Lösungen für Energieversorger
Siemens und Accenture bilden Joint Venture im Smart-Grid-Bereich
Siemens und Accenture haben die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens für Smart Grids vereinbart. Das Joint Venture mit dem Namen Omnetric Group soll Lösungen entwickeln und Dienstleistungen erbringen, die Energieversorgern effizienteren Betrieb und höhere Versorgungssicherheit ermöglichen.
Sitz des Unternehmens wird München sein. Im ersten Jahr soll sich die Zahl der Beschäftigten auf etwa 100 belaufen. Die Geschäftsaktivitäten werden sich anfangs auf Europa und die USA fokussieren, die weltweite Expansion ist für die Zukunft geplant.
Siemens und Accenture haben sich darauf verständigt, keine finanziellen Details der Vereinbarung über die Omnetric Group zu veröffentlichen. Der Schwerpunkt liegt auf Lösungen und Services für die Systemintegration und für das Management der immer größer werdenden Datenmengen, die in den Energienetzen anfallen. Durch diese Angebote können Versorger Betriebstechnologien (OT) - wie das Echtzeit-Netzmanagement - mit Informationstechnologien (IT) - wie der intelligenten Verbrauchsmessung - zusammenführen.
Omnetric Group vereinigt die Produkte und Lösungen von Siemens mit der Expertise von Accenture bei Beratung, Systemintegration sowie Betreiberlösungen (Managed Services). Zu den IT- und OT-Lösungen kommt die Erfahrung beider Unternehmen in der Energieindustrie. "Mit dieser Kombination schaffen Siemens und Accenture ein starkes und agiles Unternehmen, das den Anforderungen eines sich schnell wandelnden Markts gerecht wird", sagte Jan Mrosik, CEO der Smart Grid Division von Siemens.
Die Lösungen und Services, die das neue Unternehmen entwickeln wird, sind Antworten auf eine Reihe von Herausforderungen, denen Energieversorger heute gegenüberstehen. In Europa etwa setzt der schnell steigende Anteil dezentral erzeugter Energie die Strompreise unter Druck und bedroht damit die Geschäftsmodelle der Versorger. Gleichzeitig stellt die rasch zunehmende Einspeisung schwankender Energie aus erneuerbaren Quellen eine Gefahr für die Stabilität der Netze dar. In Nordamerika bedrohen die schnell alternde Infrastruktur und die größere Häufigkeit von Naturkatastrophen die Versorgungssicherheit.
"Durch die Integration neuer und bislang isolierter Anwendungen können Versorger die Netzstabilität verbessern und eine Brücke zum Echtzeit-Netzmanagement schlagen", so Mrosik. Durch Demand-Response-Lösungen lasse sich etwa der Verbrauch aktiv steuern. Virtuelle Kraftwerke eröffneten neue profitable Geschäftsmodelle und Meter Data Management mache Verbrauchern ihre Nutzungsgewohnheiten transparent und ermögliche energieeffizientes Verbrauchsverhalten. "Wir glauben, dass diese Integration niemand besser machen kann, als ein Unternehmen, das das Industrie-Know-how von Siemens und die komplementäre IT-Expertise von Accenture kombiniert."
Jack Azagury, Global Managing Director bei den Smart Grid Services von Accenture: "Versorger suchen nach Wegen, ihre Kapitaleffektivität zu erhöhen und ihre Kosten zu senken, während sie gleichzeitig mehr dezentrale Erzeugung aus erneuerbaren Quellen und Elektrofahrzeuge in ihre Energienetze integrieren. Dies erfordert einen Gesamtüberblick über Systeme und Daten, der die Integration von traditionellen IT-Lösungen und OT-Lösungen, die für das Management der Netze nötig sind, ermöglicht. Omnetric Group wird exzellent positioniert sein, so dass Versorger den Nutzen aus dieser Konvergenz von IT und OT realisieren können. Dabei handelt es sich um einen entscheidenden Schritt für das Management der zunehmend komplexen und von Daten gesteuerten Versorger."
Der Beginn der Geschäftstätigkeit der Omnetric Group steht noch unter dem Vorbehalt vertraglicher Vollzugsbedingungen sowie der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden. kf








