Geschäftszahlen 1. Quartal 2026

Inka Krischke,

Siemens erhöht Prognose für 2026 nach starkem ersten Quartal

Siemens startet stark ins Geschäftsjahr 2026 und hebt nach einem erfolgreichen ersten Quartal die Prognose an. Der Technologiekonzern verzeichnete einen deutlichen Anstieg bei Auftragseingang und Umsatz, während das industrielle Ergebnis zweistellig zulegte. Mit einem Auftragsbestand von 120 Milliarden Euro erreichte Siemens zudem einen neuen Rekordwert.

Siemens-Konzernzentrale in München © Siemens

Siemens steigerte im ersten Quartal 2026 des Geschäftsjahres den Auftragseingang auf vergleichbarer Basis, also ohne Währungsumrechnungs- und Portfolioeffekte, um 10 % auf 21,4 Milliarden Euro (Q1/2025: 20,1 Milliarden Euro). Das Wachstum wurde von Smart Infrastructure mit einem Rekordauftragseingang angeführt und wurde zudem durch eine beträchtliche Steigerung bei Digital Industries sowie eine deutliche Zunahme bei Mobility unterstützt. Währungsumrechnungseffekte minderten das Wachstum von Auftragseingang und Umsatzerlösen jeweils um 5 %; Portfoliotransaktionen trugen jeweils einen Prozentpunkt bei.

Die Umsatzerlöse wuchsen auf breiter Basis über alle industriellen Geschäfte um 8 % auf vergleichbarer Basis auf 19,1 Milliarden Euro (Q1/2025: 18,4 Milliarden Euro). Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatzerlösen (Book-to-Bill-Verhältnis) erreichte mit 1,12 einen starken Wert. Der Auftragsbestand lag auf Rekordhöhe und betrug am Ende des ersten Quartals des Geschäftsjahres 120 Milliarden Euro.

Das Ergebnis des Industriellen Geschäfts stieg um 15 % auf 2,9 Milliarden Euro (Q1/2025: 2,5 Milliarden Euro), die Marge verbesserte sich auf 15,6 %, war jedoch durch negative Währungseffekte belastet, insbesondere bei Digital Industries. Dort resultierte der Ergebnisanstieg vor allem aus dem Automatisierungsgeschäft. Smart Infrastructure steigerte das Ergebnis deutlich in allen Geschäften.

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Der Gewinn nach Steuern betrug 2,2 Milliarden Euro (Q1/2025: 3,9 Milliarden Euro). Das Vorjahresquartal war durch einen positiven Effekt von 2,1 Milliarden Euro aus dem Verkauf von Innomotics begünstigt gewesen. Die Kapitalrendite (ROCE) ging infolge des niedrigeren Nachsteuerergebnisses und eines deutlich gestiegenen durchschnittlich eingesetzten Kapitals zurück, das vor allem durch die Akquisitionen von Altair und Dotmatics zunahm.

Der Free Cash Flow sank im Industriellen Geschäft auf 1,0 Milliarden Euro (Q1/2025: 1,7 Milliarden Euro), im Wesentlichen durch einen Aufbau des Working Capital, unter anderem wegen fälliger Zahlungen bei Mobility-Projekten. Außerhalb des Industriellen Geschäfts verzeichnete Siemens einen Zahlungsmittelabfluss von 0,4 Milliarden Euro im Zusammenhang mit der Begleichung einer Entsorgungsverpflichtung für radioaktiven Abfall. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen lagen zum 31. Dezember 2025 bei 0,7 Milliarden Euro und damit unverändert niedrig.

„Unsere starke Leistung im ersten Quartal zeigt, dass wir unsere Strategie erfolgreich umsetzen. Siemens ist in seinen Wachstumsmärkten sehr gut positioniert. Künstliche Intelligenz ist ein starker Wachstumstreiber für unsere Geschäfte. Wir skalieren industrielle KI in unseren Kernbranchen zusammen mit Weltklasse-Partnern. Indem wir KI tief in Design, Entwicklung, Produkten und Betrieb integrieren, schaffen wir messbaren Mehrwert für unsere Kunden“, sagte Vorstandsvorsitzender Roland Busch.

Starke Leistung in allen industriellen Geschäften

Digital Industries erzielte zweistellige Wachstumsraten bei Auftragseingang und Umsatzerlösen mit starken Wachstumsbeiträgen sowohl vom Softwaregeschäft, das eine Reihe größerer Aufträge gewann, als auch vom Automatisierungsgeschäft, das maßgeblich durch das kurzzyklische Geschäft bestimmt war. Geografisch betrachtet stiegen Auftragseingang und Umsatzerlöse in allen Berichtsregionen mit einem starken vergleichbaren Wachstum in den USA und in China. Der Auftragseingang wuchs auf vergleichbarer Basis um 13 % auf 4,8 Milliarden Euro (Q1/2025: 4,2 Milliarden Euro), während die Umsatzerlöse auf vergleichbarer Basis um 10 % auf 4,5 Milliarden Euro stiegen (Q1/2025: 4,1 Milliarden Euro). Das Ergebnis legte um 37 % auf 804 Millionen Euro zu (Q1/2025: 588 Millionen Euro). Die Ergebnismarge lag damit bei 17,8 % (Q1/2025: 14,5 %). Die starken Steigerungen bei Ergebnis und Profitabilität waren weitgehend auf das Automatisierungsgeschäft zurückzuführen.

