Wirtschaft + Unternehmen

Schuler: Mehr Umsatz, weniger Aufträge

Mit einem Volumen von rund 18 Millionen Euro hat Schuler kürzlich den größten Service-Auftrag in der Unternehmensgeschichte erhalten. Für einen deutschen Automobilhersteller führt das Unternehmen einen "Retrofit" an gleich zwei Pressenstraßen aus dem Jahre 1998 durch.

Pressenhersteller Schuler konnte Umsatz und Gewinn in den ersten 6 Monaten des aktuellen Geschäftsjahres 2012/13 leicht steigern. Der Konzernumsatz stieg bis Ende März um rund 1 Prozent auf 586,1 Millionen Euro - angetrieben v.a. durch das Deutschland- und Amerikageschäft.

Im gleichen Zeitraum nahm das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 5,2 Prozent auf 58,1 Millionen Euro zu. Die Ebitda-Marge betrug 9,9 Prozent und "liegt somit auf Zielkurs für das laufende Jahr", wie Schuler-Chef Stefan Klebert erklärte. Das Unternehmen verzeichnete in den ersten beiden Quartalen ein Konzernergebnis von 22,6 Millionen Euro (Vorjahr: 21,7 Millionen Euro).

Die gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbesserte Ertragskraft wirkte sich auch auf die Eigenkapitalquote aus, die im Vorjahresvergleich von 24,1 Prozent auf 27,8 Prozent stieg.

Der Auftragseingang entwickelte sich verglichen mit dem sehr hohen Vorjahresniveau erwartungsgemäß rückläufig, berichtet das Unternehmen, und zwar um 21,8 Prozent auf 601,5 Millionen Euro (Vorjahr: 768,7 Millionen Euro). Dabei zeigten sich jedoch deutliche regionale Unterschiede: Während sich die Auftragseingänge in Deutschland mit 279,4 Millionen Euro lediglich um 8,6 Prozent verringerten, sanken die Auftragseingänge im europäischen Ausland um 49,3 Prozent auf 70,5 Millionen Euro. Auch in Asien ging die Nachfrage sprübar zurück (-31 Prozent auf 151,8 Millionen Euro). Allein der amerikanische Markt zeigte sich stabil:die Auftragseingänge erreichten mit 96,3 Millionen Euro nahezu das Niveau des Vorjahres (101,0 Millionen Euro).

Ausblick

Der Pressenhersteller sieht sich nach dem ersten Halbjahr auf dem richtigen Weg zu seinen Jahreszielen. "Auf Basis des Auftragsbestands von 1,13 Milliarden Euro hoffen wir, unsere Ziele für das Gesamtjahr erreichen zu können", sagte Klebert. Im Gesamtjahr will das Unternehmen eine operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) von knapp 10 Prozent erreichen. Der Umsatz soll bei rund 1,2 Milliarden Euro liegen. Schuler stellt allerdings eine Beruhigung im Markt fest und verzeichnet in einzelnen Bereichen eine sinkende Auslastung. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Konzern einen reduzierten Auftragseingang in der Größenordnung von 1 bis 1,1 Milliarden Euro.

Mit "ZusammenWachsen 2.0" hat Schuler ein Zukunftsprogramm gestartet, "um trotz konjunktureller Schwankungen den Wachstumskurs beizubehalten", führte Klebert aus. "Unser verstärktes Engagement in China wird seinen Teil genauso dazu beitragen wie die Erschließung der übrigen Wachstumsmärkte." In China verdreifacht Schuler bis Ende Juli 2013 seine Produktionskapazitäten. Das Strategiepaket beinhaltet auch das Heben von Synergien aus der Integration von in der Vergangenheit akquirierten Unternehmen.

Auch in neuen Werkstoffen wie Carbonfaser-verstärkten Kunststoffen sieht das Unternehmen ein Wachstumsfeld. Hier konnte Schuler im ersten Halbjahr einen weiteren Auftrag für eine Presse zur Herstellung von Verbundwerkstoffen verbuchen. Zugleich gewann der Maschinenbauer im Berichtszeitraum mit 18 Millionen Euro den größten Service-Auftrag in der Unternehmensgeschichte und stellte mit der TwinServo-Technologie ein neues Antriebskonzept für eine kompakte Pressengeneration vor.

Ende März beschäftigte Schuler 5.532 Mitarbeiter. Die Zahl der Beschäftigten stieg damit seit Geschäftsjahresbeginn um 1,6 Prozent.

Zustimmung zur Übernahme

Grünes Licht gaben die Kartellbehörden für die Mehrheitsbeteiligung der österreichischen ANDRITZ-GRUPPE am Schuler-Konzern, so dass die Übernahme zwischenzeitlich vollzogen werden konnte. ANDRITZ hält mehr als 90 Prozent der Aktien an der Schuler AG. kf

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