Elektrische Antriebe

Schlüsselfertig für die Automation

Der weltweite Wettbewerbsdruck in vielen Industriezweigen, besonders aber in der Automobilindustrie, führt zu immer stärker automatisierten Prozessen in der Produktion. Dabei sind selten zwei Fertigungsanlagen gleich: Stets müssen spezielle Anforderungen berücksichtigt werden. Entsprechend können die eingesetzten Maschinen selten „von der Stange“ kommen. Der Anbieter von Automationstechnik Tünkers vertreibt seine Produkte deshalb als flexibles Baukastensystem. Alles andere als Standard sind auch die dabei verbauten Antriebslösungen, die das Unternehmen Groschopp zuliefert.

Die Elektrospanner und -schwenker von Tünkers werden in der Automobilfertigung eingesetzt; maßgefertigte Groschopp-Produkte sorgen dabei für einen zuverlässigen Betrieb.

„Auch wenn die Komplexität dieser Anlagen kontinuierlich zunimmt, basieren die Automationslinien im Kern immer wieder auf den gleichen Funktionen, nämlich dem Spannen, dem Bearbeiten und dem Transportieren“, erläutert Stefan Bröxkes, Experte für Anwendungstechnik bei Tünkers. Deshalb gibt das Unternehmen seinen Kunden für die gängigen Funktionen im Umfeld des Roboters einen industrietauglichen Baukasten an die Hand – mit robusten, wartungsfreien Bausteinen, ausgelegt für die extremen Einsatzbedingungen der Großserienfertigung in der Automobilindustrie und deren Zulieferern. Die schlüsselfertigen Lösungen verfügen bereits über Antrieb, Getriebe, Prozesskontrolle und passende Schnittstellen und bilden damit eine Funktion wie das Spannen oder Fördern vollständig ab. „Mit diesem Konzept bieten wir unseren Kunden einen echten Mehrwert, schließlich lassen sich so flexible und sichere Fertigungsanlagen möglichst schnell modellieren“, so Bröxkes. „Trotzdem sind unsere Produkte keine Handelsware, sondern Eigenkonstruktionen, die wir selbst erfinden, konstruieren, produzieren und vertreiben – und zwar immer in engem Dialog mit Kunden, OEMs, Anlagenbauern und Konstruktionsbüros.“

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Groschopp liefert maßgefertigte Motoren für die Elektrospanner von Tünkers. (Bild: Groschopp)

Tünkers stellt hohe Qualitätsansprüche an seine Produkte und verbaut entsprechend auch nur Komponenten, die für die jeweilige Lösung optimal geeignet sind. Im Bereich der Motoren hat das Unternehmen in der Groschopp AG einen zuverlässigen Partner gefunden. „Die Zusammenarbeit besteht schon seit über 25 Jahren“, bestätigt Bröxkes. Alles begann damit, dass Groschopp individuelle Antriebe für Elektroroller konzipierte – ein weiteres Geschäftsfeld von Tünkers. „Bald wurde die Zusammenarbeit jedoch auch in den Bereich der Automationstechnik ausgeweitet.“ Auch heute noch liefert Groschopp Motoren für die Rollstuhltechnik, aber auch zum Beispiel für Kleinstanleimmaschinen und im Automobilbereich für Elektrospanner und -schwenker.

Durch die eckige Ausführung der Spanner von Tünkers lässt sich in der Fertigungsanlage eine effiziente Raumnutzung erreichen. (Bild: Tünkers)

„Wir beraten Tünkers in allen Aspekten der Antriebstechnik, gemeinsam finden wir stets die richtige Lösung für eine neue Maschine oder reevaluieren bestehende Systeme“, so Thomas Georg Wurm, Geschäftsführer bei der Groschopp Vertriebsgesellschaft. So wird derzeit ein neuer 24-V-Gleichstrommotor für die Tünkers Liliput Anleimmaschinen getestet. Durch den Einsatz eines solchen Niederspannungssystems werden die Geräte technisch sicherer und auch noch günstiger. „Die Steuerelemente müssen nicht für eine hohe Spannung ausgelegt werden, dadurch sind sie preiswerter“, erklärt Wurm.

