Formula Student Electric
Der Traum vom Sieg
Bei der Formula Student Electric (FSE) konnte der RSP25 in ersten Tests bereits beweisen, was in ihm steckt. Die Rennschmiede Pforzheim hat ihren neuen Boliden auf den Namen „Rosequartz“ getauft – benannt nach dem Heilstein der Verliebten, dem nachgesagt wird, Sehnsüchte und Wünsche zu wecken. Bei den Studierenden ist das ganz klar der Traum vom Sieg. Stöber unterstützte auch in diesem Jahr als Platinsponsor bei der Weiterentwicklung des Vorgängers.
Auf den ersten Blick sieht der neue Rennwagen – abgesehen von seiner auffälligen pinken Lackierung – dem Vorgänger ähnlich. Doch unter der Haube steckt ein völlig neues Konzept: Statt des bisherigen Heckantriebs setzt das Team nun auf einen leistungsstarken Allradantrieb mit radnabenintegrierten Elektromotoren. „Allein dieses neue Antriebskonzept macht den Boliden zu etwas Besonderem“, erklärt Jannis Kneule, technischer Leiter der Rennschmiede. „Wir haben das bisherige Heckantriebssystem kontinuierlich optimiert, sind aber an physikalische Grenzen gestoßen. Der Allradantrieb bringt jetzt die doppelte Kraft auf die Straße.“
Die kompakte Bauweise ohne separate Antriebseinheit oder Kardanwelle schafft Platz im Chassis – unter anderem für den Akku und eine Firewall aus Glasfaser, die den Fahrer im Ernstfall schützt. Auch die Aerodynamik wurde optimiert – der Frontflügel neu konstruiert, die Seitenkästen überarbeitet. Zusätzlich entwickelte das Team eine eigene Bremse aus Aluminium mit Keramikbeschichtung. Die Lenkung erfolgt über eine Zahnstange, das Lenkmoment wird über ein Kegelradgetriebe übertragen. Das Monocoque besteht aus CFK mit Aluminium-Wabenkern.
Stöber: Technikpartner der ersten Stunde
Stöber unterstützt die Rennschmiede seit deren Gründung – anfangs vor allem finanziell, seit dem Umstieg auf Elektroantrieb im Jahr 2020 als Platinsponsor. „Heute steuern wir nicht nur Geld bei, sondern liefern auch Technik und Know-how“, sagt Tim Lang, Abteilungsleiter Applikationen bei Stöber. Gemeinsam mit dem Rennteam wurden Standardkomponenten für den Renneinsatz modifiziert – darunter Antriebsregler sowie Einzelkomponenten für die Motoren und Getriebe. Diese kommen eigentlich in industriellen Anwendungen zum Einsatz, etwa in Werkzeugmaschinen mit mehreren Achsen. Die Umrüstung auf Rennsportbedingungen erforderte spezielle Anpassungen und enge Abstimmung mit den Studierenden. Außerdem unterstützt Stöber bei der Fertigung und Bearbeitung weiterer mechanischer Komponenten des Rennwagens. Das Team konnte zudem auf modernste Fertigungstechnologien zuzugreifen. Testläufe am firmeneigenen Motorprüfstand wurden ebenfalls ermöglicht.
Vertrauensvolle Partnerschaft
Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Hochschule beruht auf Vertrauen und Fachkompetenz. „Stöber hatte immer ein offenes Ohr für uns und unsere Ideen – auch wenn sie auf den ersten Blick verrückt klangen“, sagt Paula Zachmann, Teamleitung Sponsoring. „Die Ingenieure haben mit uns gemeinsam nach Lösungen gesucht.“ Paul Schenk, Teamleitung High Voltage, ergänzt: „Ob Getriebefertigung, Auslegung oder Fragen zur elektrischen Antriebstechnik – wir bekamen jederzeit kompetente Unterstützung.“
Mitte Juli wurde es spannend für die Studierenden: In Geschinen fand das Rennen der FS Switzerland statt. Inmitten der Schweizer Alpen konnte der RSP25 „Rosequartz“ erstmals seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. Die positiven Ergebnisse motivierten das junge Entwicklerteam – ihre Erkenntnisse nutzen sie nun, um den Boliden weiter zu optimieren. Das zweite Rennen bestreitet das Team bei der FS Czech vom 4. bis 9. August auf dem Gelände des Autodroms im tschechischen Most. Den Abschluss der Saison bildet das technisch anspruchsvolle Event der FS Germany vom 18. bis 24. August am Hockenheimring.
Seit 2014 nehmen Studierende aus Pforzheim an diesem internationalen Konstruktionswettbewerb teil. Mit dem RSP25 Rosequartz gehen sie mit dem mittlerweile achten Boliden der Edelstein-Reihe und dem fünften Elektro-Rennwagen in Folge an den Start.









