Wirtschaft + Unternehmen

Reallocation 2004: Auf dem Weg in den Osten

Expandieren, Kooperieren und Investieren in Mittel- und Osteuropa ¿ darum dreht sich alles bei der Informations- und Kommunikations-Plattform ¿Reallocation¿. Diese weltweit einzige Kongressmesse wendet sich vor allem an Unternehmen, die im Osten an Investitionen und Zusammenarbeit interessiert sind. Sie bietet nicht nur ein breites Informationsangebot, sie bringt auch alle Partner für einen erfolgreichen Marktauftritt an einen Tisch: Kommunen, Wirtschaftsförderungsgesellschaften, Investitionsagenturen, Marktforscher, Steuer-, Unternehmens- und Personalberatungen sowie Juristen, Logistikfirmen, Immobilienmakler und Banken. Schnell kann sich so das Tor zum Osten öffnen.
Das Interesse ist groß. Das Fachprogramm wurde in diesem Jahr entsprechend ausgebaut. Die Leipziger Veranstaltung, die zeitgleich mit der Zulieferermesse ¿Z¿ stattfindet, soll insbesondere Firmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Automobil- und Zulieferindustrie, aus den Bereichen Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnologie anziehen.
Immerhin 55 Prozent der Messe-Besucher gaben im Vorjahr an, dass sie konkrete Investitionspläne haben. Ein Teil der Unternehmen will sogar mehr als 50 Millionen Euro investieren. Diesen Trend bestätigen Zahlen des Deutschen Industrie- und Handelskammer-Tags (DIHK). Demnach planen 24 Prozent der Industrieunternehmen in den nächsten drei Jahren Produktionsverlagerungen in das Ausland. Die bevorstehende EU-Osterweiterung fordert deutsche und westeuropäische Unternehmen geradezu heraus, global zu denken - aber lokal zu handeln. ¿Hohe Lohnkosten sowie begrenzte Ressourcen an Flächen und qualifizierten Arbeitskräften zwingen zur Umorientierung und lenken den Blick auf die neuen Bundesländer und Osteuropa¿, so betrachtet Arndt G. Kirchhoff, Vorsitzender des BDI-Mittelstandsausschusses und Messebeirat, die Wirtschaftslage. Die Leipziger Messe orientiert sich daher noch internationaler als im Vorjahr und hat den Osten fest im Visier. Dieser Zielmarkt mit mehr als 260 Millionen Einwohnern erwirtschaftet ein Bruttoinlandsprodukt von über einer Billion Euro ¿ mit steigenden Wachstumsraten. Im Mittelpunkt der ¿Reallocation¿ stehen deshalb Polen, Ungarn, die Slowakei, Tschechien, das Baltikum und Südosteuropa. Russland wird erstmals seine wirtschaftlichen Boom-Metropolen Moskau und Sankt Petersburg präsentieren. Die Ausstellung soll einen transparenten Vergleich der Standorte bieten.
Doch bei der großen Vorstellung Osteuropas müssen sich auch die neuen Bundesländer nicht verstecken. Nach einer Einschätzung von Christian Gute, Projektverantwortlicher der ¿Reallocation¿, können sie schon jetzt durchaus überzeugen. Die bereits gut ausgebaute Infrastruktur und das große Potential an qualifizierten Fachkräften seien nicht zu unterschätzende Standortvorteile. Für die ¿Reallocation¿-Besucher sicher ein spannendes Angebot.

Fremde Länder, andere Regeln
Trotzdem: Je weiter östlich ein neuer Standort liegt, desto größer ist der Bedarf an qualitativ wertvollen Informationen. Der neue Firmensitz eines Großunternehmens zieht meist viele kleine Zulieferer nach. Denen fehlt es aber für einen erfolgreichen Standortwechsel oft an notwendigem Know-how und entsprechenden Partnern. Nicht nur die Nachfrage nach Gewerbeflächen wächst, professionelle Begleitung bei Investitionen ist mehr denn je gefragt. Die vier Ausstellungsbereiche Dienstleistungen, Kooperation und Investition, Gewerbeimmobilien sowie Finanzierung bieten den Besuchern daher vielseitige Informationen. Einzelne Förderprogramme werden vorgestellt, die den Weg in die neue Region erleichtern sollen - risikoarm und kostensparend.

Mit Experten sprechen
Ein parallel laufendes Kongressprogramm ergänzt die Ausstellung in fünf Foren mit Vorträgen, Diskussionsveranstaltungen und Seminaren. Dabei werden nicht nur volkswirtschaftliche, steuerrechtliche und immobilienökonomische Hintergründe beleuchtet. Das Forum ¿Reallocation Inside¿ gibt einen allgemeinen und vergleichenden Überblick zu den Märkten und zu wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Spezieller sind die anderen Foren ausgerichtet: Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) stellt Branchen und damit verbundene Möglichkeiten zur Zusammenarbeit und für Investitionen vor. Besonders interessant dürften dabei die Berichte von Unternehmern aus der Praxis sein, die bereits Erfahrungen in östlichen Regionen gemacht haben. Im Blickpunkt der ¿Focus Area¿ stehen Insiderinformationen zu besonderen Themen, beispielsweise Logistik, Energie und Umwelt. In der ¿MOE Area¿ beantworten Experten Fragen zu ausgewählten Regionen Mittel- und Osteuropas. Das ¿Real Estate & Investment Forum¿ erläutert Details zu den einzelnen Immobilienmärkten und konkretisiert das regionale Grundstücks-, Steuer-, Planungs- und Baurecht. Individuelle Vorträge der Aussteller sollen dieses umfangreiche Angebot abrunden.

Blick in die Zukunft
In Leipzig denkt man schon jetzt über 2004 hinaus. Die langfristig interessanten Perspektiven können westliche Unternehmen durchaus ermutigen: Osteuropäische Volkswirtschaften haben ein enormes Potential, nicht zuletzt durch erste fruchtbare Erfolge der Reformprozesse. Die ¿Reallocation¿ wird daher im kommenden Jahr die Vermittlung von Kooperationen in der Ausstellung und im Rahmenprogramm in den Mittelpunkt stellen.
Wer aber bereits in diesem Jahr ¿die Weichen¿ für ein erfolgreiches Engagement im Osten stellen möchte, für den heißt es im Juni: Auf nach Leipzig! Monika E. Melk

Links: http://www.reallocation.de

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