Lösungen für die Automobilindustrie

Für die Elektroschwenker EKS liefert Groschopp komplett maßgefertigte, wartungsfreie Hohlwellenmotoren mit einem Aluminiumgehäuse. (Bild: Tünkers)

Auch bei den Elektrospannern und -schwenkern für die Automobilindustrie kommen die Produkte des Herstellers zum Einsatz – die Antriebslösungen sind in beiden Fällen baugleich, bei den Spannern wird allerdings eine geringere Baugröße verbaut. „Die elektrischen Motoren von Groschopp ersetzen hier pneumatische Systeme, die bei Schwenkern und Spannern nach wie vor relativ verbreitet sind“, so Bröxkes. Gerade bei den Schwenkeinheiten ist der Einsatz von Pneumatik-Lösungen jedoch problematisch: Sie lassen sich nur schwer regeln, besonders wenn wie in diesem Anwendungsfall nicht nur hohe Gewichte, sondern unterschiedliche Lastzustände (ausgestreckter Arm, Überkopfbewegung etc.) an der Tagesordnung sind.

Für die Elektroschwenker EKS liefert Groschopp komplett maßgefertigte, wartungsfreie Hohlwellenmotoren mit einem Aluminiumgehäuse, die anwendungsspezifische Leistungen von 250 bis 750 Watt ermöglichen. Der Schwenkarm der Maschine hat einen maximalen Betriebswinkel von 135° und wird mittels Kugelumlaufspindel über eine Kniehebelmechanik angetrieben. Eine elektrische Bremse ermöglicht einen Not-Stopp bzw. eine Halteposition, ein Frequenzumrichter sorgt für einen Sanftanlauf bzw. Abbremsvorgang. „Umrichter, Bremsen und Motoren werden jeweils von unterschiedlichen Firmen zugeliefert“, so Bröxkes. „Es musste also eine enge Abstimmung zwischen diesen Unternehmen erfolgen, was auch reibungslos funktionierte.“

Abgesehen von maximaler Langlebigkeit und Zuverlässigkeit hatte Tünkers vor allem eine eher ungewöhnliche Anforderung an das von Groschopp umzusetzende Antriebssystem: Der Motor sollte eckig sein und sich somit an die Bauform der Gesamtlösung angleichen. „Die Spanner werden oftmals nebeneinander eingesetzt und durch die eckige Ausführung lässt sich in der Fertigungsanlage eine effiziente Raumnutzung erreichen“, erläutert Bröxkes. Nachdem sich der Hersteller auf Sonderprojekte spezialisiert hat, stellte diese Anforderung jedoch kein Problem dar. Die eckigen Motoren wurden in einer Baugröße bis 100 realisiert. Die Bauform war jedoch nicht die einzige Anpassung, die die Experten vornahmen: Weil die Spanner und Schwenker sich nicht zu schnell bewegen dürfen, war eine spezielle Wicklung für die Verringerung der Drehzahlen nötig. „Möglich wurde das durch ein spezielles Material der Läufer-Legierung“, so Wurm. Nicht zuletzt weicht auch der elektrische Anschluss vom Standard ab – er erfolgt über ein Schnellstecksystem statt über einen Klemmkasten.

Gute Zusammenarbeit

Die maßgefertigten Motoren bewähren sich in den Schwenkmaschinen nun schon seit vielen Jahren, und auch sonst ist man bei Tünkers mit der Zusammenarbeit rundum zufrieden – nicht zuletzt wegen der räumlichen Nähe. „Unsere Unternehmen trennen keine 40 Kilometer“, so Bröxkes. „Da ist die Kommunikation selbstverständlich einfacher, als wenn wir mit einem Anbieter in Asien kooperieren würden.“ Sollten wirklich einmal Probleme bei der Inbetriebnahme auftreten, so sind die Ansprechpartner schnell vor Ort. Aber auch in der Flexibilität bei der Neuentwicklung von Motoren und der Qualität der Produkte sieht Tünkers Vorteile in der Partnerschaft mit Groschopp – eine gute Basis für die nächsten 25 Jahre Zusammenarbeit. ee

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