Prozessüberwachung
Zerspanende Prozesse überwachen
Komet Brinkhaus ist eine Tochter des Werkzeugherstellers Komet Group und entwickelt Systeme zur Überwachung zerspanender Prozesse auf der Grundlage von Daten, die schon in der Maschinensteuerung verfügbar sind. Dazu zählen die Drehmomente der Werkzeuge, die Leistungsaufnahme der Spindel, die Geschwindigkeit der Maschinenachsen sowie die Werkzeug- und Werkstücknummern. Das alles sind Daten, die sich auslesen und analysieren lassen und so für die Prozessüberwachung verwendet werden können. „Ohne Sensoren“, betont Dr. Jan Brinkhaus, der Geschäftsführer von Komet Brinkhaus. Geringe Fehlerquoten, teure Werkzeuge, kurze Zykluszeiten und der Ruf nach einer konstanten Fertigungsqualität sind nach seiner Meinung die Gründe, aus denen sich immer mehr zerspanende Unternehmen auf die Suche nach einer Form der Prozessüberwachung machen.
Das Hauptprodukt heißt Tool Scope. Es dient sowohl für die Prozessüberwachung als auch für die adaptive Prozesssteuerung. Das Besondere an diesem System ist das selbstlernende Verhalten auf Basis statistischer Analysen, zum Beispiel mit Hilfe der 6-Sigma-Strategie. Es wurde für schnelle Prozesse entwickelt, da die Überwachung und Adaption in Echtzeit erfolgen.
Tool Scope verwendet eine eigene Hardware, die in den Schaltschrank eingebaut wird. Ein weiteres Highlight ist die ununterbrochene Speicherung der Sensordaten über mehrere Tage. Obwohl das System die in der Maschine vorhandenen Daten erfasst, können darüber hinaus externe Sensoren wie Körperschall- oder Beschleunigungssensoren angeschlossen werden. Dr. Jan Brinkhaus beobachtet einen Trend zur immer tieferen Integration der Prozessüberwachung in die Steuerung der Maschine. Er sagt dazu: „Je mehr man weiß, umso besser kann man reagieren.”
Die Herausforderung dabei ist seiner Meinung nach, die Software für den Bediener zugänglich zu halten: „Man kann zwar bis auf akademisches Niveau gehen, aber der Bediener an der Maschine muss es verstehen.” Es bleibt nämlich wesentlich, dass der CNC-Bediener die Bedeutung eines Signals versteht. Wenn man diesen Aspekt nicht berücksichtigt, wird das System schon bald nicht mehr benutzt.
Darüber hinaus ist es wichtig, dass die Systeme prinzipiell an Kundenwünsche angepasst werden können. Das ist mit dem Tool Scope recht einfach machbar. Daher wurden auch in Zusammenarbeit mit der MTU die von Martin Eckstein getesteten Algorithmen erfolgreich implementiert. ee








