Werkzeugmaschinen

Makino verzeichnet Rekordjahr

Werkzeugmaschinenhersteller Makino konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/2015 (31. März) auf allen Kontinenten zweistellige Umsatzzuwächse erzielen. Die Aussichten für 2015 sind laut Dr. P. Anders Ingemarsson, Präsident & CEO von Makino Europe, sogar noch besser. In Kirchheim unter Teck soll im November 2015 Makinos größter Showroom eröffnen.

Dr. P. Anders Ingemarsson, Präsident & CEO von Makino Europe, setzt auf einen dezentral organisierten Vertrieb und Kundenservice, um schnell auf die Bedürfnisse der Kunden reagieren zu können. Foto: Makino

Der konsolidierte Konzernumsatz betrug im vergangenen Jahr 149,5 Milliarden Yen (+20,7 %), der Auftragseingang belief sich auf 158,1 Milliarden Yen (+19,2 %) und der Nettogewinn auf 11,4 Milliarden Yen (ein Anstieg von 3,5 % auf 7,7 %). Die Gesamtanzahl der Mitarbeiter stieg weltweit um 100 Mitarbeiter auf 4.279 verglichen zum Vorjahr.

Im gesamten asiatischen Raum stieg der Umsatz um 22 % (in Yen). Ein moderater Anstieg in Japan ist hauptsächlich den Umsätzen im Werkzeug- und Formenbau zu verdanken, während das ausgeweitete Vertriebsnetz in China zu einer deutlichen Verbesserung der Auftragseingänge aus den unterschiedlichsten Branchen führte. Die Aussichten für 2015 sind laut Ingemarsson noch besser. In japanischen Werkzeug- und Formenbauunternehmen wird die Modernisierung der Produktionsanlagen fortgesetzt, weitere Investitionen werden in der Automobil- und Luftfahrtindustrie erwartet. In China erhöht die anhaltende Umstellung auf eine wertschöpfendere Fertigung die Nachfrage nach leistungsstarken Werkzeugmaschinen. Die indische Regierung führt Maßnahmen ein, die ausländische Investitionen attraktiver machen.

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In Amerika ist der Umsatz um 10 % (in US$) auf ein neues Rekordhoch gestiegen, obwohl der US-amerikanische Werkzeugmaschinenmarkt 2014 um 4 % und von Januar bis März 2015 sogar um 12 % nachgab. Dieser Rückgang wurde durch eine Abnahme der Anzahl der Werkzeugmaschinenaufträge im US-amerikanischen Öl- & Gasfrackinggeschäft sowie die schwache Leistung der US-amerikanischen Wirtschaft im ersten Quartal 2015 verursacht. Der Auftragseingang für horizontale Bearbeitungszentren und Erodiermaschinen war dank der starken Nachfrage der Luftfahrt-, Werkzeug- und Formenbau- und Automobilindustrie nach Turnkey-Projekten hoch. Für das aktuelle Geschäftsjahr erwartet Makino aufgrund der weiterhin starken Nachfrage von Struktur- und Motorbauteilherstellern der Luftfahrtindustrie sowie aus der Automobilindustrie einen moderaten Anstieg.

Der Umsatz in Europa stieg um 19 % (in €), dies ist im Wesentlichen auf das in den Werkzeug- und Formenbau- und Luftfahrtmärkten ausgebaute Geschäft zurückzuführen. Positive Entwicklungen wurden insbesondere in Italien, der iberischen Halbinsel, Zentraleuropa und dem Vereinigten Königreich berichtet. Der europäische Markt bietet laut Ingemarsson günstige Aussichten für die nächsten Jahre. Insbesondere in den südlichen und zentraleuropäischen Regionen und den Märkten für Luft- und Raumfahrt und Formenbau wird Wachstum erwartet. Folglich wird Makino die Aktivitäten in diesen Bereichen weiter ausbauen.

