Wirtschaft + Unternehmen

Fraunhofer: Leichtbau in Augsburg kann beginnen

Leichtbauforschung: Zentrum von DLR und Fraunhofer in Ausgburg ist eröffnet.

Leichtbau gehört zu den wichtigsten Zukunftstechnologien im Flugzeug-, Fahrzeug- und Maschinenbau. DLR- und Fraunhofer-Wissenschaftler arbeiten gemeinsam an automatisierten Fertigungsverfahren für Carbonfasern, die sich für Großserien eignen. Im Augsburger Innovationspark wurden jetzt Büro- und Technikumsgebäude der beiden Forschungseinrichtungen eröffnet.

DLR und Fraunhofer feierten am 14. Mai mit Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft die Einweihung der gemeinsamen Forschungsplattform. An der Forschungsgruppe Funktionsintegrierter Leichtbau FIL des Fraunhofer-Instituts für Chemische Technologie ICT werden nun Arbeitsmöglichkeiten für etwa 55 Mitarbeiter und 25 wissenschaftliche Hilfskräfte/Studenten geschaffen.

"Wir verfügen über die modernsten Anlagen im Bereich der automatisierten Fertigung von kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen CFK. Mit unseren lokalen Partnern wie der Universität Augsburg, Premium Aerotec, Kuka, SGL, MT Aerospace, Eurocopter und vielen mehr sind wir eng vernetzt", freut sich Prof. Dr. Klaus Drechsler, einer der beiden Leiter der Projektgruppe. Enge Verbindungen bestehen auch zum Lehrstuhl für Carbon Composites an der TU München und zum Institut für Flugzeugbau der Uni Stuttgart. Die Projektgruppe ist außerdem wichtiger Partner im Spitzencluster MAI Carbon mit Audi, BMW und vielen anderen. Derzeit kooperiert das FIL mit über 40 Firmen, darunter viele kleine Unternehmen.

Die Fraunhofer-Projektgruppe FIL wurde 2009 in Augsburg als Außenstelle des Fraunhofer ICT in Pfinztal bei Karlsruhe gegründet. Sie soll sich in den kommenden Jahren zu einem eigenständigen Institut entwickeln.

Für die Automobilindustrie haben die FIL-Forscher bereits ein neuartiges Herstellungsverfahren entwickelt. Dabei kombinieren sie eine üblicherweise im Textilbereich eingesetzte Flechtmaschine mit einer Pultrusionsanlage, die am Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT weiterentwickelt wurde. Die Flechtmaschine bringt die trockenen Carbonfasern in die richtige Form, die Pultrusionsmaschine ummantelt sie mit Harz. Das Besondere: Während bisher alles per Hand erledigt werden musste - die Fasern in das Werkzeug legen, ausrichten und Harz einspritzen - laufen nun alle Schritte vollautomatisch. Die Kombinationsanlage fertigt die Bauteile in einem kontinuierlichen Verfahren.bw

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