Antriebstechnik
Wenn das Herz ausfällt
kann das durchaus an chronischer Unterforderung liegen. So geschehen in einer Raffinerie, nachdem es im Herzstück einer Zentrifugalpumpe - dem Antriebsstrang - zu mehreren Lagerschäden gekommen war. Die Zylinderrollenlager vom Typ NU311 wiesen nur noch Standzeiten von durchschnittlich vier Monaten auf. Zwei Monteure mussten dreimal pro Jahr jeweils sechs Arbeitsstunden investieren, um das Lager zu wechseln. Ärgerlicher noch war aber der Produktivitätsverlust, den der Ausfall der Pumpe zur Folge hatte. Im Gespräch mit NSK ergab sich, dass die Schadenshäufung einen klaren Anfangspunkt hatten: Die Lagerschäden traten erst auf, nachdem der Riemen- durch einen Direktantrieb ersetzt wurde.
Die genauen Untersuchungen der Lagerschäden und der Betriebsbedingungen, unter denen die Zentrifugalpumpe arbeitet, zeigten eindeutig, dass genau hier die Erklärung zu suchen war. Mit dem Direktantrieb erhöhte sich die Effizienz des Antriebs, und Verluste wurden reduziert. Zugleich reduzierten sich auch die Radialbelastungen, denen das Lager ausgesetzt war.
Dieser eigentlich ebenfalls positive Nebeneffekt hatte aber negative Folgen. Denn ein Zylinderrollenlager ist für die Aufnahme einer gewissen Radialbelastung ausgelegt. Als durch den Direktantrieb die Mindestradialbelastung unterschritten wurde, konnte das Lager nicht mehr einwandfrei arbeiten. Statt auf den Laufbahnen abzurollen, gerieten die Wälzkörper aufgrund des fehlenden Reibungswiderstandes in eine Gleitbewegung, die zu Verschleiß von Wälzkörper und Laufbahn führten – mit der Folge, dass die Lager ausfielen.
Die Ratinger schlug vor, die Zylinderrollenlager gegen Rillenkugellager der Baugröße 6311 auszutauschen. Dabei wurde aus dem breiten Rillenkugellager-Programm die optimale Kombination von Materialien, Dichtung und Schmierstoff ausgewählt. Das Ergebnis: Die Lager arbeiten seit dem Einbau ohne Probleme, und das im Rahmen der vorbeugenden Instandhaltung vorgesehene Austauschintervall von einem Jahr reicht vollkommen aus. ee








