Wirtschaft + Unternehmen

„Stärkt die Wettbewerbsfähigkeit“

Mit dem Begriff Digitale Fabrik bezeichnet man Softwarewerkzeuge, die bereits vor dem Aufbau einer Produktionsanlage ein realistisches Abbild der zukünftigen Fertigungsprozesse schaffen. Damit lässt sich, wie Rainer Downar von UGS ­SCOPE-Chefredakteur Hajo Stotz erläutert, größere Planungssicherheit erreichen und das Risiko beim Produktivstart vermindern.

SCOPE: Wie definiert UGS das Konzept der Digitalen Fabrik?

Downar: Unsere Strategie verbindet die beiden Ziele Offenheit und Unterstützung von Standards. In der Praxis stellen wir Schnittstellen zu Wettbewerbssystemen bereit und schaffen Integrationen zu vorhandenen Lösungen unserer Kunden. Wir haben zum Beispiel zahlreiche proprietäre Entwicklungen unserer Kunden im PDM-Umfeld mit unseren Lösungen verbunden. Wir schaffen täglich Integrationen zu CAD-Systemen und SAP-/ ERP-Lösungen.

Unsere Produkte und Lösungen unterstützen Standards wie XML im PDM-Bereich, JT Open in der Visualisierung und STEP im CAD-Umfeld. Die ersten Ergebnisse dieser Zusammenarbeit bewähren sich zurzeit im Einsatz bei gemeinsamen Kunden wie Ford. Wir versprechen uns sehr viel von der Integration unserer Produkte mit dem PDM-System Teamcenter von UGS.

SCOPE: Die digitale Fabrik wird als eines der wichtigsten Zukunftsthemen der Fertigungsindustrie betrachtet. Worin besteht aus Ihrer Sicht das größte Nutzenpotential?

Downar: Die Implementierung der digitalen Fabrik ermöglicht es fertigenden Unternehmen, den erhöhten Anforderungen des Marktes gerecht zu werden und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu bewahren.

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Sie können:

•größere Planungssicherheit erreichen und das Risiko beim Produktivstart vermindern;

•eine größere Variantenvielfalt handhaben;

•sich schneller auf veränderte Auftragssituationen in der Fertigung einstellen

•den Serienanlauf beschleunigen;

•neue Produkte schneller einführen;

•mit MPM eine höhere Qualität bei Produkten und Prozessen erreichen; (Angebotsabgabe, Standards schaffen).

SCOPE: Welche technischen Voraussetzungen muss ein Unternehmen erfüllen, das die DF realisieren will?

Downar: Es kommt darauf an, mit welcher Konsequenz die Systeme implementiert werden und inwieweit sich die Partner über den Austausch der Informationen einigen. Dies ist mehr ein Kommunikationsproblem als ein technisches. Einheitliche Standards und Prozesse müssen gefunden werden, damit die Daten vor und während der Fertigungsprozesse in beide Richtungen (CAD, ERP) problemlos ausgetauscht und auch in den gewünschten Formaten zur Verfügung gestellt werden können.

UGS-Lösungen basieren auf dem Prinzip der Offenheit, auch was die Schnittstellen zu anderen Systemen betrifft und erleichtern so die Implementierung der Lösungen in bestehende Systemlandschaften.

SCOPE: Welchen Verbreitungsgrad hat die DF erreicht, beziehungsweise welchen erwarten Sie in den nächsten Jahren?

Downar: Technologischer Vorreiter war die Automobilindustrie und der Anlagenbau, in der fast durchgängig die Werkzeuge der DF eingesetzt werden. Die Realisierung typischer Ziele, wie die Verkürzung der Gesamtplanungszeiten und die immer kürzeren Zeiten bis zur Markt­einführung, ist jedoch ohne die Integration der Zulieferer in den Gesamtablauf gar nicht mehr möglich. Wir sehen eine zunehmende Verbreitung im Bereich der Automobilzulieferer, sowie in anderen Branchen, die mit ähnlichen Marktanforderungen konfrontiert werden.

SCOPE: Ist die DF eine Lösung für jedes Unternehmen? Inwieweit setzt sich das Konzept der DF beispielsweise auch für kleine und mittelständische Unternehmen durch?

Downar: Kleine und mittelständische Unternehmen sind oft wichtige Zulieferer für die OEMs.

Sie sind verlängerter Arm und nehmen umfangreiche Aufgaben wahr, teilweise sogar bis hin zur Konstruktion und Planung großer Bauteile und gesamter Fahrzeuge. Diese Vorgänge laufen parallel zu Planungsvorgängen beim OEM ab. Das heißt die Zulieferer stehen den gleichen Marktanforderungen gegenüber wie die OEMs und müssen vollständig in den Ablauf integriert werden. Die Implementierung digitaler Werkzeuge in mittelständischen Unternehmen erhält und stärkt deren Wettbewerbsfähigkeit.

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