Drehzentren

Andreas Mühlbauer,

Prozesse automatisiert optimieren

Mit drei neuen Drehzentren von DMG Mori hat die Mapal-Tochter WTE Präzisionstechnik einen großen Schritt nach vorne bei der Prozessoptimierung in der Produktion von Spann-, Bohr- und Schrumpffuttern gemacht.

Die Gantry-Lader beladen den Arbeitsraum der jeweiligen Maschine, entnehmen fertige Teile und legen sie ab. © WTE Präzisionstechnik

Die Geschichte von WTE Präzisionstechnik aus Ehrenfriedersdorf beginnt 1999 mit zwölf Mitarbeitern, die erste Präzisionsbohrfutter herstellen. Durch stetiges Wachstum und die Eingliederung in die Mapal-Gruppe im Jahr 2008 ist das Unternehmen zu einem 170 Mitarbeiter starken Kompetenzzentrum für Spanntechnik herangewachsen. Wie der Mutter-konzern setzt auch dieser Standort seit vielen Jahren auf Werkzeugmaschinentechnologie von DMG Mori  – 17 Maschinen an der Zahl. Erst 2019 wurden zur Kapazitätserweiterung drei neue Drehzentren installiert: eine NZX 2000 und eine NLX 2500, die über Gantry-Lader automatisiert arbeiten, sowie eine NLX 2000 mit Stangenlader.

Spann-, Bohr- und Schrumpffutter

„Die innovative Spanntechnik von WTE Präzisionstechnik war der wesentliche Grund für die Eingliederung in die Mapal-Gruppe“, erinnert sich Ralf Wackenhut. Der Geschäftsführer der Unternehmenstochter war seinerzeit noch am Hauptsitz in Aalen tätig und kennt die Motivation: „Damit haben wir das Produktportfolio vervollständigt und können am Markt nun als Komplettanbieter auftreten.“ WTE Präzisionstechnik fertigt unterschiedlichste Spann-, Bohr- und Schrumpffutter sowohl für große Kunden als auch für das Handelsgeschäft. „Damit haben wir einerseits gut planbare Produktionsmengen für den Handel, andererseits müssen wir flexibel auf kurzfristige Aufträge im direkten Kundengeschäft reagieren können.“

Anzeige

Unter diesen Voraussetzungen eine qualitätsorientierte Produktion aufrechtzuerhalten, ist eine Herausforderung, für die Ralf Wackenhut – zunächst als Technischer Leiter – nach Ehrenfriedersdorf gegangen ist. „Intelligente Prozesse sind das A und O“, hält er fest. So realisiert WTE Präzisionstechnik mit den Bearbeitungszentren und Drehmaschinen von DMG Mori bereits in der Weichzerspanung DIN-Endkonturmaße. „Wachstum durch das Härten ist so einkalkuliert, dass der Nachbearbeitungsaufwand in der Hartbearbeitung auf ein Minimum reduziert wird.“

Mannlose Nacht- und Wochenendschichten

Zusätzliche Prozessoptimierung sieht Ralf Wackenhut in der Automatisierung: „Wir produzieren überwiegend in Losgrößen von hundert Bauteilen, so dass automatisierte Prozesse große Rationalisierungseffekte haben – besonders in mannlosen Schichten nachts und am Wochenende.“ Auch die Mehrmaschinenbedienung sei ein wichtiger Faktor. Die 2019 angeschafften NZX 2000 und NLX 2500 sind beide mit einem Gantry-Lader GX 10 T ausgestattet, der den jeweiligen Arbeitsraum belädt, sowie fertige Teile entnimmt und ablegt. Während die NZX 2000 die anspruchsvollere Vorderseite der Grundkörper bearbeitet, ist die NLX 2500 für die vergleichsweise schnelle Bearbeitung des Kegels auf der Rückseite zuständig. „Um