Expansion in Polen und Deutschland

Seit vielen Jahren ist es die Philosophie Makino Europes, dass die Nähe zum Kunden der Schlüssel ist, die Erwartungen des Kunden in einem multikulturellen Umfeld zu verstehen und zu erfüllen. „Demnach ist nicht nur ein dezentral organisierter Vertrieb, sondern auch eine dezentrale Applikations- und Serviceorganisation erforderlich, um mit Schnelligkeit, Wissen und Kompetenz auf die Bedürfnisse des Kunden zu reagieren“, erklärt Ingemarsson.

Im Mai 2015 eröffnete Makino eine Tochtergesellschaft in Polen, die sich in Stara Iwiczna in der Nähe des internationalen Flughafens von Warschau befindet. Nach Bratislava und Moskau handelt es sich hierbei um den dritten Standort in Mittel- und Osteuropa, der über einen Ausstellungsraum für Fräs- und EDM-Vorführungen sowie über Büros für die polnischen Makino-Mitarbeiter verfügt. Die Republik Polen ist die sechstgrößte Volkswirtschaft innerhalb der europäischen Union und einer der weltweit wirtschaftlich am schnellsten wachsenden Staaten, so Dr. Ingemarsson. Darüber hinaus handelt es sich bei dem Land um das einzige Mitgliedsland der Europäischen Union, dessen BIP während der Finanzkrise nicht gesunken ist. Mit Blick auf das Werkzeugmaschinengeschäft hat der polnische Markt eine bemerkenswerte Entwicklung mit einem stetigen Wachstum der Produktion inländischer Unternehmen sowie in Niederlassungen europäischer, US-amerikanischer und asiatischer Unternehmen genommen. „Durch die Errichtung eines Technologiezentrums in Polen zeigen wir unser Engagement auf dem polnischen Markt“, sagte Dr. Ingemarsson. „Jetzt können wir Pre- und After-Sales-Service durch Mitarbeiter vor Ort anbieten und unsere Technologien im Bereich Fräsen und Erodieren vor Ort vorführen.“

„In Kirchheim unter Teck (in der Nähe von Stuttgart) wird die Kapazität des Technologiezentrums erweitert, um Makinos größten Showroom in Europa zu errichten“, fuhr Dr. Ingemarsson fort. Führende Technologien aus der Luftfahrt-, dem Werkzeug- und Formenbau und der Teilefertigung werden auf mehr als 2000 m2 präsentiert. Die gezeigten Technologien reichen von der Hochleistungsbearbeitung von Titan und Aluminiumstrukturbauteilen bis zu Mikrotechnologie- und Spiegelflächenanwendungen. Die ersten Vorführungen werden vom 24.-26. November dieses Jahres im Rahmen des Luftfahrtforums 2015 und des Formenbauforums 2015 stattfinden.

Neues Bearbeitungszentrum wird im September gezeigt

Das horizontale Bearbeitungszentrum a40 ist darauf ausgelegt, die Stückkosten in Aluminium-Druckgussanwendungen für Automobil- und Industriekomponenten zu senken.

Vom 22.-25. September dieses Jahres wird Makino bei seiner italienischen Tochtergesellschaft in Cavenago (in der Nähe von Mailand) Gastgeber einer exklusiven Veranstaltung sein. Bei dieser Technologievorführung werden eine Reihe neuer Produkte eingeführt, einschließlich des horizontalen Bearbeitungszentrums a40, das darauf ausgelegt ist, die Stückkosten in Aluminium-Druckgussanwendungen für Automobil- und Industriekomponenten zu senken, sowie die Senkerodiermaschine EDNC6 mit der neuen Hyper-i-Steuerung. Das Ereignis wird sich auf zwei bestimmte Themen konzentrieren: die Reduzierung der Stückkosten bei der Fertigung von Mittel- und Großserienprodukten und die Minimierung der manuellen Nacharbeit im Kunststoffformenbau. Weitere neue Produkte, die in diesem Jahr gezeigt werden, sind die J4, ein horizontales Bearbeitungszentrum, das für die Großserienfertigung von Gussteilen in der Automobilindustrie entwickelt wurde und die Slim3n, ein vertikales Bearbeitungszentrum für kleinere Großserienteile aus unterschiedlichen Materialien.

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