Katharina C. Hamma im Interview
"Stets im Wandel"
SCOPE-Chefredakteur Hajo Stotz sprach mit der Geschäftsführerin der Messe Köln, Katharina C. Hamma, über die neue Orgatec und die weiteren Zukunftspläne der Messegesellschaft.
SCOPE: Frau Hamma, die Orgatec hatte lange den angestaubten Ruf einer Schreibtischmesse. Inzwischen greift die Veranstaltung aber neben dem Thema Büromöbel auch Zukunftsthemen wie Demographischer Wandel im Büro oder Change Management auf. Wie sind denn die Reaktionen von Ausstellern, Besuchern und Kongress-teilnehmern auf diese Themen?
Hamma: Die Orgatec ist und bleibt stets im Wandel. Wie keine andere Messe bildet sie die ganze Welt der Arbeit ab und stellt als Plattform für Trends und Konzepte einer innovativen Branche die Weichen für das vernetzte, mobile Büro von morgen. Das macht sie individuell und unverzichtbar. Entsprechend positiv ist auch die Stimmung innerhalb der Branche.
SCOPE: Das Messethema Gamification klingt ein wenig nach Computerspielen - was verbirgt sich dahinter?
Hamma: Tatsächlich kommen dabei spieltypische Elemente zum Einsatz. Unternehmen wie SAP, Rabobank, oder Centigrade zeigen auf, wie das Mitarbeiterengagement durch deren Verwendung verbessert werden kann. Das Marktforschungsinstitut Gallup gibt einen Überblick über den Status quo des Mitarbeiterengagements. Zudem werden Vorträge aus der Wissenschaft sowie eine Podiumsdiskussion Gründe für die Wirksamkeit und Erfolgsaussichten von Gamification im Unternehmensbereich aufzeigen.
SCOPE: Neu auf der Messe ist auch die Sonderschau Smart Office Materials. Was kann sich der Besucher darunter vorstellen?
Hamma: Wir haben diese Sonderschau speziell als Anlaufpunkt für Architekten, Planer, Designer und Einrichter konzipiert, die das Besondere suchen. Sie rückt Materialien für die Arbeitswelten von morgen ins Blickfeld. Dabei steht besonders das Thema Nachhaltigkeit im Fokus. Smart Office Materials gehen aus biologischen Ressourcen hervor, sind der Gesundheit zuträglich und werden aus Reststoffen anderer Kontexte produziert. Zum Beispiel zeigen wir einen Stuhl, der zu einem großen Teil aus Pilzmaterial besteht. Die Anwendung von natürlichen Materialien bringt aber nicht nur neue Möglichkeiten für organisches Design mit sich. Sie greift auch den Wunsch vieler Architekten nach ökologisch nachhaltigen Lösungen für die stetige Umgestaltung vieler Bürosituationen auf. In der Sonderschau sollen sich Designer und Architekten für ihre zukünftigen Projekte inspirieren können.
SCOPE: Sie sind seit 2011 Geschäftsführerin bei der Messe Köln; 2013 verbuchte Köln den höchsten Umsatz seit Bestehen der Messe. Welchen Anteil schreiben Sie sich daran zu?
Hamma: Als ich zur Koelnmesse kam, wurde das Unternehmen kurz zuvor reorganisiert. Das gesamte operative Messemanagement inklusive Marketing-Kommunikation, Vertrieb und Services wurde in einem Geschäftsführungsbereich zusammengefasst, den ich nun leite. Aus meiner Sicht war das eine richtige und wichtige Entscheidung; nur so lassen sich Synergien erkennen und einheitliche Prozesse etablieren. Da die neuen Strukturen noch frisch waren, als ich kam, hatte ich die Möglichkeit viel mitzugestalten.
SCOPE: Dieses Jahr begeht die Messe ihren 90. Geburtstag. Welche Zukunftspläne verfolgen Sie?
Hamma: Die Koelnmesse wird sich nach dem tollen Ergebnis 2013 voraussichtlich weiter positiv entwickeln. Damit legen wir eine wichtige Grundlage für zukünftige Investitionen, die eine Voraussetzung für den Erhalt unserer langfristigen Wettbewerbsfähigkeit sind. Darunter fällt unser Messeprogramm, welches wir stetig weiter ausbauen. Neue Trends, neue Entwicklungen im Markt, neue Produkte - all das muss sich auf unseren Messen als zentralen Branchenplattformen wiederfinden. Zusätzlich zu unseren bestehenden Messen entwickeln wir auch immer wieder neue Messekonzepte im In- und Ausland, insbesondere in unseren Kernkompetenzfeldern wie Ernährung, Einrichten und Eisenwaren. Neben unserem Messeprogramm stehen unser Gelände und unsere Infrastruktur im Mittelpunkt der Investitionen.









