Motorenteile für neue Martin-Hörner
Leichter – aber nicht leiser
Verantwortlich für durchdringende Warnsignale sind die sogenannten Martin-Hörner, welche die Deutsche Signal-Instrumenten-Fabrik Max B. Martin fertigt. Dabei kommen schon seit vielen Jahrzehnten Motorenbauteile von Groschopp zum Einsatz.
Der Grundstein für die Deutsche Signal-Instrumentenfabrik Max B. Martin wurde 1880 gelegt. Gefertigt wurden damals Rufhörner, Jagdhörner, Kavallerie-Trompeten und Fanfaren-Trompeten für zwei- oder viertönige Signale. 1932 entwickelte die Deutsche Signal-Instrumentenfabrik zusammen mit Feuerwehr- und Polizeidienststellen ein Horn, das als Sondersignal für bevorrechtigte Wegebenutzer gesetzlich vorgeschrieben wurde. Seit dieser Zeit besteht die geschützte Wortmarke „Martin-Horn". Bis zum 2. Weltkrieg wurden diese Signalhörner für Einsatzfahrzeuge ausschließlich von der Deutschen Signal-Instrumentenfabrik hergestellt.
Heute produziert Max B. Martin am Standort Philippsburg nach wie vor Martin-Hörner für Feuerwehr, Rettungs- und Sondereinsatzfahrzeuge. Das Sortiment umfasst aber auch Nebelhörner für den Schiffsbau sowie Signalanlagen und Pausenwarnsignale, die in Industrieanlagen aller Art eingesetzt werden. Nicht zuletzt fertigt das Unternehmen Signalgeber für Co2-Lösch- und Sprinkleranlagen.
Bei den Martin-Hörnern hat sich erst vor Kurzem ein Entwicklungsschritt vollzogen: Das Modell 2297 GM wurde Anfang 2014 durch den Typ 2298 GM ersetzt. Das neu entwickelte Martin-Horn ist ein Kilo leichter, hat ein um 40 Prozent reduziertes Einbauvolumen und verursacht weniger Motorengeräusche. Die Leistung hingegen ist gleich geblieben – genauso wie der charakteristische Ton. „Für ein Martin-Horn typisch sind die vier Membran-Schallbecher mit tremolierender Abstimmung für einen zusätzlichen Warneffekt. Die Töne und deren Folge passen wir länderspezifisch an“, erläutert Martin Brender, Geschäftsführer von Max B. Martin. „Wir liefern unsere Martin-Hörner unter anderem nach Österreich, Holland, Schweden und Belgien sowie in die Schweiz.“ Damit die Warnsignale auch wirklich den richtigen Ton treffen, werden sie vor Auslieferung im hauseigenen Akustiklabor gestimmt.
Technisch gesehen besteht ein Martin-Horn aus den Schallbechern und einem Elektrogebläse. Die Entwicklung und Fertigung der Komponenten erfolgt grundsätzlich im Unternehmen selbst – bis auf wenige Ausnahmen: Schon seit vielen Jahrzehnten bezieht Max B. Martin Motorenbauteile von Groschopp.
Konkret liefern die Viersener Motoren-Experten das Polringgehäuse inkl. Stator, ein Lagerschild-BS, Kommutatorläufer, Spulen sowie die Druckplatte zu. Diese Komponenten kommen nicht „von der Stange“, sondern sind kundenspezifische Sonderlösungen. „Das ergibt sich schon daraus, dass wir es hier mit Niederspannungen von 12 beziehungsweise 24 Volt zu tun haben“, erklärt Joachim Michen, Produktmanager bei Groschopp. „Andererseits müssen diese Bauteile aufgrund ihres speziellen Einsatzbereiches auch eine Reihe von Normen und Zulassungen erfüllen.“
Die Groschopp-Komponenten kombiniert Max B. Martin mit eigenen Bauteilen und baut so den Motor der Martin-Hörner. Konkret wird auf das Schleudergebläse noch eine Kammer aufgesetzt, in der sich ein Kreisel mit drei Kreiselmessern befindet. Wenn der Motor angeschaltet wird, setzt sich das System in Bewegung und baut einen Druck auf. „Dieser Druck wird dann über Schläuche an die jeweiligen Membranschalter weitergegeben“, erläutert Martin Brender. „So funktionieren alle Martin-Hörner.“ Gesteuert wird diese Tonfolge über eine selbst entwickelte Steuereinheit, die im Gebläsedeckel untergebracht ist.
Kleiner und leichter – bei gleicher Leistung
Das Gesamtsystem wurde in enger Abstimmung mit Groschopp konzipiert und unterliegt einer kontinuierlichen Weiterentwicklung. Zuletzt arbeitete man zwei Jahre lang zusammen am Elektrogebläse für das neue Martin-Horn 2298 GM. „Weil das Modell deutlich leichter und kompakter ist, mussten wir auch bezüglich der von uns gelieferten Komponenten umdenken“, beschreibt Joachim Michen die Entwicklung. Es galt, trotz der deutlich reduzierten Baugröße die gleiche Leistung zu bewahren – eine Herausforderung, die die Spezialisten gerne annahmen: „Wir optimierten sowohl den Blechschnitt als auch die Wicklungsauslegung. Letzteres unter Berücksichtigung der EMV, sodass Max B. Martin auf möglichst wenige Bauteile zurückgreifen muss. Zudem entstand in enger Zusammenarbeit ein neues Gehäuse inklusive einer verbesserten Lüftung.“ bw













