Wirtschaft + Unternehmen
VDMA erwartet 2010 Stabilisierung auf niedrigem Niveau
VDMA- Präsident Dr. Manfred Wittenstein sieht Anzeichen dafür, dass der Abschwung des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus zu Ende geht: "Im Vergleich zu den Vormonaten bestätigt sich unsere Vermutung, dass die Minusraten kleiner werden und wir uns im Kurvenverlauf deren Tiefpunkt nähern", sagte der VDMA-Präsident am 3. September bei einer Pressekonferenz zur Vorstellung der aktuellen Zahlen und der Prognose für 2010. Allerdings sei die Entwicklung noch nicht eindeutig genug.
Für Juli 2009 verzeichnete der VDMA allerdings einen Auftragseingang um real 43 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres. In Dreimonatsvergleich Mai bis Juli 2009 ergibt sich ein Minus von 46 Prozent im Vorjahresvergleich. Zwei Bereiche verzeichnen aber bereits wieder steigende Auftragszahlen: "Textilmaschinen und Fluidtechnik haben - aus völlig verschiedenen Situationen heraus - offenbar das Schlimmste hinter sich", so Wittenstein. Dies sei durch einen "Lagereffekt" begründet. Die Lager seien leer und würden nun wieder aufgefüllt.
Für 2010 leicht bessere Auftragslage erwartet
Der VDMA rechnet für 2009 mit einem Produktionsminus von 20 Prozent. Nach fünf Wachstumsjahren und einem Produktionsvolumen von 196 Milliarden Euro 2008 erwartet der Verband für 2009 einen Produktionswert von 158 Milliarden Euro. Für 2010 werden ähnliche Umsätze und damit eine Stabilisierung der Zahlen prognostiziert. "Für die Produktion von Maschinen gehen wir daher für 2010 von einem leicht steigenden Kurvenverlauf aus, in den ersten Monaten des Jahres unter Vorjahresniveau, hoffentlich bald dann wieder über dem sehr niedrigen Vorjahresniveau."
Generell gelte, dass die Konjunktur in vielen Ländern allmählich anzieht. Asien habe eine Vorreiterrolle übernommen. Die deutschen Maschinenlieferungen nach China sind selbst im ersten Halbjahr auf Wachstumskurs geblieben. "Die VR China ist inzwischen unser größter Auslandskunde geworden und hat damit - früher als erwartet - die USA auf den zweiten Platz verdrängt", berichtete Wittenstein.
Unternehmen setzen auf Zukunft
Das Minus hat Auswirkungen auf die Zahl der Beschäftigten. Sie sank im ersten Halbjahr um 18.000. Bis zum Jahresende könnten weitere 42.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Trotzdem sei erkennbar, dass die Firmen auf das Halten der Belegschaft setzen und weniger Personal abbauen als bei vergangenen Talfahrten. "Die Breite der Unternehmen setzt auf die Zukunft. Wer das Maximum an Beschäftigten hält und sich über betriebswirtschaftlich eigentlich notwendige Anpassungen hinwegsetzt, setzt darauf, dass er die wertvollste Ressource im Unternehmen, nämlich die Beschäftigten, bald wieder benötigt", sagte Wittenstein. ff








