Branche vor neuen Herausforderungen
VDMA Ost wählt neuen Vorstand
Im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung am 13. Mai haben die Verbandsmitglieder des VDMA Ost turnusgemäß einen neuen Vorstand gewählt. Über den Vorsitz stimmen die Vorstandsmitglieder satzungsgemäß zur nächsten Vorstandssitzung ab.
Diese findet im September 2014 statt. Bis dahin übt der bisherige Vorsitzende, Dr. Andreas Barg, Geschäftsführer der MWL Apparatebau GmbH Grimma, die Funktion aus.
"Wir werden die nächste Legislaturperiode intensiv nutzen, um gemeinsam mit der Geschäftsstelle die Bewältigung der facettenreichen Herausforderungen unserer Branche voranzutreiben", betonte Barg. So lassen sich bereits heute in den verschiedensten Bereichen einschneidende Änderungsprozesse beobachten, sei es die zunehmende Internationalisierung, die digitale Vernetzung, der Wandel hin zu nutzenorientierten und kundenindividuellen Produkten, der Einsatz neuer Technologien und Werkstoffe, die Energiewende oder die Fachkräftesicherung und -entwicklung.
Internationalisierung, Bildung und Wirtschaftspolitik zentrale Themen
Ansätze für Erfolg versprechende Strategien vermittelte die Mitgliederversammlung. Mehr als 100 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik diskutierten über die Perspektiven und Herausforderungen des Maschinen- und Anlagenbaus in Deutschland und speziell in den Neuen Bundesländern. "Die ostdeutschen Unternehmen sind absolut wettbewerbsfähig", unterstrich VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge. "Das ist jedoch nicht selbstverständlich und einfach so in Zukunft fortschreibbar."
Drei zentrale Themen werden demnach ausschlaggebend für den künftigen Erfolg sein. Zum einen müssen die Unternehmen selbst aktiv werden und verstärkt Märkte außerhalb Europas erschließen. Zum anderen spielt Bildung eine entscheidende Rolle. Egal, ob Facharbeiter, Entwicklungsingenieur oder Top-Management: Gut ausgebildetes Personal ist maßgeblich für den Erfolg. Darüber hinaus sind unternehmensfreundliche und verlässliche politische Rahmenbedingungen erforderlich. Festge zufolge wirken da aktuelle politische Entscheidungen wie die Rente mit 63 Jahren kontraproduktiv. Neben der immensen finanziellen Belastung sei sie hochgefährlich für den wirtschaftlichen Erfolg. "Es droht eine Frühverrentungswelle, trotz Fachkräftemangel, der bekannten demografischen Herausforderungen - verstärkt gilt das für viele Regionen in Ostdeutschland - und der gerade angelaufenen Anstrengungen in den Unternehmen, die Beschäftigungsmöglichkeiten älterer Mitarbeiter zu verbessern", erklärte der VDMA-Präsident.
Wettbewerbsvorteile deutscher Unternehmen
Dr. Kurt Demmer, Chef-Volkswirt der IKB Deutsche Industriebank AG, sowie Dr. Ralph Wiechers, Volkswirt des VDMA, sehen den deutschen Maschinenbau auch weiterhin auf Erfolgskurs. Globale Megatrends wie Transport und Mobilität, Gesundheit und Alterung, Energieversorgung, Klimaschutz und Ressourcenschonung sowie Information und Vernetzung bestimmen die Nachfrage nach Industrieprodukten. Hierfür halte die deutsche Investitionsgüterindustrie dank ihres breit aufgestellten Mittelstandes das passende Angebot bereit. Die immense Technologiekompetenz, die hohe Qualität der Komponenten, Maschinen und Anlagen, die ausgeprägten inländischen Wertschöpfungsketten sowie die hochgradige Kompetenz als Problemlöser erweisen sich dabei als Vorteile im weltweit immer härter werdenden Wettbewerb.
Zusammenhang von Unternehmenskultur und Erfolg
Deutlich wurde zudem, dass der Unternehmenserfolg zunehmend auch von der Unternehmenskultur beeinflusst wird. So tragen eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit, ein positives Miteinander und eine ausgeprägte Identifikation der Mitarbeiter mit dem Betrieb nachweislich zum wirtschaftlichen Erfolg bei. Eine gute Unternehmenskultur macht Arbeitgeber zudem attraktiv: ein Pluspunkt bei der Suche nach neuen Arbeitskräften und der Bindung von Mitarbeitern. Insbesondere im Hinblick auf sich ändernde Werte seien neue, individuelle Lösungen gefragt. ¿Die sogenannte Generation Y verändert die Arbeitswelt radikal. Im Jahr 2024 werden 70 Prozent der Ende der 1990-er Jahre Geborenen den Belegschaften angehören¿, sagte Prof. Angelika C. Bullinger-Hoffmann von der TU Chemnitz. Es müsse daher gelingen, die Nachwuchskräfte über eine wertorientierte Führung zu motivieren. So könnten die Unternehmen neue Werte wie Sinnorientierung, Technikaffinität und Selbstständigkeit zu ihrem Vorteil nutzen. Wichtig sei ebenfalls, die gegensätzlichen Wertvorstellungen der verschiedenen Generationen zum Nutzen der Unternehmen zu verbinden. Daher sei Bullinger-Hoffmann zufolge die Demografiefrage auch nicht nur eine Frage des Umgangs mit älteren Arbeitnehmern ¿ den größten Erfolg erreichen die Unternehmen vielmehr, wenn sie sich mit ihren Maßnahmen sowohl an der älteren als auch an den jüngeren Arbeitnehmergenerationen orientieren.
Vorstandsmitglieder des VDMA Ost auf einen Blick
Dr. Andreas Barg, MWL APPARATEBAU GmbH GRIMMA, Grimma
Dr. Steffen Gebauer, MELAG Medizintechnik oHG, Berlin
Jens Hertwig, N+P Informationssysteme GmbH, Meerane
Mathis Kuchejda, Schmidt + Haensch GmbH & Co., Berlin
Bernd Malzahn, PAATZ Viernau GmbH, Viernau
Klaus Müller, Kranbau Köthen GmbH, Köthen
Prof. Dr. Hans J. Naumann, NILES-SIMMONS Industrieanlagen GmbH, Chemnitz
Dr. Eberhard Schoppe, Heckert GmbH, Chemnitz
Mathias Schwarzendahl, H&T ProduktionsTechnologie GmbH sowie WESTFALIA Presstechnik GmbH & Co. KG, Crimmitschau
Udo Staps, FKT Formenbau und Kunststofftechnik GmbH, Triptis
Bernhard Torliene, Prinz Technik Hydraulik Schwerin GmbH, Schwerin
Christoph von Waldow, GERB Schwingungsisolierungen GmbH & Co. KG, Berlin
Ingrid Weinhold, MABA Spezialmaschinen GmbH, Wolfen









