„Leichte konjunkturelle Trendwende“
Trumpf sieht die Talsohle durchschritten
Nach drei schwierigen Jahren steigt der Auftragseingang wieder. Der Umsatz des Ditzinger Hochtechnologieunternehmens bleibt stabil. Die USA lösen Deutschland als wichtigsten Einzelmarkt ab.
Die Erholung bei Trumpf nimmt Konturen an. Nach drei Jahren mit rückläufigem Auftragseingang und zwei Jahren mit sinkendem Umsatz meldet das Hochtechnologieunternehmen für das Geschäftsjahr 2025/26 wieder bessere Zahlen. Der Auftragseingang legte nach vorläufigen Berechnungen um 7 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro zu. Der Umsatz blieb mit 4,34 Milliarden Euro nahezu stabil und lag leicht über dem Vorjahreswert von 4,33 Milliarden Euro.
Damit entwickelte sich das Geschäft besser als noch im vergangenen Herbst erwartet. Damals war Trumpf von einem stagnierenden bis leicht steigenden Auftragseingang und einem rückläufigen Umsatz für die Gruppe ausgegangen.
Besonders deutlich zeigt sich die Veränderung bei der regionalen Entwicklung: Erstmals seit längerer Zeit waren die USA wieder der stärkste Einzelmarkt des Unternehmens. Dort steigerte Trumpf den Umsatz um rund 16 Prozent auf etwa 760 Millionen Euro (Vorjahr: 661 Millionen Euro). Deutschland, bislang traditionell wichtigster Einzelmarkt, verzeichnete dagegen einen Rückgang von 6 Prozent auf rund 660 Millionen Euro (Vorjahr: 700 Millionen Euro).
Auch China, der wichtigste asiatische Einzelmarkt, blieb hinter dem Vorjahr zurück. Der Umsatz sank dort um 7 Prozent auf rund 450 Millionen Euro (Vorjahr: 482 Millionen Euro). Trotz des Rückgangs blieb China damit der größte Einzelmarkt in Asien.
„Der gestiegene Auftragseingang stimmt uns optimistisch für das laufende Geschäftsjahr, in dem wir weiteres Wachstum erwarten“, sagt Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller. „Bei aller nötigen Vorsicht gehen wir auf Basis der letzten Monate von einer leichten konjunkturellen Trendwende in unserem Geschäft aus.“
Die positive Entwicklung habe sich über alle Geschäftsbereiche hinweg gezeigt, erklärt Leibinger-Kammüller. „Ungeachtet der schwierigen geopolitischen Rahmenbedingungen ist es Trumpf gelungen, in allen Geschäftsbereichen zuzulegen. Dies betraf das Geschäft mit Werkzeugmaschinen und Lasern ebenso wie Elektronik und EUV mit unserem Partner ASML, das dank der deutlich gestiegenen Halbleiternachfrage spürbar zulegte.“
Dass die USA Deutschland als wichtigsten Einzelmarkt abgelöst haben, wertet die Trumpf-Chefin als Zeichen einer breiten internationalen Dynamik: „Dass die USA erstmals wieder der stärkste Einzelmarkt waren und darin Deutschland ablösen konnten, dokumentiert die Wachstumsdynamik in vielen Märkten weltweit.“
Auch bei strategischen Entwicklungsprojekten sieht sich das Unternehmen vorangekommen. „Zudem sind wir in wichtigen Entwicklungsprojekten wie der lasergestützten Drohnenabwehr spürbar vorangekommen“, sagt Leibinger-Kammüller.
Zum Stichtag 30. Juni 2026 beschäftigte Trumpf weltweit 16.960 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In Deutschland arbeiteten rund 8.200 Beschäftigte für das Unternehmen, davon etwa 5.350 am Stammsitz in Ditzingen.









