Konfigurierbare Maschinenbaukomponenten

Mara Hofacker,

Misumi startet MTO-Bauteilproduktion in Europa

Misumi wird zukünftig seine Make-to-Order(MTO)-Bauteile auch in Europa fertigen. Den Anfang machen Scharnierbolzen und Schrauben mit Ansatz, weitere Komponenten werden 2021 folgen. Bislang fand die Fertigung der präzise konfigurierbaren Maschinenbauteile ausschließlich in Asien statt.

Misumi wird die europäische Produktion von MTO-Bauteilen starten. © Adobe Stock

Misumi wird seine europäischen Produktionskapazitäten und sein in Europa produziertes MTO-Sortiment schrittweise ausbauen. Ab nächstem Jahr werden neben Scharnierbolzen und Schrauben mit Ansatz auch Achsbolzen, Linearwellen, Abstandselemente und Rotationswellen an den europäischen Produktionsstandorten entstehen. Durch den Ausbau der globalen Produktionskapazitäten kann dann der Nachfrage entsprochen werden. Darüber hinaus wird sich das Unternehmen stärker an europäische Kunden und ihre Anforderungen anpassen, etwa mit spezialisierten Dienstleistungen und Produktvarianten. „Mit dem Launch der MTO-Produktion in Europa rücken wir näher an unsere regionalen Kunden heran. Zu diesem Zweck bauen wir auch ein Produktionsnetzwerk in Europa auf, das neben unserer Eigenproduktion auch strategische Partnerschaften beinhaltet. Dadurch können wir unseren Kunden langfristig wettbewerbsfähige Preise und kurze Reaktionszeiten bieten und unseren hohen Standard bei Qualität und Liefertreue erfüllen“, sagt Arno Schwarz, Senior Corporate Officer bei Misumi.

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Die ersten europäischen MTO-Produkte von Misumi (v. l. n. r.): Scharnierbolzen, Schrauben mit Ansatz, Achsbolzen, Linearwellen, Abstandselemente und Rotationswellen. © Misumi

Weniger abhängig von der Produktion in Fernost

Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie verdeutlichen, dass Kundennähe sowie die Fähigkeit, schnell auf sich verändernde Kundenanforderungen reagieren zu können, gerade im Maschinenbau von entscheidender Bedeutung sind. Mit der Fertigung von MTO-Bauteilen in Europa erhofft sich Misumi, seine Krisenresistenz weiter zu erhöhen und seine Kunden auch zukünftig in jeder Situation unterstützen zu können. Bislang musste das Unternehmen nach eigenen Angaben seine Produktion dank seines redundanten Fertigungskonzepts noch an keinem Tag schließen, und die Fertigungsbetriebe sind rund um die Uhr im Einsatz.

Individuelle Zeichnungsteile fertigt Misumi bereits seit Jahren in Europa. Darüber hinaus bietet der japanische Hersteller Konstrukteuren auch Standardkomponenten und Produkte von Partnerunternehmen, die das Misumi-Sortiment ergänzen. Der zentrale Baustein des Produktportfolios sind jedoch die zahlreichen präzise konfigurierbaren MTO-Bauteile. Normalerweise wären Konstrukteure zur Eigenkonstruktion gezwungen, wenn sie Komponenten abseits vom Standard benötigen. Das wird oft teuer, zumal es mit einem erhöhten Einkaufsaufwand und Kosten in der Supply-Chain verbunden ist. Bei MTO-Produkten beschränkt sich der Aufwand für den Konstrukteur dagegen auf die Konfiguration im Onlineshop des Herstellers. Den Kunden zu einer einfacheren und günstigeren Konstruktion und Beschaffung zu verhelfen hat bei Misumi Methode, wie Alexander Straube, Manager Business Development, erklärt: „Wir nennen das TCS, also Total Cost Saving. Damit ist unser Konzept gemeint, unseren Kunden über den gesamten Prozess von der Konstruktion über die Lieferkette bis zur Fertigung und Logistik zeitraubende Arbeitsschritte abzunehmen. Der Kunde muss sein Wunschprodukt nur konfigurieren und kann es dann gleich bestellen, da Preis und Vorlaufzeit bereits bei der Konfiguration bekannt sind. Da wir in mehr als 99 Prozent der Fälle pünktlich liefern, fällt auch keine Lagerhaltung für den Kunden an. Dass wir ab sofort ausgewählte MTO-Bauteile in Europa fertigen, verkürzt die Lieferzeiten zusätzlich.“

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