Wirtschaft + Unternehmen

Wenn Sie größeres vor haben...

Ein schönes Beispiel für die HSC-Bearbeitungen in etwas größeren Dimensionen bietet die SV-HSC-8000 aus dem Hause Danobat-Bimatec: Verfahrwege X = 7000, Y = 2000, Z = 1200 Millimeter. Wer solchen Maschinen beim Arbeiten zuschaut, der erstarrt erstmal vor Ehrfurcht: Maschinen bis zur Hallendecke, gewaltige Werkstücke, Berge von dunkelblauen Spänen. Steigt man aber erst ins mitfahrende ¿Führerhaus¿, so spürt man am eigenen Körper die hohen Beschleunigungen. Festhalten ist angesagt! Und niemand wundert sich mehr darüber, dass der Maschinenbediener nur so selten mitfährt, die Maschine ihr Programm allein abarbeitet.

So durfte ich als Gast bei Firma Weiß in Neuenstadt-Stein (Werkzeug-, Formen- und Vorrichtungsbau) am eigenen Leibe erfahren, was das Kürzel HSC in der Realität bedeutet. Bei Weiß stehen drei Großmaschinen - und alle sind gut ausgelastet, denn es gibt nicht viele andere Unternehmen, die solche großen Werkstücke bearbeiten können. ¿Wir besetzen da eine echte Marktlücke, in der die Kunden überwiegend aus dem Automobilbau kommen ¿ entweder direkt oder als Zulieferer¿ ¿ so sagt mir der strahlende Chef. Und auch Danobat-Bimatec-Verlaufsleiter Andreas Lindner ist zufrieden: ¿Wir brauchen solch einen Partner, der unsere neuen Maschinen im harten Praxiseinsatz voll auslastet und uns damit Optimierungsarbeiten ermöglicht.¿ So kommen denn alle zu ihrem Recht ¿ und neue Kunden zu ausgereiften und praxiserprobten Maschinen. Immerhin arbeiten in Deutschland zur Zeit rund 540 Maschinen des Herstellers Soraluce.

Die SV-HSC arbeitet mit starrem Tisch und verfahrbarem Doppelständer. Das hat grundsätzlich den Vorteil, dass die beschleunigten Massen immer gleich sind und nicht werkstückabhängig schwanken. So erhöht sich die Präzision. Ein anderes Thema der 3D-HSC-Bearbeitung, die Wärmeentwicklung, bekam man sicher in den Griff: Siemens-Hauptspindelmotoren wassergekühlt, Getriebe ölgekühlt, Hybrid-Wälzlager ölgekühlt, Steuerung mit 3D-Wärmedehnungs-Kompensation unter Berücksichtigung der unterschiedlich entstehenden Temperaturen an der Maschine.

Um neben den hohen Verfahrgeschwindigkeiten auch die notwendige Oberflächenqualität erreichen zu können, stehen NC-gesteuerte Universal- und Orthogonal-Fräsköpfe zur Verfügung. Die Universalfräsköpfe arbeiten mit bis zu 4000 oder 4500 Umdrehungen pro Minute, orthogonal geht¿s rauf bis 6000 ¿ und mit HF-Spindel sogar bis 18 000. Auf Wunsch können auch Hochfrequenzspindeln mit bis zu 40 000 Umdrehungen pro Minute und HSK-Aufnahmen eingesetzt werden. Diese Spindeln sind dann parallel zur Hauptspindel am Fräskopf befestigt.

Das Fräsen mit Orthogonal-Köpfen wird durch die zwei zusätzlichen Achsen besonders interessant. Sie steuern also die vierte und fünfte NC-Achse hinzu. Damit kann an 3D-Konturen immer im optimalen Anstellwinkel gearbeitet werden. Sollte keine 5-Achs-Bearbeitung erforderlich sein, so besteht die Möglichkeit, alle Tausendstel Grad die Achsen zu positionieren. In diesem Fall werden die Achsen hydraulisch geklemmt, um eine optimale Stabilität zu gewährleisten.

Da grundsätzlich das Werkstück und die jeweiligen Bearbeitungsaufgaben über den ideal geeigneten Fräskopf entscheiden, kann der Wechsel sinnvoll sein. Wenn aber schon Wechsel, dann soll es auch schnell gehen. Hier hilft das Kopf-Wechselsystem, das innerhalb weniger Minuten den am besten geeigneten Fräskopf bereitstellt. Das Bearbeitungsprogramm braucht nach dem Wechsel nicht großartig geändert zu werden, automatisch stellt es sich auf die neue Situation ein.

Dieter Capelle

Links: http://www.bimatec.de, http://www.metallbau-weiss.de

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