Universalkühlschnittstelle

Maschinenwärme nutzen

Die 2D-Lasermaschinen von Trumpf schneiden Stahl profitabel in allen Blechdicken. Dass sie minimale Nebenzeiten aufgrund des Düsenwechslers und der Ein-Schneidkopf-Strategie erreichen, ist selbstverständlich. Der Clou ist bei dem Unternehmen Seeger Lasertechnik gelungen: Es ist weltweit das erste Unternehmen, das seine Laserschneidanlagen per Universalkühlschnittstelle in die Haustechnik einbindet und die Maschinenwärme über die Geothermieanlage nutzt.

„Jeden Tag ein kleiner Schritt bedeutet am Ende des Jahres eine große Strecke.“ Unter diesem Motto baut Roland Kiefer sein im Jahr 2006 übernommenes Unternehmen Seeger Lasertechnik aus. Damals ein Metallverarbeitungsbetrieb mit zehn Mitarbeitern und der Kernkompetenz Laserschneiden verdoppelte der Geschäftsführer innerhalb von sechs Jahren stetig die Produktionsfläche und vervierfachte den Umsatz. Wegen der teuren Bodenpreise an der Schnittstelle der Metropolregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar ließ sich der geschäftsführende Gesellschafter spannende Lösungen für seine Produktionsstätte einfallen: Neben einem hallenhohen Stopa Lager, das künftige Hallenerweiterungen bereits berücksichtigt, stehen beispielsweise die Schaltschränke von Lasermaschinen auf Podesten erhöht über den Maschinen. Das erleichtert gleichzeitig die Anbindung an die Haustechnik. Für Kiefer ein wichtiger Aspekt: Denn bei allem Modernisierungs- und Erweiterungsbestreben ist dem Unternehmer vor allem eine ressourcenschonende Produktion wichtig. Mit heute 53 Mitarbeitern erledigt das Unternehmen als Lohnfertiger in drei Schichten alle Aufgaben rund um die Metallbearbeitung. Mittlerweile stehen drei Trumpf 2D-Flachbettlasermaschinen in der 1.600 Quadratmeter großen Produktionshalle in Lorsch.

Anzeige

„Am alten Standort war es in der Produktion im Winter warm und im Sommer glühend heiß“, erzählt Kiefer. „Das wollte ich in der neuen Halle vermeiden.“ Heute bildet ein Geothermiesystem die Basis für eine Produktion ohne extreme Raumtemperaturen. Und für Büroräume, die ohne eine fossile Heiz und Klimaanlage auskommen. Beim Bau seines Betriebs ließ der Unternehmer dafür 40 Sonden jeweils 30 Meter tief in den Erdboden treiben. Die Temperaturunterschiede zwischen Abwärme und Bodentemperatur nutzt Seeger im Sommer zur Kühlung der Halle und im Winter für die Fußbodenheizung im gesamten Gebäude, inklusive Verwaltungstrakt. Seither lassen sich die Räume das gesamte Jahr lang angenehm temperieren. „Ökonomie und Ökologie schließen sich nicht aus“, betont Kiefer und zeigt auf seine drei Tru Laser Maschinen. Alle drei docken über Trumpf Universalkühlschnittstellen ans hauseigene Klimasystem an. So nutzt Seeger die Abwärme der Laserproduktion und das rechnet sich: „Jährliche Einsparungen in Höhe von etwa 20.000 Euro amortisieren die Anschaffungs und Einrichtungskosten innerhalb weniger Jahre“, erläutert Kiefer. Während die Geothermieanlage und ein Solarsystem auf dem Hallendach von Beginn an zur Planung gehörten, entstand die Idee zur Abwärmenutzung erst nach verschiedenen Gesprächen mit Trumpf. Das Ergebnis: Seeger Lasertechnik ist weltweit das erste Unternehmen, das seine Laserschneidanlagen per Universalkühlschnittstelle in die Haustechnik einbindet und die Maschinenwärme über die Geothermieanlage nutzt. „Die Realisierung der Maschinenkühlung über unsere Haustechnik war eine spannende Aufgabe, da künftige Hallenerweiterungen ebenfalls berücksichtigt werden mussten“, erklärt der Seeger-Chef.

Maschinentausch einfach und schnell

Besonders freut den Unternehmer, dass aufgrund der Universalkühlschnittstellen keine Umbauten an den Lasermaschinen notwendig waren. Die Zu- und Abläufe wurden einfach mit dem Hauskreislauf verbunden. Die Kühlschnittstelle ist eine Ergänzung zum Standardkühlaggregat. Selbst ein Maschinenweiterverkauf ist daher weiterhin problemlos möglich. Das bestätigte sich Anfang 2013. Da tauschte Kiefer seine Tru Laser 3030 gegen eine neue Tru Laser 5030. Das ging einfach und schnell. „Die alte Maschine wurde einfach abgebaut und die neue an die Universalkühlschnittstelle angeschlossen. Das war völlig problemlos“, betont Kiefer. Die nächste Unternehmenserweiterung ist bereits in Planung – die Tru Laser 5040 Fiber mit effizientem Festkörperlaser hat Kiefer bereits im Blick. ee

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Trumpf

Umsatz steigt auf 3,6 Milliarden Euro

Die Trumpf Gruppe verbucht zum Abschluss des Geschäftsjahrs 2017/18 am 30. Juni 2018 eine deutliche Steigerung von rund 15 Prozent beim Umsatz. Der Wert beläuft sich nach vorläufigen Berechnungen auf 3,6 Mrd. Euro.

mehr...

Ultrakurzpulslaser

Trumpf übernimmt Amphos

Das Hochtechnologieunternehmen Trumpf übernimmt mit Wirkung zum 9. Januar 2018 den Laserhersteller Amphos, den 2010 als Spin-Out des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik (ILT) und der RWTH Aachen gegründeten Entwickler und Produzenten von...

mehr...

Lasertechnologie

Lichtvision

Am Anfang steht immer eine Vision. Und die hatte Albert Einstein bereits 1916, als er sich gedanklich durch den Kosmos bewegte. Dabei ging er der Frage nach, was Atome dazu bringen möge, Licht auszusenden.

mehr...