Porträt

Werkstück-Spanntechnik mit Tradition

Das Schweizer Unternehmen Gressel feiert in diesem Jahr sein 90-jähriges Bestehen. Aus der mechanischen Werkstatt von einst ist über die Jahrzehnte ein international anerkannter Technologiebetrieb erwachsen, der in Fachkreisen in Sachen Werkstück-Spanntechnik und auch im Bereich Werkstück-Management als "der Innovator" gehandelt wird.

Die erste Betriebsstätte der Gressel AG

Die Liste der in 90 Jahren erfundenen und weiterentwickelten Spanntechnik-Produkte und -Lösungen ist sehr lang und geht im Ursprung auf das Jahr 1933 zurück.

Damals wurde der Werkbank-Schraubstock vorgestellt, dem zahlreiche Verbesserungen und der Ausbau des Programms folgten. 1965 bildete dann der Hochdruckspanner MHS die Basis für das schnelle Spannen von Werkstücken auf Werkzeugmaschinen. Mit den schnell steigenden produktionstechnischen Anforderungen äußerten die Kunden natürlich auch den Wunsch nach leistungsfähigerer Werkstück-Spanntechnik. Die Antwort von Gressel lautete im Jahr 1983 Ecopos, der Bohrmaschinenschraubstock. Danach ging es - parallel zur rasanten CNC-Entwicklung der Werkzeugmaschinen bzw. Bearbeitungszentren - Schlag auf Schlag weiter, nämlich mit dem Schnellspanner Gripos (1991), dem Sensor-Kraftspanner Grefors (1996) und schließlich mit der Baureihe Duogrip (1997), dem multifunktionalen Einfach-, Doppelt- und Zentrischspanner. Zu Beginn der 2000er-Jahre sorgten die lang anhaltende Rezession und der verstärkte Wettbewerbsdruck aus der globalisierten Produktionswelt für nachdrückliche Forderungen bezüglich Effizienz- und Produktivitäts-Steigerungen.

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Gressel nahm auch diesmal die Herausforderungen an und präsentierte im Jahr 2003 das modulare multigrip-System für die Mehrfachspannung und den NC-Schnellspanner Gripos mit Zuganker. 2004 folgte mit Grefix ein Direktspanner mit Zuganker. Dem schlossen sich 2005 die hoch innovativen und bis heute die Benchmark bildenden 5-Achsen-Spanner der Gripos-Serie sowie die Duogrip-Zentrischspanner-Familie für die 5-Achsen-Bearbeitung an. Das Jahr 2006 wurde durch die Entwicklung von multifunktionalen Zentrischspannern der Baureihe Centrinos markiert.

Jahr um Jahr und bis heute kommen aus dem Hause Gressel solche wegweisenden Neuerungen wie der Kleinteile-Einfachspanner Solinos, der 5-Achsen-Kraftspanner grepos 5X oder auch das mechanische Nullpunkt-Spannsystem gredoc. Des Weiteren wurde in all den Jahren die Kompetenz für spanntechnische Komplettlösungen propagiert, nicht zuletzt mit der Konstruktion, Herstellung und Ausrüstung von Aufspanntürmen. Mit diesen kunden- und werkstückspezifischen Spannlösungen werden Prozesse optimiert und die Wirtschaftlichkeit erhöht.

Als logischen nächsten Schritt vollzog Gressel ab 2010 die Programm-Ausweitung in Richtung Werkstück-Management; dies in Gestalt von Werkstückspeichern sowie von individuell angepassten Werkstück-Handhabungslösungen zur automatischen Beschickung von Bearbeitungszentren. Hier wären die erfolgreichen Werkstückspeicher P 10 und P 60 zu nennen, die zur EMO 2013 um eine robotergestützte Komplettlösung ergänzt wurden. So entstand in Kooperation mit dem Roboter-Systemintegrator und Maschinenbau- Unternehmen Bachmann Engineering AG die Komplettlösung "BFM Bachmann FeedMaster System Gressel". Diese kann als eigenständige, kompakte, in Hydraulikversorgung und Steuerung autarke Kompletteinheit an fast alle herkömmlichen Bearbeitungszentren angedockt werden und erlaubt so die wirtschaftliche Produktions-Automatisierung.

Die nur etwa 1,5 qm Fläche beanspruchende optional fahrbare Kompletteinheit besteht aus einem Werkstückmagazin, einem Roboter, einem multifunktionalen Greifer und der Werkstück-Spanntechnik. Damit erhält der Kunde eine funktionstüchtige Komplettlösung aus einer Hand und braucht sich nicht um Schnittstellen kümmern. Mit der standardisierten und doch höchst individuellen Speicher- und Beschickungslösung für Bearbeitungszentren tritt Gressel den Beweis an, dass die Produktions-Automatisierung weder mit hohen Kosten noch mit einem Bedien- und Betreiberrisiko verbunden sein muss, wie das sonst oft der Fall ist.

Den vorläufigen Schlusspunkt in der anhaltenden Innovations-Tätigkeit zugunsten der Fertigungs-Performance der Kunden, setzte zur EMO 2013 die Entwicklung des kompakten Zentrischspanners C1 für universelle Anwendungen. Der C1 ist in den Baugrössen 40 mm und 65 mm Backenbreite erhältlich und eignet sich auf Grund seines modularen Konzepts für die Rohteil-Spannung zur Bearbeitung der 1. Seite (mit Grip-Wendebacken) und für die Halbfabrikat-/Fertigteil-Spannung bzw. die Bearbeitung der 2. Seite (mit Backen, die eingespannt überschliffen werden). Außerdem sind die Zentrischspanner C1 40 und C1 65 sowohl als Einzel- und als auch für Mehrfach-Spannungen ideal geeignet. kf

Euromold, Halle 9, Stand E05

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