Wirtschaft + Unternehmen
Eine klare Zukunftsperspektive
SCOPE: Die Investoren von Semiramis waren vor drei Jahren gestartet und haben nach eigenen Angaben bislang rund 200 Unternehmen als Kunden gewonnen. Die angestrebten Ziele wurden offenbar nicht erreicht. Was wollen Sie anders machen?Gärtner: Die Frage, ob die angestrebten Ziele nicht erreicht wurden oder andere Gründe zur Insolvenz führten, können besser die früheren Investoren beantworten. Aus unserer Sicht ist das erzielte Ergebnis, mit einem neuen ERP-Produkt innerhalb von drei Jahren 200 Kunden gewonnen zu haben, als großer Erfolg zu bewerten. Wir werden das Profil der Software als mittelstandsgerechtes Java-ERP-System weiter schärfen und auch die Branchenschwerpunkte deutlicher herausarbeiten.
SCOPE: Was wird sich für Semiramis-Kunden ändern? Gärtner: Die Kunden können dort weitermachen, wo sie vor dem Insolvenzverfahren standen. Sie sind froh, dass nun ein erfahrener, mittelstandsorientierter ERP-Anbieter hinter Semiramis steht. Da wir sowohl die Produktentwicklung als auch das Partnernetzwerk weiterführen, erhalten die Kunden den vollen Support. Die wesentliche Änderung aus Sicht der Kunden besteht darin, dass Semiramis jetzt wieder über eine klare Zukunftsperspektive verfügt.
SCOPE: Die bisherigen Eigentümer wollten oder konnten die finanziellen Mittel für Entwicklung, Marketing und Vertrieb nicht aufbringen. Wie wird Soft M dies finanzieren und wie soll die Software vertrieben werden? Gärtner: Die Software Semiramis war und ist wirtschaftlich auf einem sehr guten Weg. Zwar decken die Lizenz- und Pflegeerlöse aktuell noch nicht im vollen Umfang die Entwicklungs-, Vertriebs- und Marketingkosten ab. Der Break-Even-Point steht aber kurz bevor. Soft M finanziert den Kauf aus eigenem Mitteln sowie einem Kredit unserer Hausbank. Der Vertrieb erfolgt über das bestehende Semiramis-Partnernetzwerk und zusätzlich über den Vertriebskanal von Soft M.SCOPE: Stichwort Greenax - diese javabasierte ERP-Software haben Sie mit dem Schweizer Partner Bison Group gemeinsam entwickelt und erst in 2006 vorgestellt. Ihr ERP-Portfolio umfasst nun mit der Soft M Suite, Semiramis und Greenax mehrere ERP-Systeme. Werden Sie in Zukunft drei Lösungen pflegen und vermarkten?Gärtner: Dass sich mehrere Systeme erfolgreich nebeneinander betreiben lassen, haben wir schon in der Vergangenheit bewiesen. Unser ERP-System Soft M Suite ist eine auf bestimmte Branchen fokussierte Lösung. Wir werden sie unverändert in diesem Segment positionieren. Semiramis werden wir als Java-basiertes Produkt und Marke erhalten und mit voller Energie weiterentwickeln. Synergiepotenziale mit Greenax, welches ja ebenfalls eine Java-Entwicklung ist, wollen wir nutzen.
SCOPE: Wie wollen Sie die Soft M AG zukünftig auf dem wettbewerbsintensiven deutschsprachigen ERP-Markt positionieren?Gärtner: Wir haben uns das Ziel gesetzt, zum führenden Anbieter für Java-ERP in der Region Deutschland, Österreich, Schweiz zu werden. Diesem Ziel sind wir erheblich näher gekommen.








