Automatisierungsplattform

Bosch Rexroth stellt ctrlX Automation vor

„ctrlX Automation“ entstand in rund dreijähriger Entwicklungszeit in enger Kooperation mit externen Kunden und soll zur SPS im November auf den Markt kommen.

Kleinere Form, bei deutlich gestiegener Leistung. Steffen Winkler zeigt die neue Hauptplatine (links) im Vergleich zu der Vorgängereinheit. © WBM

Leitgedanke bei der Entwicklung war, ein offenes System zu schaffen, das auf Standards aufbaut und das Einbinden neuer Komponenten vereinfacht. Grundlage ist die Embedded-Linux-Distribution von Ubuntu. Alle Anwendungen, die auf dem System laufen, werden über eine Art „AppStore“ installiert und laufen jeweils in einer eigenen „Sandbox“, die den einzelnen Programmen nur Zugriff auf jene Systemkomponenten erlaubt, die auch tatsächlich notwendig sind. Zudem prüft Bosch Rexroth die Apps, bevor Sie in den Store eingestellt werden. Auch das Betriebssystem selber wird wie eine App behandelt und lässt sich mit Standard-Upgrade aktualisieren.

Vielsprachige Programmierung

Für die Programmierung haben die Entwickler alle Freiheiten, was die Programmiersprachen betrifft. Steffen Winkler, Vertriebsleiter der Business Unit „Automation and Electrification Solutions“ bei Bosch Rexroth erläutert dazu: „Die standardisierten SPS- und CNC-Sprachen bleiben weiterhin wichtig, aber sie reichen nicht aus. Maschinenhersteller brauchen die Möglichkeit, ihr Know-how auch in den weit verbreiteten Hoch- und Internetsprachen umzusetzen. In Zukunft werden sie Maschinen-, Prozess- und Kommunikations-Apps, ähnlich Apps auf dem Smartphone, kundenindividuell kombinieren und im Lebenszyklus weitere bereitstellen. Das verändert den gesamten Engineering-Prozess. Maschinenhersteller können damit Entwicklungsplattformen wie GitHub nutzen, auf denen Millionen Nutzer Funktionen in C-Sprachen, Python, Blockly und vielen weiteren Sprachen programmieren und bereitstellen. Eine zentrale Voraussetzung dafür ist ein zentrales Nervensystem in der Steuerung, das den Austausch von Echtzeit- und Nichtechtzeitdaten für alle Apps gewährleistet.“

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ctrlX Automation baut auf einer neuen Generation von Multicore-Prozessoren auf, die ausreichend Rechenleistung für nahezu alle Automatisierungsaufgaben zur Verfügung stellen. Diese High-Performance CPU kann durchgängig in Embedded PCs (ctrlX CORE), Industrie-PCs (ctrlX IPC) oder direkt in Antriebe (ctrlX DRIVE) integriert werden. Zukünftige CPU-Upgrades erfordern keinerlei Softwareanpassungen. Die Software läuft unabhängig von der Hardware in allen Topologien. Bosch Rexroth stellt bei ctrlX Automation eine Servicefähigkeit für alle Komponenten von mindestens 20 Jahren sicher – einschließlich der aktuell verwendeten CPUs.

Austausch in Echtzeit

Die Plattform bietet als das zentrale Architekturelement für die Kommunikation beliebiger Apps untereinander einen Data Layer als zentrales Nervensystem für einen Austausch aller Echt- und Nichtechtzeitdaten – sogar über mehrere Steuerungen hinweg. Die Transparenz der Datenschicht, auf die autorisiert zugegriffen werden kann, stellt den Schlüssel für den Einsatz zukünftiger Technologien wie künstliche Intelligenz dar.

Zum Start soll sich die neue Automatisierungsplattform gezielt an die Bereiche Handhabung und Robotik richten, um später dann auf weitere Bereiche der Produktion auszugreifen. Bestehende Komponenten lassen sich dazu problemlos einbinden. Bei der Konzeption neuer Anlagen wird ein Web-basiertes Konfigurationstool helfen, das nicht nur beim Layout der Anlage hilft, sondern auch automatisch Faktoren wie den Stromverbrauch von Antrieben mit einbezieht. dsc

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