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Für die Lineartechnik geht es vorwärts

Nach den dramatischen Produktionseinbrüchen im Jahr 2009, befindet sich die Lineartechnik gegenwärtig in einer unglaublichen Aufholjagd. "Wir konnten, sicherlich auch bedingt durch die Wechselkurssituation mit den asiatischen Marktbegleitern, in Europa Marktanteile ausbauen" erläutert der Vorsitzende des Arbeitskreises Lineartechnik, Klaus Jäger, Geschäftsführer der Atlanta Antriebssysteme anlässlich der Herbstsitzung des Arbeitskreises Lineartechnik im VDMA.

Sieht optimistisch nach vorne: VDMA-Linear-Vorsitzender Klaus Jäger.

"Nach den starken Auftragsrückgängen im Jahr 2009 konnte die deutsche Lineartechnik äußerst erfreuliche Auftragseingänge verzeichnen, mit bis zu plus 60 Prozent", betonte Jäger. Natürlich spielt hier der Basiseffekt der Vorjahre eine große Rolle und die Tatsache, dass weltweit die Automatisierungsprojekte und die Werkzeugmaschinenbranche wieder anziehen. "Für 2010 erwartet der VDMA für die Lineartechnik ein Umsatzplus von 30 Prozent", so Jäger.

Vorausgesetzt das Weltkonjunkturklima erhält keine überraschende Eintrübung, erwartet die Lineartechnik für 2011 ein Plus von zehn Prozent in Umsatz und Auftragseingang. Treiber werden nach wie vor Projekte im Automatisierungsbereich sein. Jäger plädiert trotzdem für Nüchternheit in der Lagebeurteilung. Nach wie vor gibt es Unsicherheiten, zum Beispiel Rückgänge im US-Markt, eine erwartete Wachstumsverlangsamung in China oder neue Problemstellungen im Finanzmarkt, trotzdem sollten die Unternehmen auf ihre Stärken vertrauen.

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Ein beherrschendes Thema der Branche wird die Behebung der Engpässe entlang der Zulieferkette der Lineartechnik sein. Hier zeichnen sich bei Material und Elektronikkomponenten erste Produktionsbehinderungen ab.

Gleichzeitig können die deutsche Lineartechnik und der Maschinenbau ihren Erfolg nur ausbauen, wenn sie verstärkt in die Ingenieurausbildung investieren. Die Industrie betont, dass die Ausbildungsmöglichkeiten momentan nicht dem industriellen Bedarf entsprechen. Gefordert wird bei einer guten Qualität eine deutliche Erhöhung der Quantität. In den nächsten Jahren wird das Problem des Ingenieurmangels durch die sinkenden Schülerzahlen noch verstärkt. Es müsse bereits im Gymnasium mehr Interesse und auch Spaß an Mathematik und Physik vermittelt werden.

"Der aufkeimende Aufschwung habe das schon vor der Krise bestehende Thema Mangel an Fachkräften und Ingenieuren wieder akut werden lassen, nichts desto trotz können wir bei weiterhin guten Randbedingungen das Produktionsniveau von 2007/2008 Anfang 2012 wieder erreichen", bekräftigt Jäger. bw

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