Intec/Z connect 2021

Daniel Schilling,

Transformation der Zulieferindustrie - Dirk Vogel im Interview

Auf dem Kongress der Intec/Z connect 2021 wird Dirk Vogel, Netzwerkmanager des AMZ – Netzwerk Automobilzulieferer Sachsen, über die Transformation der Zulieferindustrie sprechen. Wir befragten ihn im Vorfeld zu den wichtigsten Trends.

Dirk Vogel vom AMZ sprach mit INDUSTRIAL Production über aktuelle Trends in der Zulieferindustrie © AMZ

Der Strukturwandel in der Automobilindustrie kam nicht unerwartet; die Corona-Krise schon. Wie hat die Krise den Strukturwandel beeinflusst in den letzten Monaten?

Der Strukturwandel läuft schon einige Jahre. Er erfordert Investitionen in neue Technologien, vor allem der E-Mobilität aber auch für die Digitalisierung im Produktionsprozess. Die Corona-Krise hat den Auto-Absatz um über 20 Prozent in 2020 einbrechen lassen, und dass nach einem Rückgang schon in 2019. In der gesamten Branche fehlt Geld für die Investitionen. Dies betrifft sowohl die Fahrzeughersteller direkt als auch die gesamte Zulieferbranche. Der Lockdown verursacht bis heute Mehrkosten in Maßnahmen zum Pandemieschutz, Ersatz von Mitarbeitern in Quarantäne, größere Abstände zwischen den Arbeitsplätzen und ähnlichen Herausforderungen.

Wieweit ist die Digitalisierung bei den Automobilzulieferern vorangeschritten? Wie ist der Stand im Vergleich zum weltweiten Wettbewerb?

Bei den Zulieferern, die in Sequenz oder in Time an den OEM liefern, ist die Digitalisierung auf einem sehr hohen Stand. Dort werden Aufträge mit einem Vorlauf von wenigen Stunden vollständig digital an die Zulieferer gegeben und von denen an ihre Zulieferer weitergereicht. Hier ist die Digitalisierung weit fortgeschritten, auch international. Die Digitalisierung der Komponenten selbst, ist in vollem Gang, unter dem Schlagwort des "Digitalen Zwillings" werden immer mehr Daten zum Bauteil, zum Herstell-  und Qualitätsprozess gesammelt und konzentriert abgelegt. Automatisierung und Robotisierung sind in Deutschland aufgrund des Kostendrucks, heute schon höher, dies beschleunigt die Digitalisierbarkeit von Prozessen. Von einem grundsätzlichen Vorsprung kann man aber nicht sprechen, dass ist in den jeweiligen Zuliefererketten sehr unterschiedlich.

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Hat Wasserstoff als Quelle für die elektrische Energieerzeugung noch eine Chance gegenüber der Batterie?

Wir haben alle in Europa produzierenden OEM analysiert bezüglich deren Wasserstoff-Strategien.  Hier ist im PKW Bereich keine kurzfristige Trendwende hin zum Wasserstoff zu erkennen. Wasserstoff wird eine Rolle spielen für den Fernverkehr und bei höheren Lasten, also vor allem Bus und LKW. Vor allem dann, wenn der Aufbau eines Ladenetzes zu aufwändig ist. Ein weiterer Einsatz wird der Logistikverkehr und die Kommunalfahrzeuge, die nach ihrer Tour immer in ihr Depot zurückfahren. Grundsätzlich muss man unterscheiden: Die eigentliche "Transformation im Produkt" besteht darin, dass der Hauptantrieb elektrisch wird, und damit kleiner, leichter, vibrationsärmer und leiser. Auch wird das Getriebe zum großen Teil eingespart, Fahrzeuge werden bei gleichem Außenmaß innen größer oder alternativ außen kleiner. Damit wird insbesondere Verkehrslärm in den Städten reduziert.

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