Bei Smart Infrastructure stieg der Auftragseingang auf vergleichbarer Basis um 22 % auf einen Rekordwert von 7,2 Milliarden Euro (Q1/2025: 6,2 Milliarden Euro). Vergleichbar nahmen Auftragseingang und Umsatzerlöse in allen Geschäften und Berichtsregionen zu. Die Umsatzerlöse wuchsen auf insgesamt 5,5 Milliarden Euro (Q1/2025: 5,3 Milliarden Euro), vorwiegend vom Electrification-Geschäft getragen, das seinen großen Auftragsbestand weiterhin konsequent abarbeitete. Geografisch betrachtet kam das Wachstum der Umsatzerlöse hauptsächlich aus Europa und den USA. Das Ergebnis belief sich auf 1,1 Milliarden Euro (Q1/2025: 891 Millionen Euro) und die Ergebnismarge auf 19,0 % (Q1/2025: 16,9 %). Smart Infrastructure konnte Ergebnis und Profitabilität in allen Geschäften aufgrund von höheren Umsatzerlösen, Skaleneffekten und kontinuierlichen Produktivitätsverbesserungen steigern. Zusätzlich war die Profitabilität durch positive Effekte aus Rohstoffhedging begünstigt, die negative Währungseffekte überwogen.

Mobility steigerte den Auftragseingang auf vergleichbarer Basis um 10 % auf 2,9 Milliarden Euro (Q1/2025: 2,7 Milliarden Euro). Der Auftragseingang stieg aufgrund eines höheren Volumens aus Großaufträgen, darunter ein Auftrag über 0,6 Milliarden Euro für die Lieferung batteriegetriebener Regionalzüge in Deutschland sowie die Erweiterung eines bestehenden Vertrags um 0,4 Milliarden Euro für die Lieferung automatischer Metrozüge in Frankreich. Das vergleichbare Wachstum der Umsatzerlöse von 9 % auf 3,2 Milliarden Euro war maßgeblich bestimmt vom Schienenfahrzeug- und vom Kundenservicegeschäft. Das Ergebnis wuchs um 15 % auf 286 Millionen Euro (Q1/2025: 249 Millionen Euro), während die Ergebnismarge auf 9,0 % zulegte (Q1/2025: 8,4 %).

Siemens Healthineers verzeichnete einen rückläufigen Auftragseingang gegenüber einem von Großaufträgen geprägten Vorjahresquartal. Vergleichbares Umsatzwachstum erzielten Precision Therapy und Imaging, während Diagnostics – insbesondere aufgrund struktureller Marktveränderungen in China – zurückging. Das Ergebnis wurde durch höhere Handelszölle, negative Währungseffekte sowie einen ungünstigen Geschäftsmix belastet.

Siemens Financial Services steigerte den Ergebnisbeitrag deutlich, vor allem infolge geringerer Aufwendungen für Kreditvorsorgen im Fremdfinanzierungsgeschäft.

Im Konzernabschluss wirkten höhere Lizenzentgelte für Markenrechte bei gleichzeitig niedrigeren Governance-Kosten ergebnisverbessernd. Die Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene immaterielle Vermögenswerte stiegen vor allem wegen Altair und Dotmatics. Zudem wurde ein Gewinn von 0,2 Milliarden Euro aus der Übertragung von Anteilen an Fluence Energy an den Siemens Pension Trust erfasst. Der Verkauf des Flughafenlogistikgeschäfts in den USA wurde im Februar 2026 abgeschlossen.

Ausblick auf 2026

Für das Geschäftsjahr 2026 hebt Siemens die Prognose für das unverwässerte Ergebnis je Aktie vor Kaufpreisallokation (EPS pre PPA) auf 10,70 bis 11,10 Euro an. Erwartet wird ein vergleichbares Umsatzwachstum von 6 bis 8 % bei einem Book-to-Bill-Verhältnis von über 1. Darüber hinaus bestätigt das Unternehmen die weiteren in der Ergebnisveröffentlichung Q4/2025 abgegebenen Erwartungen für das Geschäftsjahr 2026: Man gehe davon aus, dass sich das weltweite konjunkturelle Umfeld stabilisieren und das globale BIP-Wachstum in etwa auf dem Vorjahresniveau bleiben wird. Negative Währungseffekte werden sowohl die nominalen Wachstumsraten beim Volumen als auch das Ergebnis der industriellen Geschäfte sowie das Ergebnis je Aktie (EPS) im Geschäftsjahr 2026 stark belasten.

Digital Industries erwartet für das Geschäftsjahr 2026 ein vergleichbares Wachstum (bereinigt um Währungsumrechnungs- und Portfolio-effekte) der Umsatzerlöse von 5% bis 10% und eine Ergebnismarge zwischen 15% und 19%. Smart Infrastructure geht für das Geschäftsjahr 2026 von einem vergleichbaren Wachstum der Umsatzerlöse in Höhe von 6% bis 9% sowie einer Ergebnismarge von 18% bis 19% aus. Mobility plant im Geschäftsjahr 2026 ein vergleichbares Umsatzerlöswachstum von 8% bis 10% und eine Ergebnismarge zwischen 8% und 10% zu erzielen.

Für den Siemens-Konzern wird für das Geschäftsjahr 2026 mit einem vergleichbaren Wachstum der Umsatzerlöse von 6% bis 8% und einem Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatzerlösen (Book-to-Bill-Verhältnis) von über 1 ausgegangen.

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