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Wirtschaft + Unternehmen

Mann+Hummel bietet Reinraumfertigung in Großserie

Was für das Bier in der Bayerischen Landesverordnung seit fast 500 Jahren festgelegt ist, hält zunehmend Einzug in den Motorenbau: das Reinheitsgebot. Der Filtrationsspezialist Mann+Humml bietet Nutzfahrzeugherstellern daher die Option, Großserien von Komponenten in Reinräumen zu produzieren. Am Standort Marklkofen fertigt das Unternehmen bereits Dieselkraftstofffilter für mittelschwere Motoren von Mercedes-Benz im Reinraum.

Der Filtrationsspezialist Mann+Hummel bietet Fahrzeugherstellern die Option, Großserien von Komponenten in Reinräumen zu produzieren.

Für Bauteile der Motorperipherie heißt das, Verunreinigungen abzuscheiden, die im Durchmesser kleiner als ein tausendstel Millimeter sind. Das Unternehmen erfüllt die scharfen Anforderungen der Automobilhersteller nach Bauteilsauberkeit mit seinem seit mehr als sieben Jahren etablierten Component Cleanliness Management (CCM). Das CCM-Konzept des Filtrationsspezialisten legt bereits in der Entwicklung kritischer Komponenten den Grundstein für ein technisch sauberes Produkt und berücksichtigt alle Prozesse von Konstruktion und Einkauf über Produktion und Montage bis hin zu Lagerung, Transport und Übergabe an den Kunden. Zulieferer und die gesamte Logistikkette unterliegen den CCM-Anforderungen. "Unser Ziel ist es, die Bauteilsauberkeit, die wir in der Fertigung liefern, über alle nachgeschalteten Abläufe bis hin zur Anlieferung unserer Produkte beim Kunden zu erhalten", erklärt Thorsten Schmid, CCM-Beauftragter bei Mann+Hummel.

Die Ludwigsburger setzen für das Kraftstofffiltermodul von Mercedes-Benz auf ein zweistufiges Reinigungskonzept. Stufe eins befreit das Aluminium-Gehäuse des Moduls von Grobschmutz und Kühlschmiermitteln. In Stufe zwei erhält das Bauteil mittels Feinreinigung die geforderte Sauberkeit. Die Montage der Komponenten erfolgt in einem nach EN ISO14644 zertifizierten Reinraum, dessen Decken, Wände und Böden Schmutz abweisend ausgestattet sind. Der Raum verfügt über eine definierte Luftwechselrate. Im Reinraum ist der Druck leicht höher als in der Werkhalle; so bleibt der Staub außen vor. Die Funktionalität des Raums wird mittels Partikelfallen nachgewiesen. Das hausinterne CCM-Labor übernimmt mit regelmäßigen Messungen am Durchströmungsprüfstand die systematische Qualitätskontrolle der fertigen Produkte.

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Ein entscheidender Punkt des CCM-Konzepts ist die Qualifizierung der am Prozess beteiligten Mitarbeiter. Mann+Hummel sorgt dafür, dass sie die verbindlichen CCM-Vorgaben kennen und wissen, wie sie im Arbeitsalltag umzusetzen und zu überprüfen sind. Nur geschultes Personal in spezieller Schutzbekleidung (Kopfschutz, Mantel, Schuhe, Handschuhe) erhält mit persönlicher ID-Karte Zugang zum Reinraum. "Wichtig ist uns der kontinuierliche Dialog mit den Mitarbeitern, um daraus stetige Verbesserungen abzuleiten", erklärt Schmid.

Fahrzeughersteller fordern unterschiedliche Grade der Bauteilsauberkeit. Besonders sensible Produkte sind Kraftstoff-, Öl- und Harnstofffiltersysteme. Für Applikationen in der Kraftstoffführung akzeptieren verschiedene Hersteller maximale Partikelgrößen von 0,2 bis 0,4 Millimeter. Für Common-Rail-Einspritzsysteme mit Drücken von bis zu 2.400 bar und Düsenbohrungen mit zirka 0,1 Millimetern Durchmesser ist der Schutz vor Partikeln im Bereich weniger tausendstel Millimeter essenziell. kf

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