Jobsituation in Eurozone
Beschäftigung in Deutschland steigt auf Rekordniveau
Die Zahl der Arbeitslosen - gemessen nach dem international gebräuchlichen ILO-Standard - sinkt in diesem Jahr auf 2,25 Millionen ebenfalls ein Rekordwert in der Geschichte der wiedervereinigten Bundesrepublik. Im vergangenen Jahr waren 2,28 Millionen Menschen arbeitslos. Ganz anders die Situation in vielen anderen Ländern der Eurozone: Nach zwei Rezessionsjahren und angesichts eines nur schwachen Wirtschaftswachstums von gerade einmal 0,9 Prozent in diesem Jahr wird die Arbeitslosigkeit in der Eurozone mit 19,3 Millionen Arbeitslosen einen neuen Höchstwert erreichen. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 waren in den Euroländern 15,9 Millionen Menschen arbeitslos, 2007 sogar nur 11,8 Millionen. Die höchsten Arbeitslosenquoten werden mit 28, 27 und 17 Prozent in diesem Jahr Griechenland, Spanien und Portugal aufweisen. Erst ab 2015 wird die Arbeitslosigkeit in der Eurozone langsam wieder sinken um jeweils 2 Prozent in den beiden kommenden Jahren. Das sind Ergebnisse der aktuellen Ausgabe des "EY Eurozone Forecast" (EEF).
Rekordbeschäftigung in Deutschland – Rekordarbeitslosigkeit in der Eurozone
Noch nie waren in Deutschland so viele Menschen erwerbstätig wie im Jahr 2013: Im Jahresdurchschnitt lag die Zahl der Erwerbstätigen bei 41,8 Millionen, das waren 0,6 Prozent mehr als 2012. Seit 2007 ist die Zahl der Beschäftigten damit um 2 Millionen gestiegen. Zum Vergleich: EU-weit sind im selben Zeitraum etwa 4 Millionen Jobs verloren gegangen. Der Aufwärtstrend in Deutschland hält auch in den kommenden Jahren an: 2014 dürfte ein neuer Beschäftigungsrekord erreicht werden. Im Jahresmittel wird die Zahl der Beschäftigten laut Prognose um 0,3 Prozent auf knapp 42 Millionen steigen. Bis 2016 soll die Zahl der Beschäftigten in Deutschland sogar auf 42,20 Millionen steigen, vor allem angetrieben von der anhaltend starken Einwanderung in die Bundesrepublik. Gleichzeitig sinkt die Arbeitslosigkeit: In diesem Jahr wird die Arbeitslosenquote in Deutschland - nach ILO-Standard - bei 5,2 Prozent liegen, um dann bis 2016 auf 5,1 Prozent zu sinken. Mit dieser positiven Arbeitsmarktentwicklung steht Deutschland unter den großen westeuropäischen Volkswirtschaften allerdings ziemlich allein da - nur in Deutschland ist die Erwerbslosigkeit heute niedriger als vor Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise. In Portugal ist sie beispielsweise doppelt so hoch, in Spanien sogar dreimal so hoch. Für 2014 wird für die gesamte Eurozone ein weiterer Anstieg der Arbeitslosigkeit erwartet: Die Zahl der Erwerbslosen wird laut Prognose um 0,5 Prozent auf 19,3 Millionen steigen. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 waren in den Ländern der Eurozone nur 11,8 Millionen Menschen ohne Arbeit. Die Erwerbslosenquote wird 2014 den Rekordwert von 12,3 Prozent erreichen; 2007 lag sie bei 7,6 Prozent.
Trendwende in Spanien und Portugal, aber mehr Arbeitslose in Frank-reich und Italien
In Frankreich, Deutschlands wichtigstem Handelspartner, stehen die Zeichen derweil weiter auf Krise: Seit 2007 ist die Zahl der Erwerbslosen dort um mehr als ein Drittel (36 Prozent) gestiegen - in Deutschland ist sie im gleichen Zeitraum um 37 Prozent gesunken. Für das laufende Jahr wird ein Anstieg der Zahl der Erwerbslosen in Frankreich um 1 Prozent erwartet - nach einem Zuwachs um 8 Prozent im vergangenen Jahr. Besonders stark verschlechtert hat sich die Situation in der französischen Industrie: Seit 2007 ist die Zahl der Arbeitsplätze in der Industrie um 400.000 gesunken - in Deutschland sind hingegen im gleichen Zeitraum 40.000 zusätzliche Industriejobs entstanden. Immerhin scheint sich aber in Spanien und Portugal eine Wende zum Positiven anzudeuten: In Spanien soll die Zahl der Arbeitslosen in diesem Jahr erstmals seit 2007 wieder sinken, wenn auch nur leicht (um 1 Prozent). Seit 2007 sind in Spanien 3,6 Millionen Jobs verloren gegangen, die Zahl der Erwerbslosen ist zwischen 2007 und 2013 um fast 140 Prozent gestiegen. Auch in Portugal ist ein leichter Abbau der Arbeitslosigkeit um 1 Prozent zu erwarten. Italien und Griechenland werden hingegen vorerst weiter steigende Erwerbslosenzahlen vermelden: In Italien soll die Zahl der Jobsuchenden in diesem Jahr laut Prognose um 5 Prozent steigen, in Griechenland um 2 Prozent. "Die hohe Arbeitslosigkeit, vor allem die Jugendarbeitslosigkeit, ist die wichtigste Herausforderung für die Politik in Europa", so Clemens Fuest, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von EY. "Man sollte darauf setzen, die duale Ausbildung in den Krisenstaaten auszubauen und die internationale Mobilität der Arbeitnehmer zu fördern".









