werden kann. Die passende Spannvorrichtung soll sich möglichst schnell und einfach, also ohne langwieriges Suchen von Komponenten konstruieren lassen. Dieses Ziel vor Augen, beauftragte Halder die Cadena Konstruktions-, Softwareentwicklungs- und Vertriebs-GmbH damit, einen "Vorrichtungs-Butler" zu entwickeln.
Das Ergebnis dieser Arbeit ist kein Mensch, sondern eine Software und, genauer gesagt, eine Weiterentwicklung des bekannten Halder-Baukastens. Sie ist integriert in das Lieferantenportal von Cadenas, Part Community, und auch als Add-on für Cadenas Part Solutions für das strategische Teilemanagement erhältlich. Das Ziel ist klar definiert: Der Vorrichtungs-Butler soll den Betriebsmittel-Konstrukteur dabei unterstützen, rasch Baugruppen aus dem Angebot des Normalien-Lieferanten zu erstellen. Dazu ermittelt das System auf Basis der Vorgaben vollständige Baugruppen bestehend aus Normalien und Systemteilen der Vorrichtungssysteme von Halder. Andreas Binder, Produktbereichsleiter Werkstückspannung des Unternehmens, sagt: „Mit Hilfe dieser Konfigurator-Software lässt sich auch eine komplexe Spannvorrichtung innerhalb von wenigen Stunden in 3D konstruieren – und das nur auf Basis der 3D-Daten des Rohteiles. So kann die Vorrichtung gefertigt und aufgebaut werden, bevor das Fertigteil überhaupt im Haus ist. Zudem muss der Konstrukteur sich nicht mehr mühsam die einzelnen Spannkomponenten aus dem Katalog suchen und sie für den Einkauf zusammentragen. Das macht der Vorrichtungs-Butler automatisch. Eine enorme Zeiteinsparung!“ Überdies ermöglicht das System die Maschinenprogrammierung des Fertigteils – schon mit Störkonturen der Vorrichtung.
Die konstruktive Arbeit mit dem Butler ist recht einfach. Zuerst legt der Konstrukteur einmalig fest, ob die Vorrichtung auf einem Nutsystem (V40 / V70) oder auf einem Lochsystem (L12 / L16) von Halder basiert. Im zweiten Schritt entscheidet er je Spannpunkt, ob das Werkstück gestützt, gespannt oder positioniert wird. Weiterhin gibt er die notwendigen Funktionsmaße, wie beispielsweise den Abstand von der Grundplatte zum Spannpunkt, in das System ein. Auf Basis dieser Daten ermittelt das System die erforderliche Stückliste aus den Bauteilen des Unternehmens und erstellt eine 3D-Vorschau, damit der Konstrukteur die Baugruppe auf ihre Plausibilität prüfen und bei Bedarf anpassen kann.
Passt der Vorschlag zu den Vorstellungen des Anwenders, so kann er über die Cadenas Downloadfunktion die Daten an sein CAD-System übergeben. Die Software ist in allen gängigen CAD-Programmen anwendbar. Abschließend muss er dann nur noch die Baugruppe in der Vorrichtung positionieren. Dieser Ablauf wird für jeden Spannpunkt wiederholt, um eine vollständige Vorrichtung zu planen. Da sich der Butler alle bis dahin eingegeben Daten merkt, muss der Konstrukteur nur die neuen Funktionen und Maße ändern.
Produktbereichsleiter Andreas Binder betont die praktischen Vorteile dieser Arbeitsweise: „Bisher war die Lösung eines Spannproblems oft nur im direkten Dialog möglich. Dabei wurden dann die Anforderungen geklärt und anschließend haben wir die passende Vorrichtung zusammengestellt. Das ist kein Problem, wenn der Kunde in der Nähe ist, doch bei einer Entfernung von mehreren hundert Kilometern – oder gar Übersee – ist das durch Transportkosten schnell nicht mehr rentabel. Mit dem Vorrichtungs-Butler braucht der Kunde nur noch die CAD-Daten seines Werkstücks und kann loslegen. Bei schwierigen Fällen stehen unsere Experten weiterhin persönlich mit Rat und Tat zur Seite – dank des Butlers nun auch per Internet und Telefon.“ Gerade für Kunden im Ausland wird damit das Knowhow des Unternehmens sehr greifbar. ms