die freien Kapazitäten auszuschöpfen, bringen wir zusätzlich auch Werkstücke von anderen Maschinen in das System ein“, erklärt Ralf Wackenhut. Dafür müsse der Bediener lediglich ein Regalfach mit den Bauteilen in die Automation schieben. WTE Präzisionstechnik vertraut in der Automatisierung auf Standardmaschinen und Standardkomponenten: „Zum einen sind die Gantry-Lader schlichtweg bewährt, zum anderen macht es die Konzeption und Anschaffung der Systeme einfacher.“ Das gelte auch für die NLX 2000 mit Stangenlader: „Die beiden Gantry-Lösungen bearbeiten ausschließlich vorgesägte Stückware. Auf der kleineren Maschine haben wir dann die Option, Bauteile weitestgehend automatisiert von der Stange zu arbeiten.“

Effiziente Bearbeitung in einer Aufspannung

Angesichts der komplexen Futter, die WTE Präzisionstechnik herstellt, waren für Ralf Wackenhut auch die vielseitigen Bearbeitungsmöglichkeiten der Drehzentren – also Drehen und anspruchsvolle Fräsoperationen in einer Aufspannung – , entscheidend: „Früher haben wir für dieselben Bauteile mehrere Prozessschritte auf unterschiedlichen Maschinen benötigt. Die Reduzierung auf eine vorder- und eine rückseitige Bearbeitung hat die Durchlaufzeiten zu Gunsten unserer Reaktionsfähigkeit erheblich reduziert.“

Wackenhut ist optimistisch, dass WTE Präzisionstechnik in Zukunft wachsen wird: „Ausreichend Platz steht uns zur Verfügung und auch gute Fachkräfte finden wir bei Bedarf.“ Oder man bilde sie selbst aus. Drei bis vier Azubis werden pro Jahr eingestellt. „Darunter immer öfter auch Frauen“, freut sich der Geschäftsführer über das Interesse der Bewerberinnen an technischen Berufen.

Technologisch blickt Ralf Wackenhut ebenfalls in die Zukunft. „Wir sehen großes Potenzial in der additiven Fertigung“, sagt er mit Verweis auf die Lasertec-SLM-Maschinen von DMG Mori. Ein Beispiel sei die Hydro-Dehntechnologie von WTE Präzisionstechnik. Hydro-Dehnfutter haben innenliegende Kanäle, in denen mit Öl Druck aufgebaut wird, der das Werkzeug spannt. Die Technologie dämpft Schwingungen, sorgt für eine hohe Rundlaufgenauigkeit und ist sehr wartungsarm. Die Fertigung kleiner Hydro-Dehnfutter sei mit konventionellen Methoden aufgrund der extrem feinen Kanäle nicht möglich: „Hierfür ist die Fertigung im Pulverbett eine sehr interessante Alternative.“

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Zerspanen

Für komplexe Teile

Die Fähigkeit, auch komplexe Teile zu drehen und zu fräsen sowie vielfältige Bearbeitungen auf der gleichen Maschine auszuführen, steigert den Durchsatz, verringert den Bedienaufwand und erhöht die Genauigkeit.

mehr...

Zerspanen

Vitamin CNC für die Werkzeugmaschine

Mit der Steuerung, dem „Herz“ der Werkzeugmaschine, steht und fällt ihre Leistungsfähigkeit. Die Strategien der Werkzeugmaschinenhersteller variieren: Sie reichen vom Anbieten von Standardpaketen, kundenindividuellen Anpassungen bis hin zu...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Nachhaltigkeit

CO2-neutrale Produktion

DMG Mori stellt seit 2021 alle Maschinen klimaneutral her – vom Rohstoff bis zur Auslieferung. Darüber hinaus spielen DMG-Mori-Maschinen eine Schlüsselrolle bei der Produktion grüner Technologien.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Präzisionswerkzeuge

Müller feiert 40. Jubiläum

Müller Präzisionswerkzeuge feiert sein 40jähriges Firmenjubiläum. 1981 gründete das Ehepaar Karl-Heinz und Siglinde Müller die K.-H. Müller GbR in Sien. Zusammen mit drei Mitarbeitenden schliff man Werkzeuge für die Holzbearbeitung.

mehr...