Fraunhofer zu FuE:
"Deutsche Innovationskraft steigern"
Die Koalitionsverhandlungen in Berlin sind in vollem Gange: Um die Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung zu verbessern, haben Fraunhofer-Strategen zehn Empfehlungen für die Wissenschaftspolitik erarbeitet. Forschung und Entwicklung sind ein wichtiges Fundament für Deutschlands wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, für Wohlstand und Lebensqualität. "Nur durch Forschung und Entwicklung auf höchstem Niveau und durch effizienten Transfer in konkrete Produkte und Dienstleistungen können wir Lösungen für die großen Herausforderungen der Zukunft entwickeln", sagt Professor Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. "Wir müssen uns für viele Aufgaben wappnen: Uns im zunehmenden internationalen Wettbewerb behaupten, die Folgen des demographischen Wandels sowie der Finanz- und Wirtschaftskrise meistern und vieles mehr. Unser Ziel ist es, die Innovationskraft in Deutschland zu steigern. So können wir den Wohlstand in Deutschland sichern. Anlässlich der aktuellen Debatte um die Rahmenbedingungen für die deutsche und europäische Forschungslandschaft haben wir zehn Empfehlungen für die Wissenschaftspolitik erarbeitet".
Eine wesentliche Grundlage für neue Ideen und Erfindungen ist die finanzielle Ausstattung für Forschung und Entwicklung (FuE). Aktuell gehört die Bundesrepublik zu den Ländern mit der größten Innovationskraft in Europa. Das geht unter anderem aus der aktuellen Rangliste der EU-Kommission hervor. Dies ist auch ein Erfolg der Forschungs- und Innovationspolitik der vergangenen Jahre. Es ist gelungen, die FuE-Ausgaben auf fast drei Prozent des Bruttosinlandsprodukts (BIP) zu steigern. Dies stärkt den Wirtschaftsstandort und damit auch den Arbeitsmarkt. Um international führend zu bleiben, muss dieser Anteil steigen. Die Fraunhofer-Gesellschaft empfiehlt deshalb mehr zu investieren und das ambitionierte Ziel von 3,5 Prozent des BIP bis zum Jahr 2020 anzustreben.
Im Pakt für Forschung und Innnovation, den die Regierungschefs von Bund und Ländern 2005 beschlossen haben, verpflichteten sie sich, deutsche Forschungsorganisationen zu fördern und diesen so Planungssicherheit zu geben. Im Gegenzug haben Wissenschafts- und Forschungsorganisationen den Auftrag, Qualität, Effizienz und Leistungsfähigkeit ihrer jeweiligen Forschungs- und Entwicklungstätigkeit zu steigern. Der Pakt soll nun - so die Fraunhofer-Empfehlung - jährlich mindestens um fünf Prozent erhöht werden, denn die globale Konkurrenz um wissenschaftliche Erkenntnisse, Hightech-Ausstattungen und Top-Talente spitzt sich weiter zu. Auch soll die Förderung künftig leistungsbezogen erfolgen.
"Wir möchten uns noch stärker als bisher dafür einsetzen, dass sich Wissenschaftsstandorte zu nationalen Leistungszentren entwickeln. Diese Zentren sind gekennzeichnet durch: internationale Ausstrahlung, klares thematisches Profil, exzellente Forschung und Lehre sowie die Integration wirtschaftlicher Aktivitäten in einer Region", erklärt Neugebauer. In Freiburg entsteht nun ein erstes Leistungszentrum, dass sich als Europäisches Zentrum für Nachhaltigkeitsforschung etablieren soll. Die dortigen fünf Fraunhofer-Institute arbeiten gemeinsam mit der Universität und Wirtschaftspartnern an energie- und ressourcenschonendem Einsatz von Materialien, Systemlösungen zur nachhaltigen Versorgung und Speicherung von erneuerbaren und zuverlässigen Energien sowie Technologien für eine widerstandsfähige Infrastruktur. Alle Empfehlungen finden sich unter: http://www.fraunhofer.de/de/ueber-fraunhofer/wissenschaftspolitik/herausforderungen.html bw
Zehn Empfehlungen
- 3,5 Prozent des BIP in Forschung und Entwicklung (FuE) investieren
- Pakt für Forschung und Innovation fortsetzen
- Forschung und Entwicklung auch in Deutschland steuerlich fördern
- Wettbewerb und Vielfalt im deutschen Wissenschaftssystem erhalten
- Hochschulen zusammen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen stärken
- Nationale Leistungszentren mit Partnern aus Universitäten und Wirtschaft etablieren
- Hightech-Strategie weiterentwickeln
- Europäischen Forschungsraum mit deutscher Beteiligung weiterentwickeln
- Internationalisierung ausbauen und Rahmenbedingungen stärken
- MINT-Qualifizierung fördern









